Xbox Series X vs. Playstation 5 – Der große Konsolenvergleich

von postbrawler 26.09.2020

Bereits in wenigen Wochen ist es soweit: Die nächste Konsolen-Generation wird mit dem Release der Xbox Series X und der Playstation 5 eingeläutet. In den jeweiligen Ecken des Rings bereiten sich die Schwergewichte der Branche, Sony und Microsoft, auf den Kampf vor. Als klarer Favorit der letzten Generation geht Sony an den Start: Mit weltweit über 113 Millionen verkauften PS4 ist Team Playstation klar in der Rolle der Titelverteidigerin, und Team Xbox der Underdog. Im Folgenden möchte ich einen Überblick über Preise, Verfügbarkeiten, Specs und Spiele bieten, und vielleicht sogar einen Blick in die Glaskugel wagen. Los geht’s!

Gleiche Architektur bringt Vorteile für Entwickler

Quelle: Playstation.com

Noch nie zuvor war sich die Hardware der beiden Konsolen so ähnlich, wie in dieser Generation. Wirkliche Alleinstellungsmerkmale muss man mit der Lupe suchen. In beiden Systemen verrichtet ein SOC von AMD den Dienst. In beiden Fällen handelt es sich um eine 8-Core Zen 2 CPU und einen RDNA 2 Grafikchip. Lediglich die Taktraten und Anzahl der Compute Units variieren, was der Xbox Series X auf dem Papier einen leichten Vorteil einbringt. 12 Teraflops (Xbox) rohe Rechenleistung treten gegen 10,28 Teraflops (PS) in den Ring. (Hier geht’s zur Erklärung, was ein Teraflop ist)

Playstation  5Xbox Series XXbox Series S
CPU8 Zen 2 Cores @ 3,5 GHz (variabel)8 Zen 2 Cores @ 3,8 GHz8 Zen 2 Cores @ 3,6 GHz
GPUCustom RDNA 2Custom RDNACustom RDNA
10,28 teraflops12 teraflops4 teraflops
36 CUs @ 2,23 GHz (variabel)52 CUs @ 1,825 GHz20 CUs @ 1,565 GHz
Speicher16 GB GDDR616 GB GDDR610 GB GDDR6
Speicher-bandbreite448 GB/s560 GB/s (10GB),224 GB/s (8 GB)
336 GB/s (6GB)56 GB/s (2 GB)
Interner Speicher825 GB Custom SSD1TB PCIe Gen 4 NVME SSD512 GB PCIe Gen 4 NVME SSD
IO5,5 GB/s,2,4 GB/s,2,4 GB/s,
8-9 GB/s (komprimiert)4.8 GB/s (komprimiert)4.8 GB/s (komprimiert)
Erweiterter SpeicherNVMe SSD Slot1 TB Expansion Card1 TB Expansion Card
Optisches Laufwerk4K UHD Blu-ray Drive/keines4K UHD Blu-ray Drivekeines

Next-Gen Speicher für Next-Gen Spiele

Auch beim verfügbaren Speicherplatz hat Microsofts Konsole die Nase vorne: Hier schickt Microsoft 1 Terabyte SSD-Speicher gegen Sonys 825 Gigabyte ins Rennen. In Puncto Schreib- und Lesegeschwindigkeiten hat Sonys PS5 allerdings ein Ass im Ärmel. 5,5GB beziehungsweise 8-9 GB (komprimiert) schaufelt das Speichermedium der PS5 pro Sekunde in den Arbeitsspeicher. Die Xbox Series X bringt es gerade einmal auf 2,4 GB/s respektive 4.8 GB/s (komprimiert). Dank der flotten SSDs sollen Spiele der neuen Generation deutlich schneller starten, und Ladepausen zwischen Levels der Vergangenheit angehören.

Die günstige Alternative fürs kleine Börserl

Quelle: Xbox.com

Anders als bei XBO und PS4 steigen beide Hersteller diesmal gleich mit günstigeren Varianten ihrer Konsolen in den Ring. Mit der Einführung der Xbox One X und der PS4 Pro wurden die Basis-Modelle der letzten Generation zum Budget-Modell degradiert. Mit der PS5 Digital Edition und der Xbox Series S treten diesmal gleich von Beginn an Schwestern-Modelle in der Fliegengewichtsklasse an. Doch unterschiedlicher könnten die Ansätze der beiden Rivalen kaum sein!

Die PS5 Digital Edition verbaut exakt dieselben Hardware-Komponenten, wie ihr teureres Pendant. Gespart wird lediglich am UHD Blu-Ray Laufwerk. KäuferInnen sparen sich im Vergleich immerhin 100 Euro. Die Xbox Series S verzichtet ebenfalls auf optische Datenträger, bietet mit lediglich 4 Teraflops GPU-Leistung aber auch deutlich weniger Rechenpower als die Series X. Sie ist dafür gleich um 200 Euro billiger als die Series X, und die kompakteste Spielekonsole, die Microsoft je entwickelt hat. Vier Teraflops? Das ist doch weniger, als die Updates der letzten Konsolengeneration boten! Macht nichts, meint Microsoft, denn die RDNA 2 Architektur vermag trotz schwächerer Komponenten „Beeindruckendes“ zu leisten. Gears 5 in 1440p-Auflösung und 120 Bildern pro Sekunde beispielsweise. Selbst Ray-Tracing soll die Series S beherrschen, wohl aber nur bei genügsameren Titeln wie Minecraft.

Playstation  5Xbox Series XXbox Series S
Preis499 Euro
399 Euro (Digital Edition)
499 Euro299 Euro
Verfügbarkeit19. November10. November10. November

Die Geheime Zutat

Quelle: Playstation.com

Das klingt ja alles ganz spannend, und SSD-Speicher könnte wirklich das Potenzial haben, Videospiele nachhaltig zu revolutionieren. Aber soll es das schon gewesen sein mit den Neuerungen, die eine ganze Generation definieren werden? Natürlich nicht. Sowohl Microsoft als auch Sony haben noch ein weiteres Ass im Ärmel. Sonys neuestes Gimmick ist der PS5-Controller. Erstmals haben die JapanerInnen die etablierte Marke Dualshock durch Dualsense ersetzt. Der Controller soll durch neuartige sensomotorische Rumble-Motoren unterschiedlichste Spielgefühle vermitteln können. Feuchter Matsch unter quietschenden Reifen soll dadurch erstmals nicht nur seh- und hörbar gemacht werden, sondern auch fühlbar! Adaptive Trigger-Tasten sollen das Spannen eines Bogens, den Abzug einer Waffe und das Rumpeln eines Direktantriebs glaubhaft simulieren.

Und Microsofts geheime Zutat?

Project xCloud

Quelle: Microsoft

Die hat diesmal nichts mit roher Hardwarepower oder Exklusivtiteln zu tun: beide Xbox Modelle bieten Rückwärtskompatibilität zu allen drei Vorgängermodellen (Xbox, Xbox 360 und Xbox One). Dank Smart Delivery sollen auch ausgewählte Spiele, die für die Xbox One oder den PC gekauft wurden, gratis auf die Series X und S übertragen werden. Und überhaupt gibt es gar keine wirkliche Generations-Grenze mehr, weil viele neue Spiele erstmal auch für die Xbox One (X) veröffentlicht werden. Und als ob das noch nicht genug frischer Wind für eine Generation wäre, bringt Microsoft mit dem allseits beliebten Game Pass auch gleich hunderte etablierte Spiele mit auf die neue Plattform. Und durch eine Partnerschaft mit EA werden es zu Weihnachten nochmal hunderte mehr. Und durch den Kauf von Bethesda werden es bald noch mehr. Und das alles zum Preis von 12,99 € pro Monat. Das muss man erst mal sickern lassen.

Microsoft hat zwar rein rechnerisch die stärkere Konsole am Start, aber offensichtlich gar kein Interesse, direkt mit der Sony zu konkurrieren. Wer einen PC oder eine alte Xbox One hat, wird trotzdem Halo Infinite und anderen Microsoft-Exklusivtitel zocken können. Selbst Smartphone-BesitzerInnen kommen dank Game Pass und dem Gamestreaming-Dienst xCloud in den Genuss hochwertiger Xbox-Titel. Anstatt sich mit Sony in Hardwareverkäufen zu messen, will Microsoft das Netflix der Videospiele werden.

Der Blick in die Glaskugel – wer Gewinnt die neue Generation?

Konsolen zu verkaufen, ist kein leichtes Geschäft. Mit der Hardware selbst fährt man kaum Gewinne ein, oft sogar Verluste. Die verkauften Spiele sind es, die das Geschäft am Brummen halten. Sony hat sich mit Exklusivtiteln wie Spider Man: Miles Morales, Ratchet & Clank, Horizon: Forbidden West und God of War: Ragnarok bereits in Stellung gebracht. Microsoft hat zwar (noch) kein so beeindruckendes Exklusiv-Portfolio, aber dafür 15 Millionen Game Pass AbonnentInnen, die brav jedes Monat 13 Euro abdrücken. Das Angebot wird durch Deals mit Bethesda und EA immer reizvoller. Ich denke, dass es einen klaren Gewinner dieser Konsolen-Generation geben wird: Uns KundInnen! Denn so vielfältige und zugängliche Möglichkeiten unserem Lieblingshobby zu frönen, gab es bisher noch in keiner Konsolengeneration.

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