Steven Seagal im Vienna Comic Con Interview: Ein Botschafter des Friedens

von Matthias Tüchler 24.11.2019

Alarmstufe: Rot, Nico, Hard to Kill und viele mehr. Ende der 1980er Jahre waren westliche Actionfilme mit Kung Fu und Karate Künsten an der Tagesordnung. Aikido Großmeister Steven Seagal verhalf seine noch unbekannte Kampfkunst auf die große Leinwand und zu einer vielseitigen Karriere. Was Seagal heute über Hollywood denkt, wie er zur Blues-Musik kam und wieso er sich als Botschafter des Friedens sieht, lest ihr im folgenden Interview.

Steven Seagal(c) Daria Bulavina

Das Ticket nach und aus Hollywood

Ende der 1980er Jahre waren westliche Actionfilme mit östlicher Kampfkunst an der Tagesordnung. Karate, Kung Fu und Taekwondo waren längst bekannt und Hollywood brauchte frischen Stoff für packende Kampf-Choreografien. Völlig neu war der amerikanischen Traumfabrik jedoch „Der Weg zur Harmonie der Kräfte“, den wir als Aikido kennen. Eine Kunst, die der in Japan lebende Steven Seagal bis zum 7. Dan gemeistert hatte und die sein Ticket nach Hollywood werden sollte.

Die wenigsten wissen jedoch, dass Seagal vor Aikido bereits erfahren in Kung Fu und über die Jahre auch in Karate und Ju-Jutsu war. Bereits vor seinem Leinwand-Debut faszinierte Seagal das Kung Fu der Shaolin Mönche, die ihre Kunst dem Volk lehrten, um sich gegen die Unterdrückung tyrannischer Herrscher und fremdländischer Übergriffe lehrten. 2021 wird Seagal eine Live-Show über die Shaolin-Mönche und ihre Kunst herausbringen.

Nach seinem Durchbruch mit Nico (orig. ‚Above the Law‚) im Jahr 1988 folgten 1990 mit Hard to Kill und 1992 mit Alarmstufe: Rot Seagal’s größte Erfolge. Nach etlichen Jahren mehr oder weniger erfolgreicher A- bis B-Movies verschwand Seagal langsam von der Bildfläche. Von dem schwindenden Interesse an Seagal’s bevorzugten Filmgenre abgesehen, lag dies vor allem an seiner ausgesprochenen Abneigung gegen die Arroganz Hollywoods gegenüber nicht-amerikanischen Filmproduktionen. Egal ob Hollywood oder „Foreign Movie“ – jeder sollte eine Stimme haben. Eine Einstellung, die sich durch Seagal’s Leben zieht.

Die Stimme des Blues

Noch vor Aikido und Kung Fu entdeckte Seagal seine Leidenschaft für Blues Musik. Im Detroid der späten 1950er Jahre war Blues eine Art, wie die Black Community der aufstrebenden Stahl-Industrie sich von der harten Arbeit ablenkten. Auf eben diesen Terrassen der Stahlarbeiter lernte Seagal von Größen wie BB King und Charlie Hooper, wie man Leid kreativ in Musik ausdrückt.

Steven Seagal(c) ReedExhibitions – DavidBitzan

Brückenbauer und Friedensbotschafter?

In jüngerer Vergangenheit ist Seagal weniger als Schauspieler, Musiker oder Künstler im Allgemeinen aktiv, sondern nimmt eine Art Botschafterrolle ehrenhalber ein. Der gebürtige Amerikaner verfügt sowohl über eine russische, eine serbische als auch über die Staatsbürgerschaft der USA. Seit die russische Regierung im Jahr 2013 auf Seagal zukam, spielte der Schauspieler und Kampfkünstler eine Rolle in Verhandlungen der Waffenindustrie, in angespannte Situationen wie Geiselnahmen sowie in Umweltschutz-Verhandlungen.

Seagal versteht sich in dieser Rolle selbst als Brückenbauer, dem Meinungsfreiheit und auch Umweltschutz am Herzen liegen. Bereits in seinen Filmen spielte Umwelt regelmäßig eine zentrale Rolle und auch politisch ist Seagal engagiert und nimmt regelmäßig an Kongressen und Konferenzen zum Umweltschutz Teil. Angesprochen auf die Bewegung um Greta Thunberg, zeigte Seagal sich empört über die unpassenden Äußerungen gegenüber der jungen Aktivistin von Seiten konservativer Politik wie US Präsident Donald Trump & Co.

Wie diese politisch liberalen Haltungen mit seiner Nähe zur Waffenlobby und zur russischen Führungsriege bis hin zu Präsident Vladimir Putin zusammenpasst, bleibt im Interview unkommentiert. Zu diesem Thema betont Seagal lediglich, wie wichtig harmonisches Zusammenleben auf unserem Planeten sei.

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