Resident Evil 7 Biohazard (PS4) im Test: Der Horror

von Mandi 30.01.2017

Das Gruseln ist zurück! Mit Resident Evil 7 Biohazard zeigt uns Capcom, wie es ist, in Panik zu geraten. Dazu gehört ein ordentlicher PSVR-Support und jede Menge Horror. Lest hier das Review von RE7! Zur offiziellen Website geht es hier.

Was ist neu in Teil 7?

Direkt neu ist der wichtigste Punkt von RE7 nicht, aber dennoch erwähnenswert. Die letzten zwei Ableger delegierten die Resident Evil-Reihe eher zu einem Ballerspiel. Rätsel und andere fordernde Sequenzen wie in den ersten drei Teilen suchte man vergeblich. In Resident Evil 7 Biohazard dreht sich das Spiel aber wieder in Richtung Rätsel und Survival. Endlich!

Wer schwache Nerven hat, wird wohl ohnehin nicht zu einem Resident Evil greifen. NeueinsteigerInnen werden wohl auch kaum mit einem Teil 7 beginnen! Resident Evil 7 Biohazard jedoch legt vom ersten Einschalten an eine irrsinnige Atmosphäre an den Tag. Kleinste visuelle Unstimmigkeiten und Irritationen erzeugen eine Panik, die ihr definitiv mögen solltet.

Neu im Spiel ist die PSVR-Unterstützung, die euch das komplette Game in Virtual Reality erleben lässt. Was soll ich euch sagen – abgesehen von der verminderten Grafikleistung ist die VR-Version von RE7 genial! Gemeinsam mit dem 3D-Sound des Headsets könnt ihr so richtig eintauchen. Ob ihr das bei einem Spiel wollt, das euch schon am Fernseher Angst und Schrecken einjagt…?

Ab in das Horror-Haus

Ihr spielt Ethan Winters, einen ganz normalen Mann, dessen Ehefrau Mia seit drei Jahren vermisst wird. Am Beginn des Spiels bekommt ihr eine E-Mail, in der ihr Mia seht. Ihr sollt sie holen kommen, und zwar in einer Villa, die einst der Baker-Familie gehörte. Ethan wird nach einer Zwischensequenz vor dem Tor dieses Gebäudes abgesetzt, und so fängt der Spaß an.

Ihr spielt Resident Evil 7 Biohazard rein in der Ego-Perspektive. Das macht euch gefühlt hilfloser und vorsichtiger, was wiederum zur Länge der Spielzeit beiträgt. Ihr seht immer nur das, was exakt vor euch ist, eurer Taschenlampe sei Dank. Die ersten fünf bis zehn Minuten sind noch schön hell beleuchtet, aber sobald ihr das Anwesen betretet, spürt ihr die ersten Anzeichen von Angst.

Jack Baker und seine Frau Marguerite sind eure Feinde. Sie sind quasi unsterblich, was dem Ganzen ein wenig den Realismus nimmt. Spätestens beim dritten oder vierten Aufeinandertreffen kann das Prozedere nerven – Panik macht es aber. Ihr wisst einfach, dass ihr nichts gegen sie ausrichten könnt und das sorgt für Puls!

Bleibende Eindrücke in RE7

Dabei sind es nicht nur die beiden menschlichen Gegner, die euch bei Laune (?) halten. Dank des klingenden Untertitels Biohazard gibt es auch Monster, die euch nachstellen. Die Munition allerdings ist recht spärlich gesät, ihr müsst also wie in den guten alten Zeiten haushalten. Panisch herumschießen bringt euch übrigens nichts: Nur gezielte Schüsse halten die Feinde auf.

Türen in RE7 werden selten bis gar nicht in einem Schwung geöffnet. Zunächst wird sie nur leicht aufgestoßen, und dann müsst ihr quasi ganz nahe dran, um sie aufzumachen. Das ist eine kluge Designentscheidung, und das Öffnen lässt euren Blutdruck in die Höhe steigen – jedes Mal wieder. Verbirgt sich etwas dahinter? Kommt wieder etwas, das auf mich springen kann?

Es ist auch erkennbar, dass manche Filme wie Saw einen Einfluss auf Resident Evil 7 Biohazard hatten. Videoaufnahmen sorgen dafür, dass ihr ein Rätsel besser lösen könnt oder geben euch mehr geschichtlichen Hintergrund. Alles in allem kommt die Story sehr gut zusammen, und in knapp zehn bis zwölf Stunden habt ihr alles gesehen, was RE7 bietet. Was für eine Reise!

Steuerung und PSVR

Die ganz Mutigen unter uns können den Titel auch komplett mit der PSVR-Brille in Angriff nehmen. Die Vorteile (und Nachteile) sind klar: Ihr seid mitten im Spiel. Die Grafik erleidet einen Abzug wegen der verringerten Auflösung, der Horrorfaktor erhöht sich aber um ein Vielfaches. Wenn ihr einen Tod erleidet (durch Messer, Kettensäge oder Schaufel), gefriert sich das Blut in euren Adern.

Die Umgebungsdetails wirken nochmals ganz anders als in sicherer Entfernung zum TV-Bildschirm. Schon das bloße Herumlaufen in der Geistervilla kann für Ungeübte zu viel sein – auch ich musste mich erst daran gewöhnen. Die Steuerung mit PSVR ist definitiv anders, die Bewegungen fühlen sich langsamer an. Kämpfe sind auch fordernder, da ihr einfach mehr in Stress geratet – für Horror-Fans ist Resident Evil 7 Biohazard in PSVR eine glatte 10/10!

Die Bosskämpfe, die ihr ab und zu in RE7 erlebt, können ebenfalls nervig sein. Es gibt genau eine bis zwei Strategien pro Bossfight, und auf die müsst ihr kommen. Gemeinsam mit der begrenzten Munition und dem Schusswaffenarsenal, das ihr zur Verfügung habt, habt ihr hier einen weiteren Stressfaktor. Panik, Angst, Stress und Horror: Wenn Resident Evil 7 Biohazard etwas macht, dann Stimmung!

Überwältigende Atmosphäre

Man kann es nicht genug sagen: RE7 macht hier alles richtig. Das Erforschen jagt euch einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Die Feinde sorgen immer wieder für den Schuss Abwechslung, auch wenn sie nicht die cleversten sind, die je über unseren Planeten gewandelt sind. Die Puzzlesequenzen machen es wiederum sehr gut, dass ihr euch verfolgt fühlt.

Manchmal müsst ihr euch tatsächlich vor Feinden verstecken, um danach wieder beim Rätsel weitermachen zu können. Die Kamera-Ansicht sorgt fast schon für Panikattacken, da euer Sichtfeld teils richtig eng wird. Die wohl präparierten Jumpscares bringen euch bis an den Rand der Aufgabe, doch ihr müsst tapfer bleiben. RE7 ist ein gruseliges Spiel, und das müsst ihr wollen.

Die Atmosphäre lebt von der Dunkelheit und den geworfenen Schatten. Die Farbpalette ist richtig schön zwischen braun und dunkelschwarz zu Hause, Korridore präsentierten sich als uneinsichtig und herrlich düster. Der Sound setzt überhaupt Maßstäbe: Alles, was im Haus passiert, hört ihr entweder näher oder von weit entfernt. Gruselige Musik setzt dem Ganzen noch die Krone auf, sie setzt immer im richtigen Augenblick ein.

Resident Evil 7 Biohazard

Resident Evil 7 Biohazard: Absoluter Gruselfaktor

Gleich vorweg: RE7 ist ein grandioses Game, sofern ihr Horror mögt. Wenn ihr zu den SpielerInnen gehört, die bei Schockmomenten den Controller werfen oder die Augen schließen, wird dieses Game eine lange Reise werden. Es ist eines der besten Horrorspiele der letzten Zeit, und gemeinsam mit PSVR das beste Gruselerlebnis überhaupt.

Nicht alles ist eitel Wonne bei Resident Evil 7 Biohazard, das muss man auch sagen. Die teils unsterblichen Gegner, die ihr öfter bekämpfen müsst, wirken irgendwie fehl am Platze. Klar, sie sorgen für Horrorstimmung, aber das hätte man anders lösen können. Die Bosskämpfe sind ebenfalls etwas, was ich nicht gut finde. Wäre RE7 rein bei der Erforschung und Suspense-Stimmung geblieben, gäbe es weniger Abwechslung, aber mehr Horror.

Eure Angst steigt von ganz alleine, während ihr den Titel spielt. Das Game hält euch immer in Atem, und die gut gesetzten Jumpscares sorgen für Schreie. Ihr gewöhnt euch rasch an, jede Tür hinter euch zu schließen, um bei einer Überraschung zumindest etwas vorher zu hören. Rätsel gibt es auch zu lösen – wenn euch das alles anspricht, solltet ihr hier zugreifen. Alle anderen spielen zuvor die Demoversion und bekommen einen ordentlichen Vorgeschmack…

Wertung: 8.5 Pixel

für Resident Evil 7 Biohazard (PS4) im Test: Der Horror