SIWIQU S6 Multi-Device Dock im Test: Kleiner Hub für die Reise

von Mandi 20.10.2026

Mit dem S6 Multi-Device Dock möchte SIWIQU eine besonders flexible Docking-Lösung für aktuelle Handhelds anbieten. Was kann sie alles?

Zum SIWIQU S6 Dock

Steam Deck, ROG Ally, Nintendo Switch 2 und weitere USB-C-Geräte sollen damit unkompliziert am Monitor oder Fernseher, an Peripherie und am Ladegerät betrieben werden können. Auf dem Papier klingt das nach einer gelungenen Kombination aus Dock, USB-Hub und Statusanzeige! Das Grundkonzept des SIWIQU S6 ist schnell erklärt: Das kompakte Gerät verbindet einen USB-C-Handheld mit HDMI-Ausgabe, USB-Anschlüssen und Stromversorgung. SIWIQU nennt auf der offiziellen Website ausdrücklich die Nintendo Switch, die Switch 2, das Steam Deck und die ROG Ally als kompatible Geräte.

Eine technische Voraussetzung ist allerdings, dass das jeweilige Gerät Bildsignale über USB-C ausgeben kann. Mit Abmessungen von 70 × 19,3 Millimetern und einem Gewicht von 60 Gramm fällt das S6 ausgesprochen klein und leicht aus. Das ist auf Reisen praktisch, macht das Gerät auf dem Schreibtisch aber weniger standfest als schwerere Dockingstationen. Man kann nun sagen, das ist wohl ein notwendiger Kompromiss, denn immerhin will man ja nicht ein schwereres Dock mitschleppen, richtig? Packen wir das Gerät zunächst erst mal aus und sehen es uns genauer an:

Der erste Eindruck

Wie man sieht: Das geringe Gewicht erleichtert den Transport, lässt das Dock mit angeschlossenen Kabeln aber weniger solide wirken. Abgesehen davon? Die auffälligste Besonderheit des S6 ist das integrierte TFT-Display. Es soll den Ladezustand direkt am Dock anzeigen und lässt sich per Tastendruck ein- oder ausschalten. Damit hebt sich das Produkt von vielen einfachen USB-C-Hubs ab, die ihren Status vollständig über das angeschlossene Gerät oder eine kleine LED kommunizieren. Ob der Bildschirm im Alltag tatsächlich einen großen Mehrwert bietet, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Wer das Handheld während des Spielens lädt oder den Ladezustand auf dem Tisch schnell kontrollieren möchte, erhält eine sichtbare Zusatzinformation. Für die eigentliche Bildausgabe oder Datenübertragung ist das Display ein Komfort- und Designelement.

SIWIQU bewirbt die HDMI-Schnittstelle mit einer Ausgabe von bis zu 8K bei 60 Hz. Das ist schon sehr zukunftsorientiert gedacht, denn 8K ist bei uns noch absolut nicht angekommen. Gleichzeitig nennt der Hersteller nur das Steam Deck als mit dieser Ausgabe kompatibel, vermutlich wegen der offiziellen Steam Deck-Website. Im Alltag ist die Einschränkung durch das angeschlossene Produkt jedenfalls besonders wichtig und zu berücksichtigen: Ein Steam Deck, eine ROG Ally oder eine Switch 2 können nicht automatisch 8K-Signale erzeugen, nur weil ein Dock diese Ausgabe unterstützt. In der Praxis ist das S6 daher vor allem als Dock für 1080p- oder 4K-Ausgabe interessant. SIWIQU nennt beim Produkt außerdem VRR-Unterstützung, konkrete Kompatibilitätsdetails zu einzelnen Monitoren, Spielen und Bildwiederholraten bleiben jedoch offen. Alles hat bei uns mit einer Switch 2 funktioniert!

100 Watt hinein, 90 Watt hinaus

Bei der Stromversorgung setzt SIWIQU auf USB Power Delivery mit bis zu 100 Watt Eingangsleistung. Laut Hersteller können kompatible Geräte bis zu 90 Watt über den Hub erhalten. Das klingt zunächst großzügig und bietet theoretisch ausreichend Reserve für leistungsfähige Gaming-Handhelds. Die Zahlen müssen allerdings richtig eingeordnet werden: Das Dock erzeugt keine zusätzliche Ladeleistung und ersetzt auch kein Netzteil. Entscheidend sind das verwendete USB-C-Netzteil, das Kabel, das Power-Delivery-Profil des Handhelds und die Begrenzungen des jeweiligen Geräts. Gerade beim ROG Ally kann die Ladeleistung relevant sein, wenn der 30-Watt-Turbo-Modus genutzt werden soll. Bei anderen Docks weist der Hersteller ebenfalls darauf hin, dass ein geeignetes Netzteil erforderlich ist und die tatsächliche Ladeleistung des Handhelds unter dem beworbenen Maximalwert liegen kann.

Für Datenübertragungen steht ein USB-C-Anschluss nach USB 3.1 Gen 2 mit bis zu 10 Gbit/s bereit. Zusätzlich gibt es zwei USB-A-Anschlüsse, die laut Produktdaten mit 5 V und 1 A spezifiziert sind. Damit lassen sich beispielsweise Controller, Tastatur, Maus, USB-Sticks oder ein Headset anschließen. Die Anschlussauswahl ist funktional, aber nicht besonders üppig. Ein Ethernet-Port fehlt ebenso wie ein Kartenleser und ein zusätzlicher USB-C-Datenanschluss. Wer das S6 als stationären Arbeitsplatz-Hub einsetzen möchte, könnte daher schnell an Grenzen stoßen. Für eine mobile Konsole mit Controller und gelegentlichem USB-Speicher reicht die Ausstattung hingegen vollkommen aus, zumal der schnelle USB-C-Port für moderne Geräte wesentlich interessanter ist als die beiden USB-A-Anschlüsse.

Kein klassisches Stand-Dock

Mit seinem schmalen Gehäuse ist das S6 eher ein kompakter Adapter als eine vollwertige Dockingstation mit großer Geräteaufnahme. Es gibt keinen Schacht, in den ein Handheld hineingestellt wird, und offenbar auch keine breite Ablage, die unterschiedlich dicke Geräte zuverlässig hält. Das reduziert Größe und Gewicht, bedeutet aber, dass das Handheld selbstständig positioniert werden muss. Für die Reise ist diese Bauform ein Vorteil. Das S6 verschwindet problemlos in einer Tasche und kann an unterschiedlichen Geräten verwendet werden. Im Wohnzimmer oder am Schreibtisch ist ein klassisches Stand-Dock jedoch komfortabler, weil das Gerät sauber aufrecht steht und weniger durch Kabelzug verrutscht.

Die praktische Gerätekompatibilität sind Pluspunkte, das leichte, weniger substanzielle Gehäusegefühl kann aber Unmut hervorrufen. Besonders interessant ist das S6 für Besitzer einer Nintendo Switch 2, die nach einer alternativen oder zusätzlichen TV-Docking-Lösung suchen. Bei einer Nintendo-Konsole sollte man trotzdem nicht nur auf die maximale HDMI-Auflösung achten. Kompatibilität kann auch von Firmware, Kopierschutzmechanismen, Stromprofilen und der korrekten Erkennung des USB-C-Docks abhängen. Das SIWIQU S6 Dock hat hier aber problemlos funktioniert und dementsprechend kann ich das Gerät uneingeschränkt für alle Arten von Spielkonsolen und -Handhelds empfehlen.

Verarbeitung und Alltagstauglichkeit

Das Gehäuse besteht aus ABS, Polycarbonat und Acryl. Das ist für ein leichtes Reiseprodukt erwartbar und hilft, die Bauform kompakt zu halten. Eine hochwertige Metallkonstruktion darf man bei diesem Gewicht und dem Preis allerdings nicht erwarten. Gerade bei einem Gerät, das häufig in Taschen transportiert und mit mehreren Kabeln verbunden wird, wären stabile Steckverbindungen und eine rutschfeste Unterseite besonders wichtig. Positiv ist die klare Ausrichtung auf einen unkomplizierten Einsatz: anschließen, Stromversorgung verbinden, HDMI-Kabel einstecken und das Handheld über USB-C koppeln. Ein separates Netzteil gehört laut Lieferumfang jedoch nicht dazu, im Karton liegen lediglich das S6-Dock und eine Anleitung. Wer noch kein leistungsfähiges USB-C-PD-Netzteil besitzt, muss die Gesamtkosten daher entsprechend höher kalkulieren.

Das SIWIQU S6 Multi-Device Dock passt am besten zu all jenen, die ein möglichst kleines Dock für mehrere Handhelds suchen. Wer zwischen Steam Deck, ROG Ally und Switch 2 wechselt, kann von der universellen USB-C-Ausrichtung profitieren. Auch als Reiseadapter für gelegentliche TV-Ausgabe, Laden und USB-Zubehör ist das Konzept überzeugend. Weniger geeignet ist das S6 als vollständiger Ersatz für eine stationäre Dockingstation. Der fehlende Ethernet-Anschluss, die nur zwei USB-A-Ports, die widersprüchlichen HDMI-Angaben und die leichte Bauweise schränken den Anspruch als zentrale Schaltstelle ein. Für einen festen Gaming-Platz mit Monitor, LAN, mehreren Eingabegeräten und externem Speicher wäre ein größeres Dock mit mehr Anschlüssen die bessere Wahl. Ihr seht also: Die Zielgruppe ist zwar definiert, aber recht schmal.

Cleverer Reisebegleiter

Das SIWIQU S6 Multi-Device Dock ist ein interessantes Zubehör für Handheld-Fans, die wenig Gepäck und möglichst viele Einsatzmöglichkeiten wollen. TFT-Anzeige, 100 Watt-PD, USB-C mit 10 Gbit/s und die Unterstützung mehrerer Geräteklassen ergeben ein attraktives Datenblatt. Der günstige Preis rund um die 40,- Euro macht das Konzept zusätzlich interessant, sofern bereits ein passendes Netzteil vorhanden ist.

Seine Schwächen liegen vor allem in den Details: Die HDMI-Spezifikation ist auf der Produktseite nicht konsistent, die Ausstattung bleibt ohne Ethernet und Kartenleser überschaubar, und das geringe Gewicht dürfte stationär nicht allen gefallen. Wer genau diese Einschränkungen akzeptiert, erhält einen vielseitigen und transportfreundlichen Hub. Für anspruchsvolle stationäre Setups bleibt das S6 dagegen eher eine praktische Ergänzung als das endgültige Dock.

Wertung: 8.5 Pixel

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