The Persistence (PSVR) im Test: Gruseliges Roguelike

von Mandi 24.07.2018

Kein Spieldurchlauf ist wie der andere – The Persistence nimmt dieses Thema und verbindet es mit Horror und Action. Ist der lang ersehnte PSVR-Titel tatsächlich so facettenreich, oder ist alles der selbe Brei? Lest das Review zu The Persistence! Hier geht’s zur offiziellen Website des Spiels.

Worum geht‘s in The Persistence?

Das Spiel versetzt uns ins Jahr 2521. Das Raumschiff mit dem Namen The Persistence befindet sich 17.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dort ist das Schiff gefangen, unmittelbar in der Nähe eines gigantischen, Interstellar-mäßigen Schwarzen Lochs. Durch die verschiedensten Strahlungen ist so einiges passiert: The Persistence fliegt nicht mehr, der Strom ist weg und somit die Piloten-KI abgeschaltet.

Zimri Eder, ihres Zeichens Sicherheitsbeauftragte, ist die letzte Überlebende. Dank einer Klon-Maschine könnt ihr eine Spielfigur erschaffen, die ihrer DNA nachempfunden ist. Ihr stellt also einen Klon her und macht euch daran, The Persistence wieder zum Laufen zu kriegen. Dabei gilt es, das Raumschiff zu erforschen und Aufgaben zu erfüllen, um den Sprung zurück zur Erde zu schaffen.

Dabei im Weg steht euch allerdings die ehemalige Besatzung des Kolonieschiffs. Durch die Einflüsse von Asteroiden und dem Schwarzen Loch ist das Raumschiff gefüllt mit irren Zombies, die euch auf Sicht angreifen. Natürlich könnt ihr euch zur Wehr setzen oder rundum schleichen, doch leicht ist gar nichts in The Persistence. Glücklicherweise könnt ihr euch Waffen, Schutzanzüge und Zubehör basteln! Trailer gefällig?

Gefangen beim Schwarzen Loch: Eure Optionen

Der letzte Warp-Sprung ging wohl gewaltig in die Hose. Da ihr euch ständig in der Nähe des Ereignishorizonts des Schwarzen Lochs befindet, hat die Strahlung freie Bahn. Eine Fehlfunktion jagt die andere – beispielsweise sind einige Klon-Maschinen damit beschäftigt, ständig mutierte Kopien ehemaliger Kameraden zu erschaffen. Nicht nur das, auch das Raum-Konfigurationssystem des Raumschiffs ist beschädigt.

Jedes Mal, wenn ihr den Deck-Transporter benutzt (das Deck ist eure Basis), werden die Räume des Kolonieschiffs neu angeordnet. Kein Spieldurchgang gleicht dem anderen, und wenn euer Klon stirbt, verliert ihr alles, was er trägt. Allerdings könnt ihr Dinge sammeln, die euch helfen. Fabchips sind dazu da, um Waffen und Aufrüstungen zu bezahlen. Stammzellen verwendet ihr für stärkere Klone nach einem Ableben.

Nicht nur das, ihr dürft damit auch eure Klone verstärken und sie widerstandsfähiger oder leiser machen. Dann sind da noch die gelben Abzeichen, die The Persistence Erebus-Marken nennt. Sie sind eher selten, dafür schalten sie auch neue Waffen frei und verstärken diese. Fabchips, Stammzellen und Erebus-Marken sowie bereits gekaufte Verstärkungen behaltet ihr auch nach dem Tod, Gegenstände gehen flöten.

Aufrüsten in The Persistence

Wie es sich für ein gutes Roguelike-Game gehört, habt ihr jede Menge Optionen beim Verstärken eures Spielerlebnisses. Schafft ihr es, eine andere DNA neben jener von Zimri Eder in die Klon-Maschine zu bringen, könnt ihr fortan gegen Bezahlung in Form von Stammzellen auch Klone von dieser DNA erstellen. In eurem jeweiligen Spieldurchgang kommen euch verschiedene Werkbänke unter.

Der Schusswaffenfabrikator tut genau das – er bietet euch die Möglichkeit, Waffen herzustellen und zu verstärken. Der Nahkampffabrikator lässt euch Messer, Schlagstöcke und dergleichen fabrizieren. Findige BastlerInnen können dank dem Granatenfabrikator explosive Wurfgeschosse erschaffen. Experimentelle Fabrikatoren lassen euch etwa dank Gegenständen die Zeit verlangsamen.

Der DNA-Sequenzierer lässt euch Nahkampfschaden, Lautlosigkeit, die Spezialfertigkeiten oder die Gesundheit eurer Klone erhöhen. Im Ausrüstungsladen dürft ihr dann euer Schild, eure Teleport-Funktion, das Entnahmegerät, euren Supersinn oder euren Raumanzug verbessern. Ihr seht schon: The Persistence bietet mannigfaltige Möglichkeiten, das Spielerlebnis unterschiedlich zu gestalten.

Schleichen oder kämpfen? Die ewige Frage

Während die ersten Kämpfe in The Persistence mit Absicht noch sehr einfach gehalten werden, wird es nach einer oder zwei Spielstunden schon ungemütlich. Ohne die Aufrüstung eurer Lautlosigkeit habt ihr nicht das Gefühl, mit Sicherheit um einen Feind schleichen zu können. Im Kampf eins gegen eins habt ihr meist die Oberhand, doch wenn ihr überrascht werdet und in Panik geratet, geht das nie gut aus.

Meistens dürft ihr selbst entscheiden, wie ihr durch das Raumschiff kommt. Dank der Kriechen-Fertigkeit seid ihr nochmal um ein Stück weit leiser, und die Feinde haben es schwer, auf euch aufmerksam zu werden. Achtet bloß darauf, eure Taschenlampe auszuschalten! Durch die prozedurale Generierung der Levels (jedes Mal ist alles anders) könnt ihr manchmal nicht wählen, und ihr müsst dann kämpfen.

Solange nicht zwei Gegner gleichzeitig auf euch einschlagen, könnt ihr euch gut behelfen. Ausweichen, Schildabwehr oder offensive Nahkampfeinlagen stehen euch zur Verfügung. Meine Favoriten im Kampf sind zweifelsohne die Gravitationswaffe oder die Drohnen-Granate. Während ihr mit ersterer einen wehrlosen Zombie durch die Lüfte schleudert, hilft euch zweitere ungemein dabei, Feinde aus der Ferne zu erlegen.

Ziele und Hindernisse in The Persistence

Generell bietet euch das Game fünf Ziele an. Punkt Nummer eins ist es, den nächsten Warp-Sprung zu berechnen. Daher benötigt ihr Iris, die Künstliche Intelligenz des Raumschiffs. Nummer zwei ist, für die nötige Antriebskraft zu sorgen. Habt ihr das geschafft, müsst ihr die Sensoren neu kalibrieren, bevor ihr euch Zutritt zur Brücke verschafft. All dies ist zu absolvieren, ohne zu sterben!

Dabei ist so viel in The Persistence enthalten, das euch Probleme machen kann. Da gibt es Bodenplatten mit Fehlfunktionen, die beim Drauftreten einen Stromstoß oder eine Explosion auslösen. Ein steter Begleiter ist die Dunkelheit, die ihr zwar mittels Taschenlampe bekämpfen könnt – doch wollt ihr wirklich euren Aufenthaltsort verraten? Sogar Vorratskisten können mit Fallen versehen sein.

Die ehemaligen Crew-Mitglieder verhalten sich prinzipiell vorhersehbar. Wenn ihr sie nur beobachtet, könnt ihr rasch ein Muster feststellen (Metal Gear Solid, bist du‘s?). Doch da das Spiel in PSVR so gut wirkt, ist es schwierig, einen analytischen Spielstil anzuwenden. Nur zu gerne läuft man auf den erstbesten Feind zu, um ihm seine Stammzellen zu rauben! Erst nach dem erneuten Einstieg als neuer Klon ist man klüger…

Die Technik in The Persistence

Das Game bietet euch zwei Modi: Kampagne und Überleben. Da das Überleben erst nach Abschluss der Kampagne freigeschalten wird, werden diesen Modus nicht sehr viele SpielerInnen zu Gesicht bekommen. Das liegt aber rein an der Schwierigkeit und Natur von The Persistence – denn das Game an sich ist grandios gemacht. Die Optik ist für einen PSVR-Titel sehr gut gelungen, mitsamt den Effekten und Umgebungen.

Ja, die Farbpalette ist karg und ein wenig an Dead Space und Konsorten angelehnt, doch was will man im Weltraum auch anderes erwarten? Das Stimmungsbild, welches The Persistence zeichnet, ist fesselnd und lässt euch regelmäßig erschaudern. Daran mitverantwortlich ist der großartige Sound des Spiels. Überall knarrt und knarzt es, die Zombies schlurfen lautstark durch die Gänge – so muss Horror klingen!

Die Steuerung eines Titels ist oft ein unbesungener Held, und The Persistence macht hier so vieles richtig. Türen und Kisten öffnen sich durch Anschauen, auch Gegenstände werden so rasch eingesammelt. Die Controller-Belegung ist äußerst sinnvoll, und die Spielfigur reagiert immer so, wie man es beabsichtigt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Einstellungen, um das Übelwerden zu verhindern. Super!

Klasse Überraschung: Koop-Modus in The Persistence

Im lokalen Spiel können sich eure Freunde mit eurem Spiel verbinden – und zwar über ihr Smartphone oder Tablet. Ladet hierzu einfach die App (iOS/Android) von The Persistence herunter, sie ist gratis verfügbar! Mit dieser App spielt ihr sozusagen einen Sicherheitsbeauftragten. Sobald die Verbindung hergestellt wurde, erhalten Tablet-UserInnen binnen Sekunden die volle Kontrolle über das Game!

So werden sie Gegner an- oder weglocken, Türen öffnen und Fallen entschärfen. Doch zu Beginn können sie nur wenig ausrichten, und zuerst müssen sich die App-UserInnen selbst verstärken. Das System kann Schritt für Schritt verbessert werden, bis hin zu dem Punkt, an dem sie eure Feinde einfrieren können, damit ihr entkommt. Für fast jede Interaktion (Hotspots aufdecken, Fallen entschärfen) bekommen App-UserInnen Punkte.

Doch es gibt auch massig Punkte dafür, wenn euer Klon in The Persistence stirbt! Da hängt es dann schwer von den einzelnen Personen ab, ob ihr nun miteinander oder gegeneinander spielt. Habt ihr euch zuvor abgesprochen, kann man schon mal in den freiwilligen Tod gehen. Aber: Ein kompletter Spieldurchgang der Story dauert an die vier Stunden – ist es nach zwei Stunden wirklich wert, beabsichtigt zu sterben?

The Persistence: Stimmungsvoll und fesselnd zugleich

Auch, wenn der PSVR-Titel nur eine schmale Zielgruppe vorfindet: The Persistence ist richtig gut geworden. Mir persönlich gefällt es, dass das Roguelike-Genre eine klare Erklärung im Spiel bekommt. Nicht nur das, auch die Stimmung passt sofort. Ihr fühlt euch allein und verlassen, bis ihr auf den ersten Zombie trefft. Dann ist euer Überlebensinstinkt gefragt – und ihr versucht krampfhaft, am Leben zu bleiben.

So sammelt ihr Ressourcen und müsst immer wieder mal sterben – das ist nun mal die Krux an Roguelikes. Bevor euer Charakter nicht zumindest respektable Lebenskraft und Verstärkungen erhalten hat, ist an ein Durchspielen nicht zu denken. Wenn man The Persistence etwas vorwerfen will, ist es genau das: Dieses Spiel müsst ihr oft und lang spielen, bevor ihr wirklich mit Erfolgen rechnen könnt.

Steht ihr aber genau darauf, euch jede dauerhafte Verbesserung zu erarbeiten und die Früchte der kleinen Erfolge zu genießen? Liebt ihr das Horror-Genre und kleine Jump-Scares wie in der Dead Space-Reihe? Dann nehmt Platz und besorgt euch The Persistence für PSVR, denn für diese Plattform gibt es nichts Besseres. Alle anderen laden sich die App herunter und „helfen“ im grandiosen Koop-Modus!

Wertung: 8.5 Pixel

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