Tineco Floor One S9 Artist Premium Test: Saubere Böden im Eilverfahren

von Mandi 23.07.2026

Der Tineco Floor One S9 Artist Premium ist ein ausgesprochen leistungsstarker Luxus‑Wischsauger. Was macht ihn aus? Lest unseren Test!

Klein, aber oho: Der Tineco Floor One S9 Artist Premium

Tineco positioniert den Floor One S9 Artist Premium (zur offiziellen Website) klar im High-End-Segment der kabellosen Nass-/Trockensauger mit seiner UVP um 899,- Euro, ist aber auch schon um 469,- Euro zu haben. Der Hersteller inszeniert den S9 als Kunst des Home Décors, also als Reinigungsgerät, das nicht im Abstellraum verschwinden muss, sondern sich bewusst als Designobjekt im Wohnraum zeigen darf. Wir sprechen hier von einem besonders hochwertigen, modernen Look und einer Verarbeitung, die optisch eher an ein Hightech-Gadget als an klassisches Putzwerkzeug erinnert. Der Reiniger tritt in einem matten, zeitlosen Silber auf. 

Das Gehäuse lässt sich nur als sehr hochwertig beschreiben: Stabile Kunststoffe, saubere Spaltmaße, nichts wackelt, die Ladestation fügt sich optisch stimmig ins Gesamtbild ein. Besonders auffällig sind das ins Griffstück integrierte LED-Display und eine Effekt-Beleuchtung, die sich am Polarlicht orientiert, ein Detail, das man definitiv als futuristisch-edlen Hingucker bezeichnen kann. Der Floor One S9 Artist Premium ist freistehend konzipiert, sodass er im Raum hingestellt werden kann, ohne an eine Wand gelehnt oder in eine Halterung geklemmt werden zu müssen. Sehr komfortabel, packen wir ihn zunächst erst mal aus!

Aufbau und Bedienung

Der Lieferumfang ist aus der Laiensicht vorbildlich: Ihr bekommt zwei Bodenwalzen, zwei Filter, Reinigungsbürste, Reinigungsmittel, Basisstation und Bedienungsanleitung. Die Montage ist echt schnell erledigt, denn es gilt nur, den Griff einzustecken, die Tanks zu füllen, die Station zu platzieren und ihr seid auch schon fertig. Am Griff sitzen wenige, klar gekennzeichnete Tasten für Ein/Aus, Moduswechsel (Auto, Max, reiner Saugmodus) sowie die Aktivierung der Selbstreinigung an der Station, die Sprachführung und WLAN-Verbindung werden über ein Bedienelement auf der Rückseite des Griffs gesteuert.

Das integrierte Display zeigt Akkustand, gewählten Modus, Tankzustände und WLAN-Status auf einen Blick. Dabei ist festzuhalten, dass auf das erste Hinsehen sehr viel Übersichtlichkeit herrscht und auch Ungeübte nicht überfordert. Perfekt für alle, die sich nicht mit dem Gerät herumschlagen, sondern einfach sauber machen wollen! Die App von Tineco dient vor allem der Feineinstellung: Sprachausgabe, Lautstärke, Feuchtigkeitsgrad und einige Komfortfunktionen sind dort beheimatet, während Statusanzeigen und Reinigungsverlauf ebenfalls einsehbar sind. Die Steuerung des eigentlichen Putzvorgangs bleibt rein am Gerät.

Über die Tineco Life-App

Bevor wir uns dem Tineco Floor One S9 Artist Premium im Alltag widmen, noch ein paar Worte zu euren Möglichkeiten in der Tineco Life-App. Nach dem wirklich unkomplizierten Koppelungsvorgang bekommt ihr auf dem Startbildschirm der App auch schon euren Sauger groß präsentiert. Dabei steht die Zeit seit der letzten Reinigung, was im Alltagsbetrieb manchmal zu unschönen Überraschungen führen kann (ist es wirklich schon so lange her?). Gleichzeitig seht ihr den aktuellen Batteriestand in Prozent, könnt die Toneinstellungen des Geräts konfigurieren sowie die Modusparameter festlegen.

Im Alltag bedeutet das, dass der Sauger entweder laut, leise oder stumm sein kann (wir bevorzugen immer stumm), und das in mehreren Sprachen. Weiters könnt ihr bei den Modi Auto, MAX und Saugen feinkonfigurieren, wie es um die jeweilige Saugkraft und die Sprühkraft des Bodenreinigers stehen soll. Im Punkt „Reinigungsmethode“ dürft ihr dann angeben, ob gerade reines Frischwasser oder eine Reinigungslösung eingefüllt ist. Der Punkt Laufgeschwindigkeit kontrolliert, wie stark der Motor bei Bewegungen mithilft, entweder sanft, normal oder maximal. Einen Reinigungsbericht sowie ein Produkthandbuch gibt es auch auf Wunsch zu sehen, und das war’s.

Die Reinigungsleistung im Alltag

In der Praxis zeigt sich ziemlich schnell, warum der S9 Artist Premium vom Hersteller derart hoch gelobt wird. Ihr bekommt mit dem Gerät eine exzellente Saugleistung, die mit vielen Akkusaugern konkurriert. Staub, Brösel und auch sonstige Bröckchen werden gründlich eingesaugt. Falls er aufs erste Mal nicht gleich Herr eines eingetrockneten Flecks wird (unser Kater Yoshi liebt es, an diversen Stellen in der Küche mit Nassfutter zu patzen), wirkt ein zweiter Durchgang Wunder. Besonders beeindruckend fällt die Performance bei Mischverschmutzungen aus (also trockene Partikel plus Flüssigkeit), weil der Tineco Floor One S9 Artist Premium gleichzeitig saugt und wischt, ohne die Fläche sichtbar zu verschmieren. Einer der großen Praxisvorteile des Geräts liegt in seinem 180‑Grad‑Lay‑Flat‑Design, das heißt, das Gerät lässt sich auf bis zu 180 Grad abwinkeln und quasi flach hinlegen. Gemeinsam mit der SmoothDrive-Technologie reinigt sich euer Boden fast schon wie von selbst!

So kommt das Gerät mit einer Bauhöhe von etwa 12,85 bis 13,5 Zentimetern auch unter niedrige Sofas, Sideboards oder Betten. Das flexible Rohr und der tiefe Schwerpunkt sorgen dafür, dass die Walze auch in dieser flachen Position vollflächig aufliegt und der S9 unter Möbeln ähnlich gründlich arbeitet wie auf freier Fläche. Bei der Kantenreinigung nutzt Tineco ein beidseitiges Edge‑Cleaning‑Design. Die Walze reicht deutlich näher an die Gehäusekanten heran als bei vielen Konkurrenzmodellen, wodurch der Abstand zur Sockelleiste spürbar schrumpft. Etwaige ungewischte Ränder schrumpfen so auf etwa sechs bis neun Millimeter, das ist definitiv als überdurchschnittlich gut zu bewerten. Nach unserem Testzeitraum kann ich nur beeindruckt bestätigen, dass der Tineco Floor One S9 Artist Premium auch an Fußleisten und Möbelkanten sichtbar gründlicher arbeitet als viele klassische Einzelwalzen-Geräte, selbst wenn scharfe 90‑Grad‑Ecken weiterhin ein Nachgehen mit Tuch verlangen.

Für lange Haare und Tiere

Ein weiteres Kernfeature des Tineco Floor One S9 Artist Premium ist das DualBlock Anti‑Tangle‑Design. Zweischichtige Kämme vor der Walze sollen verhindern, dass sich Haare um die Bürste wickeln und den Luftstrom blockieren. Im Praxistest werden Tierhaare und lange Locken vom Sauger makellos erwischt, er nimmt sie zuverlässig auf, ohne dass sich die Walze sichtbar zusetzt. Noch besser, die Haare landen im Schmutzwassertank und werden durch ein Sieb von der Flüssigkeit getrennt. Dabei bleiben lange Haare nicht an der Walze hängen, sondern enden im Tank, wobei sie teilweise am Haarsieb vorbeigehen und dort manuell entfernt werden müssen. Das ist aber kein großes Thema und ein Riesenfortschritt im Vergleich zur älteren Konkurrenz.

Ihr könnt mit einem Tastendruck problemlos durch die vorhandenen Modi schalten. Besonders hervorzuheben ist der iLoop Smart-Sensor, der euch dank Farb-LED an der Front farblich anzeigt, ob kein Schmutz (blau), wenig Schmutz (violett) oder mehr Schmutz (rot) zu bekämpfen ist. Dementsprechend passt er sowohl die Saugleistung als auch den Wasserfluss automatisch an. Hier möchte ich auch noch kurz über die SmoothDrive-Technologie schreiben, denn sie macht das Gewicht des Nassreinigers vernachlässigbar gering. Ihr schiebt in eine Richtung, und die Automatik übernimmt. Sie ist so schlau, dass sogar Kurven erleichtert werden und ihr nicht ausschließlich stur geradeaus fahrt. Man möchte fast schon sagen, dass mit dem Tineco Floor One S9 Artist Premium das Reinigen spaßig wird!

Ausdauer und Selbstreinigung

Beim Energiehaushalt zeigt sich, dass Tineco viel Akku-Kapazität in den Floor One S9 Artist Premium gepackt hat, aber auch einige Kompromisse bleiben. Denn der Hersteller verspricht bis zu 75 Minuten Laufzeit, und im Auto-Modus sind wir eher bei 45 bis 50 Minuten angesiedelt. Das reicht üblicherweise problemlos, denn normalerweise ist vor dem Akkuladen sowieso ein Tankwechsel nötig. Die Ladezeit des Geräts liegt bei knapp vier Stunden, das macht sich aber nur dann bemerkbar, falls ihr länger als besagte 45 bis 50 Minuten zum Bodenreinigen benötigt und eine entsprechende Behausung besitzt. Bei der Lautstärke hängt es natürlich davon ab, wie stark der Modus arbeitet, aber grundsätzlich hält sich das alles im Rahmen.

Der Komfort-Faktor des Geräts steht und fällt mit seiner Selbstreinigungsstation, also wenden wir uns ihr zu. Tineco kombiniert eine Heißwasserspülung der Walze und Leitungen mit einer FlashDry-Heißlufttrocknung, die die Walze innerhalb von etwa fünf Minuten mit rund 85 °C heißer Luft vollständig trocknen soll. In unseren Tests funktioniert das tatsächlich überzeugend: nach einem Selbstreinigungszyklus habt ihr eine trockene, saubere Walze, die im Gerät bleiben kann, ohne muffig zu werden. Lediglich Schmutzwassertank und Filter müssen manuell geleert und gespült werden. Die Selbstreinigung umfasst Walze, Ansaugöffnung, Rohr und Filterbereich, wodurch der manuelle Reinigungsaufwand im Alltag stark sinkt. Sehr umfassend!

Was noch aufgefallen ist

Ergänzt wird das Ganze durch eine Funktion, die beim Aufrichten des Geräts nach dem Stoppen aktiv Restwasser aus der Walze absaugt, um Pfützen und Tropfen auf dem Boden zu vermeiden. Das ist ein höchst interessantes Detail, das insbesondere für Parkettbesitzer definitiv eine Erwähnung wert ist. Gerade bei empfindlichen Böden wie Parkett oder geölten Holzdielen empfinde ich den Tineco Floor One S9 Artist Premium dank fein dosierbarer Feuchtigkeitsabgabe (per App) und der aktiven Restwasser-Absaugung beim Stoppen als einen der besten Parkett-Wischsauger überhaupt: nebelfeucht statt nass, tropffrei und sehr schonend. 

Damit einher geht natürlich eine generelle Eignung für alle Hartböden, die Wasserabgabe ist aber im Standard recht großzügig. Solltet ihr also einen empfindlichen Echtholzboden im Wohnraum haben, wäre es ratsam, bewusst mit moderateren Einstellungen zu arbeiten. Natürlich ist das Produkt kein Dampfgerät, sondern ein klassischer Wischsauger, aber wenn ihr die Feuchte via App-Anbindung bewusst niedrig einstellt, sollte es zu absolut keinen Problemen kommen. Alle anderen müssen sich in Wahrheit um absolut nichts sorgen, sondern geben volles Rohr, erfreuen sich im Anschluss über die sauberen Böden und bewundern den Schmutz im Schmutzwassertank.

Unter der Haube: Jede Menge Technik

Unter der schicken Hülle steckt ein durchaus beeindruckendes Datenblatt: Tineco spricht von 22 kPa Saugleistung und einer Nennleistung von 230 Watt, gekoppelt mit einem iLoop-Smart-Sensor, der Saugleistung und Wasserabgabe automatisch an den Verschmutzungsgrad anpasst. Der Frischwassertank fasst 0,88 Liter, der Schmutzwassertank rund 0,75 Liter, in der Praxis reicht das für etwa 120–130 m² im Automodus, ohne zwischendurch nachfüllen oder entleeren zu müssen. Dazu kommen angetriebene Räder und die SmoothDrive-Technologie, die den Sauger aktiv vorwärts und rückwärts „zieht“, um das hohe Gerätegewicht von rund 5,3 Kilogramm in der Hand kaum spürbar werden zu lassen. Der Frischwassertank sitzt direkt über der Bürste, was den Schwerpunkt nach unten verlagert und den Anpressdruck auf den Boden erhöht. 

Tineco spricht von 28 Prozent mehr Druck im Vergleich zu früheren Stretch-Modellen, was insbesondere auf hartnäckigen Flecken helfen soll. Was gibt es sonst noch? Eine LED-Anzeige zeigt euch jederzeit übersichtlich an, welcher Modus gerade aktiv ist. Da gibt es den Auto-, den Max- und einen reinen Saug-Modus. Bei der Laufzeit spricht Hersteller Tineco von bis zu 75 Minuten, was sich im Auto-Modus eher bei 50 Minuten einpendelt. Die Akkukapazität wird übrigens mit 7 x 6250 mAh angegeben, dieser Verbund ist in etwa viereinhalb Stunden von Null auf Hundert wieder aufgeladen. Und wenn ihr den Tineco Floor One S9 Artist Premium komplett flach hinlegt, kommt er auf eine ungefähre Höhe von 12,85 cm, was für hohe Möbel flach genug ist. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, also wenden wir uns dem Fazit des Testberichts zu!

Eine echte Bereicherung für alle

Gleich vorweg: Mein Fazit richtet sich nicht an das Gerät mit der UVP von 899,- Euro, sondern mit dem Straßenpreis von 469,- Euro. Da der Tineco Floor One S9 Artist Premium sich beim Hersteller-Preis völlig aus dem Markt nimmt, nehme ich an, dass ihr ihn um etwa 500,- Euro oder dergleichen ersteht. Und dann reden wir über Materialqualität, Design, Selbstreinigungskomfort, Sensorik und Fahrgefühl. Hier sahnt der Wischsauger Bestnoten ab: Haushalte mit viel Hartbodenfläche, Kindern, Haustieren und hohem Anspruch an Komfort und Hygiene bekommen mit diesem Produkt eindrucksvoll die besten Reinigungsergebnisse. Er ist kein Dampfreiniger, aber mitunter der beste Nassreiniger, den ihr um dieses Geld erstehen könnt.

Damit einher gehen aber auch seine vorhandenen Kritikpunkte: Sein hohes Gewicht ist im Betrieb kein Thema, sehr wohl aber beim Tragen, die Lautstärke kann hoch werden, und der Akku kann sich nicht im Betrieb auswechseln lassen. Wer so etwas möchte, schaut zur Konkurrenz, und die UVP von 899,- Euro ist trotz aller Features einfach nur utopisch. Doch wenn ihr das Gerät um 300-400,- Euro günstiger bekommt, es wirklich intensiv nutzen und seine Komfortfunktionen ausreizen wollt, dann solltet ihr hier zuschlagen. Der Tineco Floor One S9 Artist Premium kann so nämlich im Handumdrehen zu eurem Haushaltshelden werden, und wie wir feststellen durften, macht damit die regelmäßige Bodenreinigung direkt Spaß. Von welchem Produkt kann man das sonst behaupten?

Wertung: 9.0 Pixel

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