Elgato Stream Deck + Test: Kompakt und vielseitig

von Mandi 03.11.2026

Elgato bringt mit dem Stream Deck + eine interessante Hardware-Begleitung für Computer. Gleich vorweg: Es ist nicht nur für Streamende interessant!

Zum Elgato Stream Deck +

Elgato bleibt seiner Philosophie treu: Das Stream Deck + ist kein schlichter Tasten-Würfel, sondern eine kompakte Steuerzentrale für alles, was am Schreibtisch per Knopfdruck oder Drehregler schneller laufen soll. Mit acht LCD-Tasten, vier austauschbaren Drehreglern und einer Touch-Leiste positioniert sich das Gerät klar über dem klassischen Stream Deck und will auf jedem Arbeitsplatz überzeugen. Für 199,99 Euro ist das Stream Deck + (zur offiziellen Produktwebsite) keine spontane Impulskäufe-Kategorie, sondern eine Investition in den eigenen Workflow. Elgato verspricht dabei einen Audio-Mixer, eine Studiosteuerung und eine Produktionskonsole in einem. Aber das ist nur ein Teil des Ganzen, denn schließlich könnt ihr das Produkt vollkommen auf euch selbst anpassen. Seht es so wie eine Erweiterung eurer Tastatur, ob das nun am iPad Pro, am Mac oder am Windows-PC der Fall ist. Es reicht ein USB-C-Anschluss, mehr benötigt ihr anfangs gar nicht! Beim Auspacken wirkt das Stream Deck + sofort hochwertiger, als man es vielleicht optisch erwarten würde. Das Gehäuse ist solide, die integrierte Standfuß-Konstruktion steht stabil auf dem Schreibtisch, und die vier metallischen Drehregler vermitteln mit ihrem präzisen Raster und spürbaren Druckpunkt echtes Bediengefühl.

Mit 465 Gramm und Maßen von 140 × 138 × 110 Millimetern ist es kompakt genug für jeden Arbeitsplatz, aber nicht so leicht, dass es beim Drehen verrutscht. Die acht LCD-Tasten sind die Grundlage der bekannten Stream Deck-Idee: Jede Taste zeigt ein eigenes Icon, einen Status oder eine Mini-Anzeige und lässt sich per Drag-and-drop mit Aktionen belegen. Darunter befindet sich die 108 × 14 Millimeter große Touch-Leiste, die den vier Drehreglern jeweils eine Funktion zuordnet. Das Konzept ist clever: Man sieht sofort, welcher Regler gerade die Mikrofonlautstärke, die Helligkeit des Key Lights oder etwa den Zoom der Webcam steuert. Besonders gelungen ist die Haptik. Die Drehregler lassen sich nicht nur drehen, sondern auch drücken, so wechselt man etwa zwischen mehreren Aktionen desselben Reglers. Elgato nennt das Drehregler Stacks: Ein einzelner Encoder kann damit beliebig viele Funktionen verwalten, etwa erst die Systemlautstärke, dann die Musikwiedergabe und anschließend die Helligkeit einer Lampe. Das macht aus vier physischen Reglern ein deutlich flexibleres Bedienkonzept, als die Zahl zunächst vermuten lässt. Bevor wir mit dem tatsächlichen Testbericht beginnen, packen wir das Produkt doch erst einmal gemeinsam aus!

Einrichtung: Drag, Drop, fertig

Die Einrichtung verläuft erfreulich unkompliziert. Nach dem Anschluss per USB-C erwacht das Stream Deck + zum Leben, und je nach Gerätschaft, die ihr damit verbunden habt, gibt es eine andere Standardeinstellung. Bei einem MacBook Air etwa (wir hatten gerade eins von Back Market im Test) konnten wir viele Dinge direkt nach dem Anschließen ausprobieren. Eine Kurzwahl für Apps wie Safari oder Finder, eine schnelle Möglichkeit, die Lautstärke zu regeln oder Twitch aufzurufen, physisches Scrollen durch Menüpunkte und mehr waren auf Anhieb möglich. Schon das allein ist überzeugend, doch nur ein kleiner Teil des Ganzen. Installiert ihr die Stream Deck-Software, lassen sich Aktionen direkt aus der Bibliothek auf Tasten oder Drehregler ziehen. Ob OBS-Szene, Mikrofon-Stummschaltung, Spotify-Steuerung, Discord-Aktion oder ein einfacher Tastaturkurzbefehl, das Prinzip bleibt immer gleich: auswählen, zuweisen, personalisieren.

Die Software ist dabei deutlich mächtiger, als der erste Blick vermuten lässt. Multi-Aktionen erlauben Ketten von Befehlen, die gleichzeitig oder zeitversetzt ausgelöst werden. So kann ein einziger Tastendruck den Stream starten, das Intro abspielen, das Mikro aktivieren und eine Chat-Nachricht senden. Falls ihr es wollt, sorgen Ordner zusätzlich für Struktur: Statt acht Tasten als hartes Limit zu sehen, legt man etwa einen OBS-Ordner, einen Wave-Link-Ordner und einen Produktivitäts-Ordner an. Mit wachsender Komplexität wächst auch die Nützlichkeit des Elgato Stream Deck +! Besonders praktisch sind die intelligenten Profile. Das Produkt weiß, welche App gerade im Fokus ist, und wechselt automatisch das Tastenlayout. Beim Schnitt in DaVinci Resolve erscheinen andere Aktionen als beim Streaming in OBS oder während einer Zoom-Konferenz. Das ist kein reines Gimmick, sondern einer der Gründe, warum das Gerät im Alltag schnell zur echten Arbeitszentrale wird.

Macht richtig Sinn

Die vier Drehregler sind das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Stream Deck +. Während die regulären Stream Decks primär auf Tastendruck setzen, ermöglichen die Encoder feinabgestufte Anpassungen: Lautstärke, Mikrofonpegel, Kamerazoom, Weißabgleich, Helligkeit oder Bildeinstellungen lassen sich kontinuierlich verändern statt nur an- oder auszuschalten. Gerade bei feinen Abstufungen fühlt sich das deutlich natürlicher an als wiederholtes Tippen. In Kombination mit Elgatos Wave Link entsteht daraus ein komfortabler digitaler Mixer. Kanäle lassen sich stummschalten, Pegel sind auf einen Blick sichtbar, und die Lautstärke einzelner Quellen wird per Drehregler geregelt. Für Podcaster, Streamer und alle, die regelmäßig mit mehreren Audioquellen arbeiten, ist das einer der überzeugendsten Anwendungsfälle des Geräts. Die Touch-Leiste über den Reglern ist dabei mehr als Deko. Sie zeigt die aktuelle Belegung, erlaubt das Durchblättern von Seiten und macht die Bedienung verständlich, ohne dass man sich Merkzettel an den Schreibtisch kleben muss. Allerdings bleibt sie in erster Linie eine Anzeige- und Navigationsoberfläche: Die eigentlichen Aktionen lösen weiterhin die haptischen Tasten und Drehregler aus.

Die wahre Stärke des Stream Deck + liegt nicht allein in der Hardware, sondern im Ökosystem. Elgato wirbt mit über 200 fertigen Plugins, dazu kommen Profile, Icons, Sounds und Community-Erweiterungen über den Marketplace. Von OBS, Twitch, Discord, Zoom, Spotify und Philips Hue bis zu DaVinci Resolve, Ableton Live und Photoshop reicht die Bandbreite der Integrationen. Für Streamer ist das besonders attraktiv: Szenenwechsel, Chat-Interaktion, Alerts, Audio-Steuerung und Aufnahmefunktionen liegen auf einer Oberfläche. Für Kreative ergeben sich ebenfalls sinnvolle Workflows, etwa Werkzeugwechsel in Photoshop oder Parametersteuerung in DaVinci Resolve. Und für den normalen Büroalltag lassen sich Meetings, Beleuchtung, Musik und Fensterlayouts automatisieren. Wichtig ist allerdings: Der Wert hängt stark davon ab, wie tief die jeweilige Integration in die eigene Software geht. Hotkeys funktionieren praktisch überall, doch dedizierte Plugins bieten meist die elegantere Lösung mit Statusanzeigen und feinerer Steuerung. Wer eine sehr spezielle Anwendung nutzt, sollte vor dem Kauf kurz prüfen, ob es dafür ein passendes Plugin gibt. ARC Raiders beispielsweise hat da für das Spiel ein eigenes Interface bekommen!

Technisch vielseitig

Das Stream Deck + bietet acht anpassbare LCD-Tasten, vier Multifunktions-Drehregler mit Druckfunktion sowie ein LCD-Touch-Panel mit den Abmessungen von 108 x 14 mm. Als Schnittstelle fungiert ein USB-C-Kabel im USB 2.0-Standard. Im Lieferumfang ist neben dem Produkt ein passendes Kabel mit 1,5 m Länge sowie eine Kurzanleitung enthalten, die man aber kaum benötigt. Die Abmessungen des Produkts betragen 140 x 138 x 110 mm bei einem Eigengewicht von 465 Gramm. So eine Anschaffung eines Elgato Stream Deck + ist vor allem dann überzeugend, wenn ihr regelmäßig zwischen mehreren Apps, Audioquellen oder Produktionsabläufen wechselt. Egal, was ihr macht, ihr könnt von zusätzlichen Shortcuts und Möglichkeiten profitieren! Streamer erhalten eine schnelle Broadcast-Zentrale, Podcaster einen komfortablen Mixer, Content-Creator eine Steuerung für Schnitt und Aufnahme, und Homeoffice-Nutzer eine elegante Möglichkeit, Meetings und Beleuchtung zu automatisieren.

Gerade die Kombination aus Tasten, Reglern und Profilen macht das Gerät vielseitiger als ein reines Makro-Keypad. Wer nur gelegentlich ein paar Tastenkürzel braucht, kommt mit dem günstigeren Stream Deck Mini oder dem klassischen Stream Deck wahrscheinlich ebenso gut aus. Das Plus-Modell rechtfertigt seinen Aufpreis vor allem durch die Drehregler, die Touch-Leiste und die deutlich intuitivere Steuerung kontinuierlicher Werte. Auch das Zubehör-Ökosystem spielt eine Rolle: Mit dem optionalen XLR Dock wird das Stream Deck + zur Audiostation, der USB Hub erweitert die Anschlussmöglichkeiten, und farbige Drehregler-Kappen sorgen für individuelle Optik. Das ist nice-to-have statt Pflicht, zeigt aber, dass Elgato das Gerät als Zentrum eines Setups versteht. Dementsprechend solltet ihr auch die Investition darin verstehen: Wenn euch die Funktionstasten eurer Tastatur alleine nicht mehr ausreichen oder ihr gerne Abkürzungen zu oft verwendeten Apps und Einstellungen verwendet, seid ihr hier richtig.

Sinnvolle Erweiterung für alle

Das Elgato Stream Deck + ist definitiv eines dieser Geräte, die man nach einigen Wochen kaum noch missen möchte, sobald der eigene Workflow davon profitiert. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Bedienung intuitiv, die Software tiefgehend und das Plugin-Ökosystem stark. Besonders die vier Drehregler verleihen dem Stream Deck + eine eigene Identität und machen es meiner Meinung nach zur interessantesten Variante der klassischen Stream-Deck-Familie. Die hohe Anpassbarkeit macht das Produkt richtig interessant, ob ihr nun eher in Programmen wie Photoshop, in Games wie ARC Raiders, in einer textlich-produktiven Umgebung (auch unter macOS!) oder im Audio-Bereich unterwegs seid. Alles wird nur noch spannender und interessanter, wenn es auf dem Elgato-Marketplace eine offizielle Integration der jeweiligen Entwickler gibt.

Ein Knackpunkt bleibt letzten Endes der Preis: 199,99 Euro (UVP) sind für acht Tasten und vier Regler ordentlich, und wer die Drehregler nicht aktiv nutzt, zahlt für Funktionen, die man vielleicht selten braucht. Dem gegenübergestellt jedoch ist die eben angesprochene Vielfalt und Fülle an Möglichkeiten: Egal, was ihr am iPad, am Windows-PC oder am Mac macht, wenn ihr Abläufe regelmäßig wiederholt oder in Programmen immer wieder arbeitet, kann sich das rasch auszahlen. Dementsprechend ist das Stream Deck + für alle im Creator-, Streamer-, Podcaster- und Produktivitäts-Bereich ein mächtiges Werkzeug. Es ist kompakt, anpassbar und erstaunlich wirkungsvoll, sofern ihr euch erst mal damit beschäftigt habt. Meine Empfehlung hat das Elgato Stream Deck + jedenfalls, auch wenn ich es so vorher noch nicht auf dem Schirm hatte!

Wertung: 9.0 Pixel

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