Erica PS4 Test: Überzeugt der interaktive Thriller

von Stefan Hohenwarter 23.08.2019

Das nenne ich mal eine Überraschung – im Zuge der gamescom 2019 Opening Night wurde von Sony verkündete, dass der bereits in Vergessenheit geratene PS4 Titel Erica ab sofort erhältlich ist – aus diesem Anlass haben wir einen Blick auf das interaktive Live-Action-Drama geworfen und für euch einen Erica PS4 Test verfasst.

Was bisher geschah …

Wir drehen die Zeit um rund zwei Jahre zurück. Sony kündigte im Oktober 2017 den von FlavourWorks entwickelten Titel Erica an. Hierbei handelte es sich ursprünglich um einen PlayLink-Titel (ähnlich wie Hidden Agenda – hier geht’s zu unserem Test). Zwar wurden in der Zwischenzeit einige PlayLink-Titel veröffentlicht, doch das angekündigte Game Erica war nie dabei und geriet so immer mehr in Vergessenheit, bis Sony im Rahmen der gamescom 2019 das sofortige digital Release (hier im PS Store erhältlich) zum Preis von 9,99 Euro verkündete.

Hier der ursprüngliche Announcement-Trailer von der Paris Game Week 2017:

Wieder ein interaktier Live-Action-Thriller?

Erwartet uns hier ein Spiel im Stil von Until Dawn? Nein, es ist viel mehr ein Film, bei dem ihr Einfluss auf die Geschichte nehmt. Das ist bei Gott nichts neues – zuletzt sorgte hier etwa Netflix‘ Black Mirror Bandersnatch für Aufsehen – doch in dieser Qualität habe ich das bislang noch nicht gesehen. Dank Interaktionen wie das Öffnen eines Zippos oder das Drehen einen Schlüssels mit Streichbewegungen am Touchpad des PS4 Dualshock Controllers, wird man regelrecht ins Spiel gezogen. Wobei man auch sagen muss, dass die Animationen hier oft etwas holprig wirken und damit die SpielerInnen wieder aus dem Geschehen ziehen.

Eine dunkle Vergangenheit

Da ihr in Erica eure ganz persönliche Geschichte erlebt – mein erster Durchlauf dauerte rund zwei Stunden – möchte ich den Story-Part etwas kürzer fassen.

Die titelgebenden Protagonistin Erica versucht gemeinsam mit euch die Hintergründe eines Mordfalls aufzudecken, der eng mit ihrer Familiengeschichte verknüpft ist. In kinoreif gedrehten Szenen mit echten SchauspielerInnen müsst ihr die Wahrheit und Lüge erkennen, um die damaligen Geschehnisse zu rekonstruieren. Die Handlung wird untermalt vom packenden Soundtrack von Austin Wintory, der sich unter anderem für die Musik von Journey und Assassin’s Creed Syndicate (hier geht’s zu unserem Test) auszeichnet.

Wie spielt man Erica?

Noch bevor ihr ein neues Spiel startet, werdet ihr gefragt, ob ihr mit einem Dualshock 4 Wireless Controller (nur Touchpad), oder mit der Erica-App für iOS bzw. Android spielen wollt (App-Download, WLAN-Verbindung und kompatibles iOS- oder Android-Smartphone erforderlich). Ich habe mich für die Dualshock-4-Variante entschieden und konnte sämtliche Eingaben mit dem Touchpad absolvieren. Egal ob es das Drehen eines Schlüssels, das Öffnen einen Geschenks oder das Wählen von Antwortmöglichkeiten war. Das funktionierte zwar nicht immer auf Anhieb, aber im Großen und Ganzen war das in Ordnung.

Erica PS4 Test-Fazit: Bitte mehr davon!

Ich muss gestehen, dass Erica die letzten Monate komplett aus meinem Fokus verschwunden ist, wobei eine solche Art von Spielen ganz mein Geschmack sind. Ich erinnere mich an Until Dawn, dass mich – obwohl nur drei ProtagonistInnen bei meinem ersten Durchlauf überlebt haben – voll in seinen Bann gezogen hat. Ähnlich ging es mir bei Erica. Anfangs war ich noch etwas skeptisch, wohin mich das Spiel führen wird, doch muss ich FavourWorks und Sony ein Kompliment aussprechen. Für nur 9,99 Euro bekommt man ein interaktives und kinoreifes Abenteuer mit Wiederspielwert und einfacher Bedienung, die auch für NichtspielerInnen geeignet ist. Und auch wenn nicht alles perfekt ist (z.b. Bedienung, holprige Animationen) hoffe ich, das war nur der Startschuss und wir erleben in Zukunft noch mehr interaktive Abenteuer dieser Art.

Wertung: 8.5 Pixel

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