Stop Killing Games: EU-Kommission lässt Gamer-Initiative abblitzen
Die weitreichende Initiative Stop Killing Games, die von dem YouTuber Ross Scott ins Leben gerufen wurde, ist auf politischer Ebene gescheitert.
Bye, Stop Killing Games
Das ambitionierte Projekt hatte das Ziel, Videospiel-Publisher gesetzlich dazu zu verpflichten, ihre Spiele am Ende ihres Lebenszyklus dauerhaft funktionsfähig zu hinterlassen. Konkret sollte verhindert werden, dass Spiele mit einem sogenannten Online-Zwang (Live-Service-Games) nach der unvermeidlichen Abschaltung der Server unbrauchbar werden. Nachdem die Petition als Europäische Bürgerinitiative im Juli 2025 die magische Hürde von 1.000.000 gesammelten Unterschriften überschritten hatte, musste sich die Europäische Kommission offiziell mit dem Thema auseinandersetzen. Nun kam jedoch die ernüchternde Entscheidung: Die EU-Kommission lehnte es ab, einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf den Weg zu bringen.
Die komplexen Gründe für diese Ablehnung liegen primär im Urheberrecht und der Lizenzierung. Videospiele sind ein Zusammenschluss zahlreicher verschiedener geistiger Eigentumsrechte von der verwendeten Musik über Middleware-Software-Lizenzen bis hin zu Markenrechten (wie echten Automarken in Rennspielen). Die EU argumentiert, dass man Publisher nicht gesetzlich dazu zwingen kann, ein Produkt für immer verfügbar zu machen, wenn dafür Lizenzen von Dritten benötigt werden, die eventuell bereits ausgelaufen sind. Das Resultat ist ein herber Schlag für Verfechter des digitalen Erhalts von Videospielen. Einerseits war es schon absehbar aufgrund dieses Geflechts an Rechtevergaben, andererseits: Schade. Eure Meinung dazu?
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