Pocketalk S Plus Test: Ja, ich verstehe dich! Endlich!

von Stefan Hohenwarter 26.09.2022

Vielleicht geht es euch wie mir – nach Monaten der Pandemie und den nun immer kühler werdenden Tagen sehnt man sich nach dem nächsten Urlaub möglichst weit weg. Und um möglichst die Zieldestination in ihrer Reinheit und Schönheit erleben zu können, bewegt man sich am Besten abseits der Touristenpfade. Damit einher geht der Umstand, dass Fremdsprachen wie Englisch (vor allem in ländlichen Gebieten) immer seltener werden. Um hier eine Brücke zur einheimischen Bevölkerung zu schlagen und nicht nur mit Händen und Füßen “reden” zu müssen, brachte Pocketalk einen portablen, multifunktionalen Reisebegleiter in den Handel, den ich für euch getestet habe. Was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem Pocketalk S Plus Test.

Lieferumfang

In der kompakten weiß-gelben Box enthalten ist der Übersetzer selbst, ein USB-C-Ladekabel, ein Quickstart-Guide sowie Sicherheits- und Warnhinweise.

Pocketalk S Plus Test

Erster Eindruck

Als ich die Box öffnete, sah ich gleich mal das Herzstück selbst: den Übersetzer. Und dieser versetzte mich gleich mal 10 Jahre in die Vergangenheit. Ich fühlte mich sofort an das HTC Desire erinnert – wie auch das Smartphone verfügt der Pocketalk S Plus Übersetzer über einen zentralen runden Button unter dem Display, eine Kamera auf der Rückseite sowie ähnliche Abmessungen. Ich konnte es kaum erwarten, endlich loszulegen, weshalb ich gleich den Einschaltknopf gesucht habe. Wer mich kennt, weiß, dass ich ungern in eine Anleitung schaue, sondern im ersten Schritt versuche, das Gerät einfach so zu verstehen. Genau da, wo ich den Einschaltknopf erwartet hätte, drücke ich drauf, aber nichts passiert. Auch die anderen Knöpfe machen nichts, weshalb ich dann doch in die Anleitung blicke und siehe da! Alles ist bei bester Ordnung, nur das Gerät muss zuerst aufgeladen werden. Gerade bei einem Übersetzer, den man sich vielleicht auch schnell im Elektronikmarkt irgendwo kauft, wäre es sehr hilfreich, wenn schon eine Grundladung (zb. 30-40%) enthalten wäre. Insbesondere, weil auch kein Ladegerät, sondern nur eine USB-Kabel enthalten ist. Abseits davon ist aber alles bei bester Ordnung. Das Gerät ist gut verarbeitet, handlich und die Bedienelemente klar verständlich sowie leicht erreichbar.

Was kann der Übersetzer?

Die zwei elementaren Kernfunktionen sind meiner Meinung nach das Übersetzen, das noch einfacher gestaltet werden könnte sowie eine Funktion, die mit dem Gerät fotografierte Texte (zb. Zeitungsartikel, Straßenschilder oder ähnliches) übersetzt. Es gibt dann noch Gimmicks wie ein Rollenspiel, einen Währungsumrechner, eine Medaillenübersicht (eine Art Achievementübersicht) und eine Freisprechübersetzung (Beta), für die allerdings zwingend eine WiFi-Connection erforderlich ist. Apropos Konnektivität. Das Gerät kommt mit einer fix verbauten 2-Jahre-Global-Simkarte daher. Sprich, ihr könnt weltweit das Gerät ohne Roaming verwenden!

  • Übersetzung: Die Übersetzung von kurzen Snippets funktioniert sehr gut. Man wählt zuerst die Ziel- oder Empfangssprache aus und bekommt dann die entsprechende Übersetzung vorgesprochen und auch am Display angezeigt. Und jetzt komme ich auch schon zum ABER, denn man muss immer die Ziel- oder Empfangssprache mit einem Pfeilsymbol wechseln, bevor man den “Aufnehmen”-Button drückt, ansonsten bekommt man selbst ausgesprochenen Text gleich nochmals in der eigenen Sprach ausgespuckt. Das kann aber zu einem gelernten Pattern werden. Ich persönlich hätte es nur gut gefunden, wenn das Gerät selbst die Sprache erkennt und dann in die jeweils andere Sprache übersetzt. Die Übersetzung an sich funktionierte mit meinen Testkonversationen im urbanen, aber auch ländlichen Gebiet sehr gut.
  • “Foto”-Übersetzung: Dieses Feature hat sehr gut funktioniert. Mit der eingebauten Kamera macht man ein Foto und man bekommt kurz darauf Übersetzungen der einzelnen Textbausteine präsentiert. In meinem Test hat das ganz gut funktioniert.
  • Rollenspiel: Hier könnt ihr euch in verschiedene “Test”-Situationen begeben und eure Sprachfähigkeiten austesten (z.b. im Restaurant).
  • Einheiten umrechnen: Der Währungsumrechner ist vor allem im “Nicht-EURO”-Raum eine sehr hilfreiche Option, die euch hilft, die Finanzen immer gut im Blick zu haben.
  • Gruppenübersetzung/Freisprechübersetzung BETA: Diese beiden Features sind ebenfalls enthalten, aber da man hier weitere Voraussetzungen (zb. WiFi) benötigt und nicht nur mit einem Gerät verwendet werden können, spare ich diese in meinem Test aus.

Pocketalk S Plus Test-Fazit

Für Leute mit Fernweh, die wenig Fremdsprachenwissen haben, aber dennoch die wahre Kultur der Reiseziel am ganzen Planeten erleben wollen, bietet der Pocketalk S Plus eine tolle Möglichkeit. Das Gerät funktioniert mit 82 Sprachen (eine Übersicht, was bei den einzelnen Sprachen abgedeckt ist, findet ihr hier) und ist dank der 2-Jahre-Global-SIM auch vielseitig ohne Roaming-Probleme einsetzbar. Und das für rund 300 Euro! Es gibt zwar noch Potenzial für weitere Verbesserungen (Handling beim Übersetzen, Ladegerät eventuell sogar mit Steckdosenadapter), aber ihr bekommt hier wirklich ein gutes Gesamtpaket. Falls ihr euch allerdings nicht noch ein weiteres Gerät antun wollt, das womöglich gestohlen wird oder verloren gehen kann, so gibt es seit kurzem auch eine Pocketalk-Smartphone-App (alles weitere dazu, erfahrt ihr hier).

Wertung: 8 Pixel

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