Praetorians HD Remaster Test (PC): Hakelige Neuauflage von 2003

von Mandi 25.05.2020

Mit Praetorians HD Remaster dürft ihr euch ins altertümliche Gefecht stürzen. Ob ihr an der Seite von Julius Cäsar Macht oder eher Langeweile erringt, lest ihr im Review! Zur Website des Spiels geht es gleich hier.

Über Praetorians HD Remaster

Im Grunde hat sich im Vergleich zum Originaltitel (auf GOG.com um 4,49 Euro erhältlich) nichts wesentlich verändert. Ihr spielt drei Einzelspielerkampagnen, in denen ihr die Führung über die Römer, die Barbaren und die Ägypter übernehmen dürft. Wer hier ein Echtzeitstrategie-Spiel wie etwa Age of Empires 2 erwartet, liegt leider falsch. In Praetorians HD Remaster gibt es kaum Ressourcenmanagement zu betreiben, nur eure Truppen. Hier sind natürlich alte Stärken- und Schwächenmuster zu erkennen, die sich auf simple Stärkenvergleiche zurückführen lassen.

Bogenschützen sind aus der Distanz absolut tödlich, beißen aber im Nahkampf rasch ins Gras. Da hilft es nur, schnell das Weite zu suchen oder mit Verstärkung zu arbeiten. Der Schwierigkeitsgrad von Praetorians HD Remaster ist schon auf „Normal“ sehr hoch, da viele Mechanismen in der Kampagne gegen euch arbeiten. Ihr dürft hier nämlich eure Truppen auch in Wäldern verstecken, einen Späher mit seinem Falken so gut wie gefahrlos die Karte aufdecken lassen und verschiedenste Formationen für eure Einheiten ausprobieren und speichern.

Alles auf den Kampf fokussiert

Dadurch, dass es in Praetorians HD Remaster kaum etwas zu errichten gibt, spielt sich die gesamte Taktik-Action im Kampf selbst ab. Hier ist es also absolut notwendig, korrekte Platzierungen vorzunehmen. Wenn also eure Bogenschützen plötzlich in den Nahkampf marschieren oder eure wichtigsten Personen, die ihr eigentlich schützen sollt, eine Suizid-Mission beginnen, wird das Geschehen schnell stressig. Wer sich vor einer größeren Schlacht gut vorbereitet, behält am Ende fast immer die Oberhand Abwechslung in den Missionen gibt es zur Genüge: Mal gilt es, eine strategisch wichtige Brücke zu bauen, jemanden zu eskortieren oder eine Bande zu zerschlagen.

Je weiter ihr in Praetorians HD Remaster kommt, umso wichtiger wird euer Späher. So lassen sich nämlich versteckte Feinde entdecken und die Karte mit dem Nebenl des Krieges aufdecken. Unterschiedliche Einheiten wie etwa Speerkrieger, Reiter oder Infantrie besitzen alle verschiedene Stärken und Eigenheiten. Spezielle Manöver runden das Kampfsystem ab: Wie in Asterix igeln sich römische Legionäre in einer Schildkröten-Formation ein, um Pfeilbeschuss zu entgehen. Habt ihr es mit gegnerischen Reitern zu tun, hilft eine Reihe voller Speere – und nicht selten sind Ablenkungsmanöver extrem sinnvoll.

Mikro-Management? Hier geht‘s lang

In Praetorians HD Remaster dürft ihr eure Truppen mittels Strg+1, Strg+2 und so weiter Zahlen zuweisen. Wenn ihr dann auf die entsprechende Zahl tippt, sind eure Einheiten sofort wieder ausgewählt. Mit Rechtsklick schickt ihr den Trupp auf die Reise, ein Doppelklick mit der rechten Maustaste lässt ihn sprinten. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Eure Einheiten besitzen nur eine begrenzte Ausdauer, und haben eure Mannen keine Luft mehr, sind sie für eine Zeit lang äußerst sinnbefreit. Haltet ihr übrigens die rechte Maustaste gedrückt, könnt ihr sogar die Blickrichtung bei der Ankunft am Zielort einstellen – das ist im Jahre 2020 schon etwas viel des Guten.

Dabei ist diese Mechanik im Spiel sinnvoll, wenn ihr etwa schon von einem Hinterhalt Bescheid wisst oder gewisse Wege überwachen wollt. Schade ist wiederum, dass die Reisegeschwindigkeit sich in diesem Titel nicht an eure Truppen anpasst. Wenn ihr etwa in einem Age of Empires einen Reiter und einen Priester gemeinsam reisen lasst, trabt das Pferd auf der langsamsten Stufe und beide kommen gleichzeitig an. Nicht so in Praetorians HD Remaster – hier sind die schnellsten Truppen immer als Erste vor Ort, was sich in einem Scharmützel wirklich nicht oft rentiert. Leider könnt ihr euren Formationen und Einheiten niemals blind vertrauen, da müsst ihr paranoid bleiben.

Die Technik des Spiels

Auf den ersten Blick hat mir Praetorians HD Remaster gut gefallen. Die isometrische Perspektive, verschiedene Truppen, alles sieht auf Standbildern soweit ganz gut aus. Wenn ihr aber ein paar Stunden mit dem Spiel verbringt, merkt ihr schnell, dass hier wohl nur das Notwendigste gemacht wurde. Ranzoomen ist nicht empfohlen, da zeigen die Texturen schnell mal ein paar Schwächen. Die Effekte wurden zwar an sich überarbeitet, sind aber dennoch gerade mal durchschnittlich gelungen. Was die Zwischensequenz vor der Kampagne angeht, sie ist sogar auf Full HD unscharf – da reden wir noch nicht mal von einer möglichen 4K-Auflösung…

Beim Sound kann ich ebenfalls nur das Prädikat „zweckmäßig“ vergeben. Die Soundeffekte im Kampf sind okay, auch die Samples der einzelnen Einheiten sind gut, aber sehr schnell wiederholend. Was es allerdings mit der Hintergrundmusik auf sich hat, das kann ich nicht beurteilen: Teilweise lenkt die viel zu schnelle Untermalung vom Geschehen ab, passt thematisch nur manchmal und ist für ein Echtzeitstrategiespiel kaum geeignet. Die Steuerung tut mit Tastatur und Maus ihren Dienst, aber es gibt sehr viele Mechaniken, die nicht mehr zeitgemäß sind. Oh, und Praetorians HD Remaster unterstützt zwar Controller, aber … nein. Tut das nicht in diesem Genre.

Fazit zu Praetorians HD Remaster: Etwas frustrierende RTS

Wenn ihr Fans von altertümlichen Schlachten seid, dann könnte Praetorians HD Remaster etwas für euch sein. Denn seien wir ehrlich: Viel mehr bietet das Game nicht. In fast keinem anderen Echtzeit-Strategietitel ist man so auf den Kampf fokussiert, und wenn ihr Gelände, manuelle Formation, Sichtweite und -richtung, Ausdauer, Sondermanöver und Reisegeschwindigkeit auf dem Schirm haben müsst, überfordert das EinsteigerInnen brutal. Hier könnt ihr euch nicht durch wirtschaftliches Denken, kluges, vorausschauendes Bauen oder cleveren Handel einen Vorteil erspielen. Hier geht es nur um den Kampf, und den müsst ihr meistern, ansonsten werdet ihr scheitern.

Wollt ihr das genau so, werden euch die 20 Missionen der Kampagne Spaß bereiten. Auch, wenn Praetorians HD Remaster technisch durchaus schöner hätte ausfallen können, so sieht es auf jeden Fall besser als das Original aus. Wenn euch also der limitierte Fokus auf Schlachten, Hinterhalte, Strategien und Kampfesglück zusagt, dann habt ihr hier euren neuen Taktik-Titel gefunden. Euch darf halt das ewige Mikro-Management all eurer Truppen nicht zur Last fallen, denn diese Mechanik ist meiner Meinung nach nicht gut gealtert. Sucht ihr aber genau so eine Schlachten-Simulation und habt Zeit dafür, dann ist Praetorians HD Remaster genau für euch geeignet!

Wertung: 7.0 Pixel

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