Sennheiser GSP 370 Test: Unter den Erwartungen

von Stefan Hohenwarter 14.11.2019

Vor rund einem Monat brachte der Audiospezialist Sennheiser mit dem GSP 370 ein neues Wireless-Headset auf den Markt, das ich mir nun einige Wochen genauer angeschaut habe – was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem Sennheiser GSP 370 Test.

Lieferumfang:

  • GSP 370 Wireless Gaming Headset
  • GSA 370 Wireless Dongle
  • Micro-USB-Kabel
  • Bedienungsanleitung

Erster Eindruck

Bevor ich mit der Inbetriebnahme loslege, schaue ich mir Testmuster in Ruhe an – so auch das neue Sennheiser-Gaming-Headset. Wie man es für Sennheiser gewohnt ist, wirkt alles hochwertig – ganz egal ob man den Mikrofonarm (bis auf die Ausnahme, dass es nicht ganz bündig schließt), die Ohrmuscheln oder den Kopfbügel betrachtet. Zudem ist auch alles ziemlich robust und stabil. Nicht, dass man bei Gamingsessions groß am Headset herumreißt, aber es sollte schon etwas aushalten. Im Gegensatz zum wesentlich teureren Sennheiser GSP 670 wirkt alles allerdings nicht ganz so hochwertig, aber das ist auch ok, da das Sennheiser GSP 370 auch viel günstiger ist.

Damit auch ihr euch einen ersten Eindruck verschaffen könnt, hier ein Promo-Video:

Die Anprobe

Nach dem ersten Eindruck setze ich das Headset mal auf, um alles gut an meine Kopfform anzupassen. Dafür bietet das GSP 370 Standardmöglichkeiten wie einen in der Länge verstellbaren Bügel, aber nicht wie das Sennheiser GSP 500 die Option den Anpressdruck des Bügels zu variieren. Und so finde ich persönlich als Brillenträger keine optimale Einstellung für mich, aber dennoch eine durchweg annehmbare. Manche von euch kennen sicher das unangenehme Gefühl von längeren Gaming-Sessions, wenn die Ohrmuschel auf das Ohr und dieses auf den Brillenbügel druckt. Dazu kommt für mich, dass mich die Wärmeentwicklung auf der Ohrmuschel des Hörers stört, obwohl genau dies laut Infotext auf der Sennheiser Produktpage nicht der Fall sein sollte:

„Es kommt mit Ohrpolstern aus zwei verschiedenen Materialien, einer Kunstlederhülle zur Schalldämmung und wildlederartigem Innenmaterial, das den Wärmestau und das Schwitzen um die Ohren herum reduziert.“ (Quelle: Sennheiser Produktpage)

Positiv fällt hier aber das Gewicht auf, denn mit 285g merkt man verhältnismäßig wenig vom Headset am Kopf.

Der Soundcheck & Mikrofon

Beim Soundcheck erhält der Sennheiser GSP 370 Kopfhörer von mir volle Punkte. Typisch Sennheiser kann man sich hier voll auf hochklassigen Sound verlassen. Egal ob Shooter, Gaming-Musik im Hintergrund hören oder sonst was: alles klingt wirklich sehr gut. Anders sieht es hier wiederum beim Mikrofon aus, das wieder auf der Produktpage in den höchsten Töne gelobt wird:

„Wie alle anderen Sennheiser Gaming-Headsets verfügt auch das GSP 370 über ein Noise-Cancelling-Mikrofon in Broadcast-Qualität, das Hintergrundgeräusche aktiv minimiert und durch einfaches Anheben des Mikrofonarms stumm geschaltet wird.“

Das Ein- und Ausschalten des Mikrofons funktioniert in der Tat sehr gut und fühlt sich auch intuitiv an. Aber! Bei mehrfachen Tests mit Zockerkollegen erhielt ich das Feedback, dass meine Stimme „etwas blechern“ klingt. Fällt für manche vielleicht in die Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“, aber ich hätte mir gewünscht, dass das Mikrofon bündig beim Hochklappen abschließt und ich hätte mir statt einem endlos drehbaren Lautstärkenreglerrad auf der Außenseite der Hörermuschel einen Anschlag gewünscht.

Konnektivität

Wie aus der Produktbeschreibung sowie dem Produkttitel hervorgeht, handelt es sich beim GSP 370 um ein Wireless Headset, welches sich über einen USB-Empfänger mit dem Laptop oder der PS4 verbindet. Eine optionale Möglichkeit doch ein Kabel anzuschließen (außer zum Laden des Hörers) gibt es nicht. Wer also einen Klinkenstecker sucht, wird leider keinen finden. Die Wireless-Verbindung ist stabil und hält auch in einer verwinkelten Wohnung so einige aus. Selbst Zimmerwechsel oder der Gang zum Kühlschrank sind kein Problem.

Sennheiser GSP 370 Test: Unter den Erwartungen

Als vor wenigen Wochen das Testmuster in unserem Briefkasten gelandet ist, habe ich mich gleich auf den ausgiebigen Sennheiser GSP 370 Test gefreut. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Sennheiser für die Bereitstellung des Review-Samples. Als Gamer sind mir einige Dinge an einem Headset besonders wichtig: Komfort und Funktionalität. Beides bleibt für meinen Begriff beim Sennheiser GSP 370 etwas unter den Erwartungen. Mir ist durchaus bewusst, dass es sich hier um kein Premium-High-End-Produkt handelt, doch kostet es stattliche 199 Euro (UVP) und deshalb habe ich hier schon einiges Ansprüche. Aufgrund der Einstellmöglichkeiten des Headsets an meine Kopfform, dem Schwitzen auf der Ohrmuschel, aber auch dem Mikrofon gibt es von mir vor allem in Anbetracht des Preises Abzüge. Dass es der Audiospezialist noch besser kann, wissen wir aus unzähligen Beispielen aus der Vergangenheit (z.B. dem PXC 550).

Das mag für manche vielleicht etwas hart sein, aber wie gesagt, sind das für mich die wichtigsten Punkte beim Kauf eines Gaming-Headset. Andere ziehen hingegen die bis zu 100 Stunden Akkulaufzeit oder die Audioqualität als Kernfeatures beim Kauf eines Headset heran und hier punktet das Sennheiser auch bei mir voll. Kurz und knapp: Das Sennheiser GSP 370 ist eine solides und gutes Gaming-Headset, aber leider nicht mehr.

Wertung: 8.0 Pixel

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