Lepro STV1 im Test: Ambilight zum Selber-Ergänzen
Euer Fernseher soll mehr Imposanz ausstrahlen? Lepro macht das mit dem STV1 möglich und gibt ihm noch mehr Strahlkraft. Lest unseren Test!
Über den Lepro STV1
Eine gute Hintergrundbeleuchtung kann einen Fernseher deutlich größer wirken lassen, als er tatsächlich ist. Genau hier setzt das Lepro STV1 (zur offiziellen Website) an: Ein LED-Streifen auf der Rückseite des Fernsehers übernimmt die Farben des Bildschirms und wirft sie in Echtzeit an die Wand. Anders als viele HDMI-basierte Systeme benötigt ihr keine separate Sync-Box, sondern beobachtet das Bild mit einer Kamera über dem Screen. Das macht die Lösung günstiger und unkompliziert, bringt aber auch einen sichtbaren Sensor ins Wohnzimmer.
Lepro bietet das STV1 in zwei Größen an: als 3,6-Meter-Variante für Fernseher mit 55 bis 65 Zoll sowie als 5-Meter-Version für Geräte zwischen 75 und 85 Zoll. Zum Start wurde eine unverbindliche Preisempfehlung von 89,99 Euro für die kleinere Version genannt, die größere Variante liegt bei 109,99 Euro im Online-Shop von Hersteller Lepro. Der bei uns verbreitete deutsche Herstellerauftritt führt die Modelle als STV1-3 und STV1-5 und nennt ebenfalls die entsprechenden TV-Größen für alle, die sich informieren möchten. So wird es installiert:
Die ersten Schritte
Im Karton befindet sich im Wesentlichen alles, was für die Montage benötigt wird: der selbstklebende RGBIC-Leuchtstreifen, die kombinierte Kamera- und Controllereinheit sowie Befestigungsmaterial und Hilfsmittel für die Kalibrierung. Die Integration von Kamera und Controller in ein gemeinsames Modul ist dabei mehr als eine Designentscheidung. Sie reduziert die Zahl zusätzlicher Geräte und sorgt hinter dem Fernseher für weniger Kabelsalat. Die Montage selbst ist grundsätzlich keine komplizierte Angelegenheit, verlangt aber etwas Sorgfalt. Der Streifen sollte möglichst gleichmäßig und mit etwas Abstand zum Rand auf der Rückseite des Fernsehers angebracht werden. Bei einem bereits montierten Fernseher kann das schon mal zur Geduldsprobe werden, weil man nur eingeschränkt an die Rückseite gelangt. In unserem Test klappte das Aufkleben recht problemlos, unser TV-Gerät steht allerdings frei.
Die Kamera sitzt mittig auf dem oberen Rand des Fernsehers und erfasst das Bild mit einem Ultraweitwinkelobjektiv. Lepro gibt ein Sichtfeld von mehr als 180 Grad an, wodurch auch große Bildschirme und die Randbereiche zuverlässig erfasst werden sollen. Die Software korrigiert anschließend die Verzerrungen des Weitwinkelbildes und ordnet die Farben den jeweiligen Bereichen des LED-Streifens zu. Ganz unsichtbar lässt sich das System dadurch allerdings nicht machen. Wer eine besonders aufgeräumte TV-Front bevorzugt, wird sich an dem kleinen Modul stören, das über dem Bildschirm sitzt. Im Alltag fällt es allerdings jedoch weniger störend auf als zunächst befürchtet. Dafür bietet die Kamera gegenüber einer HDMI-Lösung einen entscheidenden Vorteil: Sie funktioniert unabhängig davon, aus welcher Quelle das Bild kommt, solange es auf dem Bildschirm sichtbar ist.
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Kalibrierung mit etwas Geduld
Nach der Montage folgt die Einrichtung über die Lepro-App. Dabei wird festgelegt, welcher LED-Bereich welcher Bildschirmzone entspricht. Je nach Aufbau kommen dabei Schaumstoffblöcke oder Kalibrierungspunkte zum Einsatz. Die Anleitung des Herstellers weist darauf hin, dass der Raum ausreichend beleuchtet sein sollte und die Punkte bei der Videokalibrierung am Ende der Hilfslinien platziert werden müssen. Das kennen wir schon von anderen Herstellern! Dieser Schritt ist nicht schwierig, aber er sollte nicht zwischen zwei Folgen einer Serie erledigt werden. Gerade bei einem Fernseher mit Wandhalterung, reflektierenden Möbeln oder mehreren Lichtquellen kann eine erneute Kalibrierung notwendig sein. Lepro empfiehlt, andere Lichtquellen mindestens 50 Zentimeter entfernt zu platzieren und reflektierende Flächen gegebenenfalls mit einem schwarzen oder matten Tuch abzudecken.
Habt ihr alles geschafft, seid ihr bereit, beeindruckt zu werden. Denn der wichtigste Punkt bei einer reaktiven TV-Beleuchtung ist die Verzögerung. Wenn das Licht erst sichtbar wird, nachdem der Bildinhalt bereits weitergezogen ist, wirkt der Effekt eher irritierend als immersiv. Lepro begegnet diesem Problem mit der LightIMS-Technologie und verspricht eine um bis zu 36 Prozent schnellere Reaktion als bei vergleichbaren Produkten. In der Praxis fällt das Ergebnis überzeugend aus. Schnelle Farbwechsel auch bei hektischen Szenen funktionieren gut, und die Beleuchtung wird dabei nicht auf eine einzige Durchschnittsfarbe reduziert. Stattdessen kann der RGBIC-Streifen mehrere Farbtöne gleichzeitig darstellen. Gerade bei Spielen mit Neonfarben, Explosionen oder schnellen Kameraschwenks entsteht dadurch der Eindruck, dass sich das Geschehen auf die Wand hinter dem Fernseher ausdehnt, ein cooler Effekt!
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RGBIC statt Einheitsfarbe
Der Unterschied zwischen einer einfachen RGB-Leiste und dem Lepro STV1 liegt vor allem in der adressierbaren Beleuchtung. RGBIC erlaubt es, unterschiedliche Bereiche des Streifens gleichzeitig in verschiedenen Farben leuchten zu lassen. Ein blauer Himmel auf der linken Seite und ein roter Effekt auf der rechten Seite müssen dadurch nicht zu einem violetten Kompromiss vermischt werden. Am überzeugendsten arbeitet das System in einem abgedunkelten Raum vor einer hellen, möglichst glatten Wand. Dann sind die Farbübergänge deutlich sichtbar, und der Lichtschein wirkt tatsächlich wie eine Erweiterung des Bildes. Bei Tageslicht oder einer dunklen Wand verliert sich der Effekt dagegen teilweise. Auch ein geringer Abstand zwischen Fernseher und Wand kann die Wirkung beeinflussen. Lepro nennt für Standfüße und bewegliche Wandhalterungen etwa 15 Zentimeter als empfehlenswerten Abstand.
Die wichtigsten Einstellungen befinden sich in der Lepro-App. Helligkeit, Sättigung und das Verhalten der Beleuchtung lassen sich dort anpassen. Sollte die Farbdarstellung nicht zum Bildschirm passen, kann die Kamera erneut kalibriert werden, zusätzlich stehen RGB-Regler für eine manuelle Farboptimierung zur Verfügung. Das ist praktisch, zeigt aber zugleich die Abhängigkeit von Software und Firmware. Lepro empfiehlt für die beste Leistung eine aktuelle Android- oder iOS-App sowie mindestens Firmware-Version 2.3.53. Das Update kann laut Hersteller mehrere Minuten dauern, anschließend soll das Gerät einmal vom Strom getrennt und wieder angeschlossen werden. Wer das Lepro STV1 direkt nach dem Auspacken einsetzen möchte, sollte diesen Zwischenschritt also einplanen.
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Was macht das STV1 aus?
Die auffälligste Zusatzfunktion ist LightGPM. Damit lassen sich Lichtstimmungen über Text-, Sprach- oder Bildvorgaben erzeugen. Für eine Sportnacht können etwa Teamfarben oder thematische Szenen erstellt werden. Das ist ein interessantes Extra, bleibt im Alltag aber hinter der eigentlichen Bildschirm-Synchronisation zurück. So, wie es auch bei anderen Lepro-Produkten der Fall ist, ergibt sich auch hier das folgende Bild: Der KI-Szenengenerator liefert unterhaltsame und teilweise überraschende Kombinationen, verliert nach einer gewissen Zeit jedoch an Reiz. Für Weihnachten, Halloween, Partys oder einen Fußballabend kann die Funktion durchaus passend sein. Während des normalen Fernsehens dürfte allerdings die klassische Synchronisation das Maß aller Dinge sein.
Neben Filmen und Spielen kann das STV1 auch Musik visualisieren. Die LightBeats-Funktion analysiert die Lautstärke und erzeugt daraus pulsierende, wellenförmige Farbwechsel. Lepro betont, dass der Algorithmus harte Lichtblitze vermeiden soll, was insbesondere dann gut ist, wenn ihr auf Stroboskop-Effekte reagiert. Das macht den Musikmodus alltagstauglicher als viele einfache LED-Effekte, die bei jedem Takt hektisch aufleuchten. Für eine Party ersetzt das STV1 zwar bei Weitem keine professionelle Lichtanlage, als atmosphärische Ergänzung im Wohnzimmer funktioniert der Effekt aber plausibel. Besonders angenehm ist, dass der Streifen nicht dauerhaft in einer einzigen Farbe bleibt, sondern mehrere Farbbereiche miteinander kombinieren kann.
Lepro STV1: Die Technik
Auf der offiziellen Website ist ein sehr übersichtlicher Block für das Datenblatt des Produkts aufgelistet. Wie eingangs erwähnt, gibt es den LED Strip in zwei Längen (3,6 und 5 Meter) für TV-Größen zwischen 55 und 65 Zoll respektive 75 und 85 Zoll. Der Stromverbrauch hält sich dabei angenehm in Grenzen, in der kleineren Variante werden bis zu 22 Watt angegeben und in der größeren bis zu 28 Watt. Die adressierbare Beleuchtung RGBIC erlaubt es euch, unterschiedliche Bereiche des Streifens in verschiedenen Farben leuchten zu lassen.
Damit das einwandfrei funktioniert, holt sich die Kamera in Echtzeit in Full HD-Auflösung (1080p bei über 180° Sichtfeld) das Bild und gleicht dann die eigene Beleuchtung damit ab. 30 LEDs pro Meter reichen dabei vollkommen aus, um die Fläche hinter eures Fernsehers in eine Vielfalt von Farben zu tauchen. Das Lepro-Produkt ist mit Alexa, Google Assistant und natürlich der hauseigenen Lepro-App kompatibel, via Bluetooth und WLAN (2,4 GHz) funktioniert auch die Konnektivität nach den jeweiligen Standards. Kommen wir nun zum Fazit des STV1!
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Lepro STV1: Empfehlenswert
Das Lepro STV1 richtet sich vor allem an jene, die Filme, Serien, Sport und Videospiele immersiver erleben möchten, ohne in eine teure HDMI-Sync-Box zu investieren. Die Kombination aus schneller Reaktion, adressierbaren RGBIC-LEDs und einer funktionierenden App überzeugt in den entscheidenden Punkten. Die lebendigen Farben, die geringe Verzögerung und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis machen es leicht, eine Empfehlung für das Zubehör auszusprechen. Im dunklen Raum kann das Bild dadurch tatsächlich größer und dynamischer wirken, besonders bei Spielen mit starken Farbkontrasten.
Doch es gibt auch Schwächen: Der Sensor ist sichtbar, muss korrekt ausgerichtet werden und kann bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder Reflexionen an Genauigkeit verlieren. Auch die Montage ist nicht ganz so mühelos, wie es Produktbilder vermuten lassen. Doch der Prozess muss nur einmal gut laufen, und dann habt ihr im Regelfall Ruhe. Wer mit einer sichtbaren Kamera leben kann und die Montage ordentlich durchführt, bekommt eine wirkungsvolle Erweiterung für den Fernseher. Für seinen Preis zwischen 89,99 und 109,99 Euro ist das Lepro STV1 deshalb ein überzeugendes Ambilight-ähnliches System mit kleinen, aber kalkulierbaren Kompromissen.