Skyworld Test (PSVR): Coole VR-Strategie mit Move

von Mandi 26.03.2019

Mit Skyworld ist die PSVR und somit auch die PS4 um einen guten Titel reicher. Was euch in Skyworld als Strategiespiel erwartet, lest ihr hier im Review!

Worum geht‘s in Skyworld?

In diesem Strategietitel geht es darum, das Reich für sich einzunehmen und Feinde zurückzuschlagen. Skyworld ist hier also nicht viel anders als Die Siedler oder Civilization, doch weil es ein PSVR-Titel ist, gibt das dem Ganzen einen gewissen Kniff. Euch erwarten zwei Spielmodi im Game, nämlich die Kampagne mit Story sowie den Gefechtsmodus. Während die Kampagne euch eine Oberwelt präsentiert (haltet euch fest: sogenannte Skyworlds), konzentriert ihr euch im Gefechtsmodus rein auf den Kampf.

Die Kampagne lässt euch Züge nacheinander ausführen, und wenn zwei Generäle aufeinander treffen, kommt es klarerweise zum Kampf. Somit wechselt ihr in der Kampagne stets zwischen der Strategiewelt und dem Gefecht – das ist auch der „richtige“ Modus in Skyworld. Da es sich hier aber um ein PSVR-Spiel handelt, kann das nicht das Ende der Fahnenstange sein, und dem Entwicklerteam von Vertigo Games sei Dank ist es das auch gar nicht! Vom kleinsten Detail an überrascht euch Skyworld mit Designentscheidungen. Trailer gefällig?

Komplett für PSVR gemacht

In diesem Spiel steht ihr nämlich vor einem runden Tisch. Diesen könnt ihr dank Move-Controllern auch anfassen und mit beiden Händen drehen. Vorsicht, wenn ihr PSVR so eingerichtet habt, dass ihr rein im Sitzen spielen könnt: Da kann es schon mal vorkommen, dass euch eure Einrichtung im Weg ist. Auf diesem Spieltisch könnt ihr nahtlos zwischen der Karte, dem Schmied und anderen Bereichen wechseln. Der Tisch baut sich vor euren Augen um, und binnen Sekunden seid ihr in einem anderen Menü. Die Animation dafür ist liebevoll gemacht, und auch beim x-ten Mal macht es noch Freude, sie zu sehen.

…hier hat sich das Team vieles einfallen lassen. Gut gemacht, Vertigo Games!

Da ihr Skyworld mit den Move-Controllern spielt, ist es klar, dass ihr die Spielfiguren auch greifen könnt. So setzt ihr beispielsweise eure Generäle auf andere Felder, weist Arbeiter ihre Arbeitsstätten zu oder klopft mit einem Hammer auf Gebäude, die ihr nicht mehr in euren Landen sehen wollt. Gemeinsam mit der charmant gelösten Menüführung, dank der ihr Menüs dorthin „hängen“ dürft, wo ihr wollt, kann Skyworld früh überzeugen. Dies ist kein Titel, der mal so eben für VR angepasst wurde, hier hat sich das Team vieles einfallen lassen. Gut gemacht, Vertigo Games!

Das Spielprinzip

In Skyworld geht es darum, Dämonenhorden zu besiegen. Sie haben sich nämlich auf verschiedenen Welten breit gemacht, und ihr müsst sie zurückschlagen. Doch euer Städtchen will gewartet werden: Es gilt, Holz, Stein, Eisen und Nahrung zu sammeln und zu verwalten. Sind eure Bewohner zufrieden, vermehrt sich die Bevölkerung und ihr habt mehr Arbeiter zur Verfügung – ansonsten flüchten sie. Während das irgendwie ein wenig an Black & White (wer kennt es noch?) erinnert, kann sich das rundenbasierte Skyworld rasch anders profilieren.

Wie Hearthstone, nur in Echtzeit!

Ihr dürft nämlich, nachdem ihr eure Burg ausreichend aufgewertet habt, mehrere Generäle zugleich besitzen. Dies erhöht eure Möglichkeiten sowohl in der Offensive als auch in der Defensive enorm. Treffen zwei Generäle verschiedener Fraktionen aufeinander, kommt es zum Kampf – und dann wechselt der Bildschirm in eine eigene Kampfkarte. Hier läuft das Geschehen dann nicht mehr rundenbasiert ab, hier dürft ihr an Hearthstone denken, allerdings in Echtzeit. Wie das aussehen kann, zeigt Skyworld ziemlich gut.

Erst denken, dann ziehen

In eurer linken Hand seht ihr stets eine Auswahl der Karten aus eurem Deck. Darunter befindet sich eine Zahl, sie steht für euer Mana. Sobald ihr genügend Mana beisammen habt (alle paar Sekunden bekommt ihr einen Manapunkt), könnt ihr eine Karte ausspielen. Ob ihr nun auf eine starke Karte spart oder zwei, drei kleinere Karten zeitgleich ausspielt, ist euch überlassen. Allerdings gibt es in Skyworld manche Taktiken zu beachten, ohne die ihr nicht sehr weit kommt. Da wären zunächst einmal die Einheiten.

Frei nach einem Schere-Stein-Papier-Prinzip dürft ihr zwischen Schwertkämpfern, Bogenschützen und Belagerungswaffen wählen. Während ein Rammbock etwa von Bogenschützen relativ rasch außer Gefecht gesetzt wird, laufen Schwertkämpfer ihm ziemlich hilflos nach – ideal für die Verlagerung von Schlachten! Riesige Ritter kosten viel Mana, können aber schon mal einen Kampf zu euren Gunsten wenden. Das ist aber noch nicht alles, was euch Skyworld hier bietet.

Selber eingreifen ist Pflicht

Ihr dürft auch, sofern ihr die Karten erforscht und verstärkt habt, auch Feuerbälle werfen oder Feinde einfrieren. Sogar das temporäre Anfeuern eurer eigenen Truppen ist möglich. Ganz im Stile eines MOBA wie League of Legends oder Heroes of the Storm gibt es auch auf den Schlachtfeldern strategische Punkte. Diese werden aktiviert, indem entweder ihr oder euer Gegner Einheiten darüber laufen lasst. Dadurch nehmen diese Punkte die jeweilige Farbe an, und dann bekommt ihr tatkräftige Schützenhilfe von Zeppelinen oder dergleichen.

Es mag schon zwei oder drei Partien dauern, bis ihr die Feinheiten von Skyworld sowohl im Kampf als auch in der normalen Kampagne verstanden habt. Das Gute am Spiel ist, dass der Kampf sehr verzeihend ist – wenn ihr dann aber einmal zu oft sterben solltet, müsst ihr einfach nur eure eigene Burg aufrüsten, das hilft so gut wie immer. Generell ist Skyworld ein interessanter Mix aus verschiedenen Strategie-Genres geworden, dementsprechend gestaltet sich die gemütliche Geschwindigkeit des Spiels.

Die Technik hinter Skyworld

Vom anderen Titel von Vertigo Games, Arizona Sunshine, war ich nicht wirklich begeistert. Mir hat einfach die Vision bezüglich dem größeren Ganzen gefehlt – und in Skyworld ist es ganz anders. Man merkt einfach, dass dieser Titel von Grund auf für VR ausgelegt ist: Ihr steht an einem Tisch, der Kampf ist ein Mash-up zwischen Yu-Gi-Oh! und Hearthstone – ja, optisch sieht Skyworld wirklich gut aus. Nicht nur das, auch die Soundkulisse und Hintergrunduntermalung passt perfekt zum Titel.

Dieser Titel ist von Grund auf für VR ausgelegt – klasse!

Die allergrößte Sache ist jedoch für einen solchen Move-lastigen Ableger die Steuerung. Während ihr Skyworld auch mit einem DualShock-Controller spielen könnt (dann dient das Leuchtfeld eurem Tracking), empfiehlt euch das Game sofort die Verwendung von Move. Ihr solltet nur genug Reichweite um euch herum haben, es lässt sich so viel besser spielen. Abgesehen von kleinen Mätzchen (mein linker Move-Controller verabschiedete sich dann und wann), die sich durch Halten der OPTIONS-Taste lösen ließen, funktionierte hier alles wunderbar.

Fazit zum Spiel: Gut gelungen in VR

So muss Tabletop sein – das wäre das kürzeste Fazit für Skyworld, das mir einfällt. Ihr habt in der Kampagne acht Welten zu befreien, und darüber hinaus wartet noch ein Gefechtsmodus auf euch. Ganz Motivierte dürfen sich auch im Mehrspielermodus messen, die Infrastruktur hat Vertigo Games für Skyworld geschaffen. Leider ist nicht alles in der Praxis aufgegangen, was theoretisch gut klingt: Partien gegen menschliche Gegner, in denen sich die gleichen Truppen bekriegen, sind eher lauwarm.

Die coole Aufmachung täuscht nicht darüber hinweg, dass Skyworld trotz aller Ambition nicht ganz in die Tiefe geht. Strategie-VeteranInnen werden aller Voraussicht nach eine gewisse Routine beisammen haben, die immer funktioniert. Auch die Wirtschaft ist nicht sonderlich komplex, doch das ist in Ordnung: Schließlich soll Skyworld auch für Nicht-Fans zugänglich sein. Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, wie ein Tabletop-Strategietitel aussehen soll, schaut euch Skyworld näher an.

Wertung: 7.5 Pixel

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