The Batman Filmkritik: Fragen über Fragen?

von Johannes Hausmair 02.03.2022

Warner Bros lud zur Pressevorführung des neuen DC Superhelden-Epos The Batman ein. Ich war vor Ort und habe mir die englische Fassung ansehen dürfen. Ob der neue Batman Film mit den Vorgängern mithalten kann und ob Robert Pattinson die richtige Wahl für die Verkörperung der Fledermaus ist, erfahrt ihr in meiner Filmkritik.

The Batman Kinostart Österreich

Die Fledermaus ist zurück

Seit zwei Jahren schon durchstreift Bruce Wayne als maskierte Rächer Batman (Robert Pattinson) die dunklen Straßen von Gotham City und versetzt die Kriminellen der Stadt in Angst und Schrecken. Mit Alfred Pennyworth (Andy Serkis) und Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) als einzige Vertraute inmitten eines korrupten Netzwerks von Beamten und hochrangigen Persönlichkeiten hat sich der einsame Rächer unter seinen Mitbürgern als alleinige Instanz der Vergeltung etabliert. Als der Riddler (Paul Dano) die Elite Gothams mit einer Reihe sadistischer Anschläge ins Visier nimmt, führt eine Spur kryptischer Hinweise den dunklen Rächer tief in den Untergrund, wo er auf Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman (Zoë Kravitz), Oswald Cobblepot alias Pinguin (Colin Farrell) und Carmine Falcone (John Turturro) trifft. Während seine Ermittlungen ihn immer näher ans Ziel führen und das Ausmaß der Pläne des Täters deutlich wird, muss Batman neue Beziehungen knüpfen, um den Schuldigen zu entlarven und dem Machtmissbrauch und der Korruption, die Gotham City schon lange plagen, ein Ende zu bereiten.

Noch düsterer und dunkler als zuvor

Regisseur Matt Reeves (Planet der Affen-Franchise) hat eine noch dunklere und unheimlichere Version des DC Superhelden geschaffen, welche sich vor den Vorgängern nicht verstecken muss. Der Stil von Charakteren und der Welt ist um einiges düsterer (und meiner Meinung etwas realer) gestaltet, als beispielsweise bei den Nolan-Filmen. Die Action ist an zweiter Stelle gesetzt und häufig sind langen Szenen und Gesprächen im Fokus. Hauptsächlich sind Batmans Detektiv-Fähigkeiten bei den mysteriösen Mordfällen gefragt. Die zahlreichen kryptischen Hinweise und Rätsel des Ridders führen ihn immer tiefer in die dreckige Unterwelt, wo er dann die Fäuste sprechen lässt. Sequenzen mit Gewalt und Explosionen sind dadurch sehr einzigartig und extrem fesselnd inszeniert. Man merkt das Bruce noch ein junger etwas naiver Batman ist, der neue Anzugfunktionen testet und dann den Asphalt küsst. Er handelt sehr impulsiv und muss oft genug Schläge oder Metall einstecken. Dafür Teilt er aber auch wuchtige Punches aus und zeigt wahre Kampf-Akrobatik mit dem Enterhaken. In diesen schnellen Action-Szenen herrscht kein Schnittfeuerwerk, man kann den Kämpfen und Verfolgungsjagden gut folgen und wird nicht, wie in manch anderen Blockbustern, von zu schnellen Cuts verwirrt. Die orchestrale Musik spielt dabei eine tragende Rolle. Tiefe Klavier-Klänge, dumpfe Gitarren-Laute, pompöse Trompeten-Töne und leise Streicher-Sounds harmonieren toll und untermalen die atemberaubenden Sequenzen perfekt. Die Musik in Kombination mit den tollen Sequenzen amchen den Film zu einem durchwegs anhaltenden spannenden Erlebnis.

The Batman

Copyright: Warner Bros.

Ein phänomenaler Neuanfang

Bekannte Figuren aus dem Batman-Universum wurden mit einer tollen Auswahl an Schauspieler:innen besetzt. Wirklich jede/r Darsteller:in überzeugt in den jeweiligen Rollen. Die Story ist ein stetiges Katz und Maus Spiel zwischen Batman und dem Riddler. Der verrückte Rätselmann hat es endlich wieder mal auf die Leinwand geschafft und diese Version mit der tollen psychotischen Darstellung von Paul Dano macht dem Charakter alle Ehre. Die anfänglichen Zweifel das Robert Pattinson nicht als neuer Batman geeignet ist, widerlegt er in den ersten Minuten des Films. Schon lange ist er nicht mehr der Twilight-Teenie-Schwarm und hat schon in zahlreichen Filmen gezeigt (zuletzt in Tenet, High Life und Die versunkene Stadt Z), wie fassettenreich sein Schauspiel ist. Als Batman beweist er das aufs neue und muss sich keineswegs hinter Christian Bale, Michel Keaton und Co. verstecken.

Das Einzige was ich bemängeln könnte ist die Filmdauer. Mit 176 Minuten, also fast drei Stunden ist der Film etwas zu lange. Zweieinhalb Stunden hätten sich da vielleicht besser angeschaut. Grade gegen Ende hätte man vielleicht die ein oder andere Szene kürzen können. Trotzdem war ich die kompletten drei Stunden gefesselt und gespannt was als nächstes passiert.

"The Batman" Filmkritik-Fazit: "I am vengeance (Ich bin Vergeltung)"

The Batman ist ein absolut spektakulärer Film. Einer der Wenigen aus den letzten Jahren wo ich sage, es lohnt sich ins Kino zu gehen. Er muss sich nicht vor Nolans Trilogie verstecken und bringt eine ganz eigene Art und Vision des Batman-Universums auf die Leinwand. Ich freu auf jeden Fall auf einen möglichen Nachfolger, denn Richtung Ende sieht man ein bekanntes Gesicht – man darf gespannt sein wie es weiter gehen wird!

The Batman startet offiziell am 3.3.2022 in den österreichischen Kinos.

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