Spirit of the North Review: Walking Simulator für Fuchs-Fans

von Matthias Tüchler 07.05.2020

Seit den ersten Trailern hatte Spirit of the North von Infuse Studio unsere Aufmerksamkeit. Immerhin steuert man nicht alle Tage einen hübschen findigen Fuchs durch weitläufige idyllische Landschaften und entdeckt die Geschichte einer alten Kultur Stück für Stück wieder. Wir haben uns angesehen, ob der Exploration-Puzzler ebenso unterhaltsam wie zauberhaft ist.

Spirit of the North erscheint am 7. Mai für Nintendo Switch sowie PC und ist bereits seit November für PS4 erhältlich.

Schöner Fuchs in einem schönen Land

Alle Fuchs-Freunde werden sich freuen, zu hören, dass der vierbeinige Protagonist von Spirit of the North genauso süß und authentisch ist, wie man es sich wünscht. Auch auf der Nintendo Switch ist das rote Fell flauschig und vor allem die Animationen sind gelungen. Der Fuchs tappst und läuft wie ein Fuchs. Er schwimmt und springt (ja, mit der Nase nach unten) wie ein Fuchs. Und er niest, schläft, bellt und schüttelt sich wie ein Fuchs. Zusammengefasst bleibt kein Zweifel daran: Es handelt sich um einen Fuchs wie er im Buche steht.

Doch damit nicht genug! Der sympathische Rotfuchs wird von seinem Spirit-Doppelgänger unterstützt, der mal als Fuchs-Geist, mal als klassisches Irrlicht auf seinen Spuren wandelt und uns im Laufe des Spieles verschiedene Skills freischalten lässt.

Spirit of the North(c) Merge Games

Zweiter Hauptdarsteller des Spiels ist sicherlich die idyllische Landschaft, die an eine Fantasy-Variante von Island erinnert. Man schlendert durch tiefgefrorene Höhlen, streift durch weite offene Fels- und Graslandschaften, puzzelt seinen Weg durch Geysirterrain und erkundet verfallene nordisch angehauchte Ruinen. Auch die Lichtstimmung hat Infuse Studio hervorragend umgesetzt und versetzt uns bzw. unseren vierbeinigen Freund in eine zauberhafte Atmosphäre, die gerade in Zeiten der Isolation für Abwechslung sorgt und zum Durchatmen und Beine vertreten einlädt.

Pilgerfahrt mit Puzzle-Tests

Leider wird die ästhetische Stärke der schönen großen Levels schnell zur größten Schwäche von Spirit of the North. Will Infuse Studio uns einerseits zum Erkunden und Herumstreunen einladen, ist die Lauf-Dauer unseres vierbeinigen Protagonisten jedoch äußerst kurz. So werden Puzzles und optionale Erkundungstouren durch die weitläufigen Gegenden mehr zur Arbeit als zum Vergnügen. Leider sind die Rätsel zumeist auch noch weit verstreut und auf ein simples Finden und Auslösen der richtigen Schalter beschränkt. Kombiniert mit nur geringfügig interessanten Belohnungen für Exploration (vor allem Wandmalereien und Geister-Collectibles) fehlt es Spirit of the North damit an Spielspaß. Für letztere sucht man erst versteckte „Magierstäbe“ und bringt sie zu den versteckten Überresten ihrer früheren Besitzer zurück.

Spirit of the North(c) Merge Games

Teilweise wird diese Bewegungsträgheit durch Level-Featues wie Eisrutschen oder Sprungplattformen sowie durch einen Dash-Skill verringert, zieht sich aber dennoch durch das gesamte Spiel. Auch das Gameplay selbst ist dabei leider etwas träge und zwingt einen dazu, manche Plattformer-Tests zu wiederholen. Ebenfalls keine zu große Hilfe für den Unterhaltungswert des Spiels ist die Story, die sich so subtil zeigt, dass man mehr von einer Andeutung sprechen muss. Damit ihr selbst auf Erkundungstour gehen könnt sei nur so viel gesagt: man folgt einem roten Band im Himmel auf den Spuren einer untergegangenen nordischen Zivilisation.

Charmanter Spaziergang

Durch die beinahe zu großen Level und die eingeschränkte Bewegungsgeschwindigkeit werden die Puzzle-Spaziergänge in Spirit of the North leider oft zu Arbeit. Darüber hinaus sind die Rätsel selbst nicht sonderlich anspruchsvoll sondern verlangen vor allem Ausdauer, um die richtigen Stellen und Schalter zu finden. Auch optionale Erkundungstouren fühlen sich nicht allzu lohnenswert an, da sie nur mit Wandbildern (die eine äußerst subtile Story ausschmücken) und Geist-Collectibles belohnt werden.

Spirit of the North(c) Merge Games

Fun für Fuchs-Freunde

Dennoch fällt es schwer Spirit of the North nicht zu mögen. Die nordischen Areale sind idyllisch und schön, einzelne Bereiche unterscheiden sich deutlich voneinander und Überreste einer Zivilisation tauchen die Welt des Spiels in ein mystisches verträumtes Ambiente. Star des Exploration-Puzzlers ist allerdings eindeutig der vierbeinige Protagonist. Die Animationen und Reaktionen des flauschigen Rotfuchses sind authentisch umgesetzt und auch auf der Nintendo Switch erscheint das Tier aufgeweckt und dynamisch.

Wir legen jedem Fuchs-Freund nahe, sich Spirit of the North ab dem 7. Mai für Nintendo Switch oder auf PC zuzulegen. Lassen euch Füchse jedoch kalt, ist der Puzzler von Infuse Studio kein Must-Play.

Wertung: 6 Pixel

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Michelle

Das Spiel erinnert an „The First Tree“. Das fand ich auch manchmal etwas träge, aber es war schon deshalb nie schlimm, weil das Spiel so kurz war. Ganz am Anfang wollte ich mit meinem Fuchs rennen, damit der sich schneller fortbewegt. Nach einigen Minuten habe ich endlich gemerkt, dass ich die ganze Zeit bereits gerannt bin und die einzige Option war, noch langsamer zu laufen. Daran habe ich mich aber gewöhnt und ich mochte das Spiel.