Pokémon Schwert und Schild-Erweiterungspass-Analyse

von Mathias Rainer 12.01.2020

Netter Content für „echte“ Fans

Wie bereits von Mandi im Beitrag zur Erweiterung für Pokémon Schwert und Schild aufgezählt, stellt Entwickler Game Freak einen ganzen Beutel an zusätzlichem Inhalt bereit. Hartgesottene Fans der beiden neuesten Titel greifen zu und können sich die Erweiterungen auch schon im Nintendo eShop vorbestellen. Da dieser DLC inhaltlich gesehen aber ausschließlich „more of the same“ Content bereithält, werden verärgerte oder enttäuschte Fans der 8. Generation von einem zusätzlichen Investment von rund 30 Euro wohl eher absehen.

Ob gewollt oder nicht schaffen Nintendo und Game Freak mit der „Insel der Rüstung“ und den „Schneelanden der Krone“ eine Spielwiese, die nahezu ausschließlich wohlwollenden Pokémon-Trainern eine neue Heimat bieten wird. Einem ausgewählten Kreis an Fans also, welcher technische Unzulänglichkeiten und Mängel an der Story eher verzeiht. Gerade deshalb bietet der für Juni bzw. August angekündigte Erweiterungspass aber einige interessante Merkmale. Eine kurze Analyse der DLC-Inhalte aus der Pokémon-Direct vom 9.1.2020 folgt im nächsten Absatz.

Ein Funke der das Feuer entfacht?

Diese gewisse „Exklusivität“ welche der allererste Pokémon-DLC bieten wird ermutigt Game Freak scheinbar zu einigen, für das Entwicklerstudio untypischen und fast schon waghalsigen, Versuchen. Erstens: man reagiert endlich einmal auf die (zumindest größtenteils) konstruktive Kritik der Fangemeinde und liefert dutzende unserer Lieblings-Pokémon der ersten 7 Generationen samt angepasster Animationen nach. Ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt wurde getan.

Die Information, die mich aber im Zuge der Pokémon-Direct weit mehr erstaunt und ein klein wenig in Euphorie versetzt hat, war jene: „Die Rüstungsinsel und die Kronen-Schneelande sind zwei gute Beispiele für Dinge, an denen wir gerade arbeiten. Beide Gebiete bestehen aus einer nahtlos erkundbaren Karte, ganz so wie die Naturzone der Galar-Region. Hier können sich Spieler frei bewegen und die Kamera nach Wunsch steuern.“ (siehe Timestamp 15:40 im verlinkten Video).

Diese im ersten Moment kleine Information könnte allerdings der erste Stein des Anstoßes sein, der in weiterer Folge eine Lawine der Revolution des Pokémon-Franchises lostreten könnte. Offensichtlich sollen die beiden neuen und eigenständigen (weil abgetrennten) Gebiete für Game Freak eine Testumgebung bieten. Eine Testumgebung für ein Feature, das im Jahr 2020 bei jedem anderen Spiel gar nicht mehr erwähnenswert wäre. Eine freie Kamerasteuerung und eine beliebig erkundbare Welt im Stile eines The Legend of Zelda: Breath of the Wild könnten die ersten Mosaiksteine dessen sein, was sämtliche Taschenmonster-Fanboys als den heiligen Poké-Gral bezeichnen würden: ein zeitgemäßes Pokémon-Hauptspiel!

Klar, bis zum Release des Erweiterungspasses ist es noch eine ganze Weile hin und erst dann werden wir final klären können, inwieweit die bisherigen Ankündigungen wahr gemacht wurden. Selbst dann werden noch einige Game Freak-speziellen Hürden zu nehmen sein. Die angesprochenen technischen Unzulänglichkeiten zum Beispiel oder wie man es schafft, einem Hauptspiel der Reihe endlich mal interessante Charaktere und Story zu verpassen. Vielleicht sollte man George R. R. Martin nach einem Engagement fragen?

Die Infos aus der Pokémon-Direct vom 9.1.2020 sind zumindest sehr vielversprechend und anders als nach dem unmittelbaren Release von Pokémon-Schwert und Schild sehe ich der Zukunft des Franchises wieder optimistischer entgegen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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