Pixelmator Pro (macOS) Test: Geniale Fotobearbeitung auf dem Mac

von Mandi 15.11.2022

Wir durften Pixelmator Pro, die perfekt auf macOS zugeschnittene Fotobearbeitungs-App, ausgiebig testen. Lest hier unser Review!

In einer Welt, wo die Grafik-Branche zähneknirschend in Richtung Abo-Modelle geht, ist Adobe nach wie vor ein großer Name. Mit der Creative Cloud will das Unternehmen an eure Brieftasche gelangen, so kostet ein reguläres Abo dort 62,47 Euro – und das pro Monat, wohlgemerkt. Student:innen können schon ab 19,50 Euro pro Monat mitmischen, das ist zwar besser, aber immer noch teuer. Ja, ihr bekommt dafür jede Menge Programme und auch Cloudspeicher, doch ist das wirklich das Richtige für Heimanwender:innen, selbst, wenn sie solche Apps viel nutzen? Gegen diesen Wildwuchs will sich Pixelmator Pro (zur App Store-Website des Produkts) stemmen. Ein Einmalkauf um 47,99 Euro ohne Abomodell oder In-App-Käufe ermöglicht es euch, ein richtig starkes Programm zu erstehen.

Über Pixelmator Pro

Das Team hinter Pixelmator Pro, salopp Pixelmator Team (zur offiziellen Website), hat es sich zur Aufgabe gemacht, das führende Fotobearbeitungsprodukt auf macOS anzubieten. Da versteht es sich von selbst, dass diese App jederzeit auf dem neuesten Stand gebracht wird – aktuell ist die Version 3.1 Fortuna, die selbstredend vom ersten Tag an auch mit dem neuesten macOS 13 „Ventura“ kompatibel war. Über 50 Bildbearbeitungswerkzeuge erwarten euch, damit keine Wünsche offen bleiben, egal, worum es sich handelt. Ob Retuschieren, Umformen, Malen, Zeichnen, Hinzufügen von Formen, Texten, Stilen und Effekten, Anpassen von Farben, Auswählen von Bildbereichen, Verschieben und Anordnen von Elementen – alles ist möglich!

Die aktuellste Version bietet Verbesserungen im Bereich des Öffnen von Dokumenten, so gut wie immer öffnet sich jede Datei blitzschnell. Zugleich gibt es nun Unterstützung für AVIF-Dateien, über 200 Designvorlagen für den Schnellstart, aber auch 16 editierbare Mockups. Pixelmator Pro bietet also nicht nur die herkömmlichen Features, die man von einem Bild-Editor so erwarten würde, sondern auch clevere Ergänzungen, die Macs und ihre Power voll nutzen. Highlights an dieser Stelle sind etwa die Funktion, mit einem Klick den Hintergrund von Bildern entfernen zu lassen, oder ML Super Resolution, das ein Bild mal eben auf die neunfache Auflösung hochrechnet. Die Grundlage hierfür ist maschinelles Lernen, das dieses Programm voll ausreizt. Aber alles der Reihe nach.

Der Start in die App

Nach der Installation von Pixelmator Pro über den Mac App Store werdet ihr von einem Fenster begrüßt. Wollt ihr ein völlig neues Projekt starten, oder doch lieber ein vorhandenes Bild (weiter) bearbeiten? Nach dieser Entscheidung seid ihr schon am Arbeitsplatz innerhalb der App angelangt, und ein Blick in die Einstellungen des Programms zeigt, dass ihr hier Anpassungsmöglichkeiten habt. Dies betrifft nicht das generelle Erscheinungsbild (Hell/Dunkel/Systemeinstellung), sondern auch den standardmäßigen Fensterhintergrund und jenen Hintergrund neuer Bildinhalte. Zudem dürft ihr eure Lineale – sofern gebraucht – bis ins Detail anpassen, euren Arbeitsplatz nach Belieben verändern (fünf Standard-Voreinstellungen geben erste Ideen dafür) und weiteres Feintuning betreiben.

Ich persönlich blieb beim Standard-Arbeitsplatz, und nachdem ich mehrere Fotos zugleich geöffnet hatte, war das Ganze wie folgt aufgeteilt: Eine Spalte links hat mir sämtliche Ebenen auf dem aktuellen Bild angezeigt. Diese lassen sich verschieben, ausblenden, umbenennen, löschen, schützen und mehr. Mittig ist in der größten Fläche klarerweise das Foto zu sehen, und oben sind Tabs angebracht, falls ihr gerade mehrere Fotos zugleich geöffnet habt. Rechts befindet sich dann die logisch und übersichtlich angeordnete Werkzeugleiste, die euch jederzeit zur Verfügung stehen. Sobald ihr euch erst einmal zurechtfindet, ist es ein Kinderspiel, zwischen den Tools zu wechseln und sie dann auf den Patienten eurer Wahl anzuwenden. Diese Liste an Funktionen umfasst unter Anderem die folgenden:

Die Features von Pixelmator Pro

Was ihr auch immer mit einem Bildbearbeitungsprogramm anstellen wollt, es ist wahrscheinlich, dass Pixelmator Pro diese Funktion bietet. Nach dem möglichen Start aus 200+ Vorlagen könnt ihr auch die Größe eures Arbeitsplatzes definieren, nicht nur nach typischen Normen und Einheiten, sondern auch nach Größen wie Facebook-Titelbild, Social Media-Beitrag, Postergrößen und mehr. In Tandem mit der Fotos-App von macOS könnt ihr zudem zerstörungsfreie Änderungen aufbewahren, aber auch Stile und Verläufe zu jeder Zeit auf jede Komponente anwenden. Der Auswahl-Cursor kann eckige, runde, Zeilen- und Spalten-Formen annehmen, aber genauso frei, magnetisch und in Polygonen verwendet werden. Sogar nach Farbe kann man markieren, was dem Zauberstab ähnelt.

Ihr dürft dick, fein oder in Pixeln zeichnen, aber auch Flächen rasch mit Farben und Verläufen füllen. Zudem könnt ihr einzelne Objekte auswählen oder Bereiche maskieren, klarerweise könnt ihr auch einzelne Dinge transformieren, wie etwa die Neigung im Raum oder die Perspektive darauf. Im Bereich „Retuschieren“ gibt es eine intelligente Hilfe (ein Pflaster-Symbol) gegen Unreinheiten und rote Augen, aber auch die Features Klonen, Schärfen, Abschwächen, Verwischen, Aufhellen, Abdunkeln, Sättigen und Entsättigen. Dazu gesellen sich Verkrümmen, Ausbeulen, Distorsion und Wirbel, diverse Stift- und Textmodi sowie die Möglichkeit, rasch ein paar Formen wie Pfeile und Sprechblasen, aber auch Piktogramme von Tieren, Pflanzen und wesentlich mehr zu erstellen. 

So clever und so durchdacht

Fast all diese Funktionen treffen auf jeden ernstzunehmenden Bild-Editor zu, also widmen wir uns nun den Themen, die Pixelmator Pro von seinem Mitbewerb so richtig abheben. Zum Einen gefällt mir die Zugänglichkeit, die hier überall ersichtlich ist. Bleibt man mit dem Cursor eine Sekunde über einem Tool stehen, bekommt ihr eine kleine Vorschau spendiert, was ihr damit tun könnt – echt cool! Zum Anderen ist der Fokus auf ML (maschinelles Lernen) ebenso überall erkennbar, so könnt ihr beispielsweise Weißabgleich, Beleuchtung, Farbton, Sättigung und individuelle Farbbereiche in eurem Bild mit einem Klick verbessern. Gefällt euch das Ergebnis nicht, gibt es jederzeit einen „Zurücksetzen“-Button, der die zuletzt gewählte Aktion – erraten – problemlos rückgängig macht.

Dann gibt es eine clevere Funktion namens „Intelligentes Löschen“. Sie ermöglicht es euch, den Hintergrund eines Objektes mit einem Klick zu entfernen, was in der Regel überraschend gut funktioniert, auch bei ungewöhnlicheren Motiven. Weiters ist ML Super Resolution zu erwähnen: Binnen zwölf Sekunden (auf einem Mac mini 2020 mit M1-Chip) wurde ein Foto von 3024 x 4032 auf 9072 x 12096 Pixel hochgerechnet. Die spürbare Qualitätssteigerung kann man gleich im Anschluss im Direktvergleich betrachten, ein Slider lässt euch zwischen dem Original (links) und dem verbesserten Bild (rechts) Unterschiede finden. Wahnsinn! Zieht ihr Fotos auf die Arbeitsfläche, werden die Ebenen gleich als „Jeans“, „Essen“, „Frau“ oder „Möbel“ betitelt. Weiß die App nicht weiter, nimmt sie einfach den Dateinamen des Fotos.

Die Performance von Pixelmator Pro

Das vielleicht Wichtigste zuerst: Pixelmator Pro läuft auf einer Vielzahl von Macs ungeachtet des Formfaktors. Alles, was die App verlangt, ist macOS 11 Big Sur oder aktueller – und dieses Betriebssystem ist halbwegs verbreitet. Immerhin läuft es auf sämtlichen Mac-Geräten ab dem Jahr 2013 (MacBook Air, MacBook Pro und Mac Pro) beziehungsweise dem Jahr 2014 (Mac mini, MacBook iMac, iMac Pro). Allerdings wird die beste Performance auf Produkten mit Apple Silicon-Chip erzielt, das bedeutet sämtliche Macs, die mit einem M1, M1 Pro, M1 Max, M1 Ultra oder M2 ausgestattet sind. Gerade jene Features, die auf maschinelles Lernen zurückgreifen – hier gibt’s eine englische Übersicht -, profitieren immens von diesen Chips, die einen Fokus darauf legen.

In der Praxis war ich durchwegs begeistert. Ich erwartete bei manchen Dingen direkt Ladezeiten und Verzögerungen, doch egal, was ich ausprobiert hatte, es funktionierte verzögerungsfrei. Ob es das Öffnen von komplizierten Projekten mit einer Vielzahl von Ebenen war oder das Ausprobieren von ML-Funktionen: Das macht mit einem Mac mit M1-Chip richtig Spaß. Richtig beeindruckend wird es erst, wenn man sich vor Augen führt, dass ich damit eigentlich die schwächste Konfiguration mit Apple Silicon-Chip ausprobiert habe. Das Erlebnis wird mit einem M1 Pro, M1 Max, M1 Ultra oder M2-Chip nur noch besser! Besonders cool ist es auch, dass die nahtlose Integration mit macOS-Funktionen und der Fotos-App so gut funktioniert. Es gibt sogar englische Online-Tutorials – Hut ab vor dem Pixelmator Team!

Abschließende Worte: Im Sale unbedingt zugreifen!

In einer Welt, in der man als Privatperson Abo-Modellen wie etwa von Adobe gegenübersteht, erscheint einem Pixelmator Pro wie ein Schwung frischer Luft. Für einen Einmalpreis von 47,99 Euro (günstiger als ein Monat im Standard-Abo beim Platzhirschen Photoshop!) bekommt ihr das Produkt, ganz ohne jeden Haken und ohne jeden In-App-Kauf. Regelmäßige Updates sorgen dafür, dass ihr auch weiterhin die State of the Art-Hardware in den aktuellen Macs ausreizen könnt, und gleichzeitig ist das Programm eines der zugänglichsten seiner Art. Selten wurde es Laien so einfach gemacht, komplizierte Vorgänge wie einen automatischen Farbabgleich, das Entfernen von Hintergründen auf Fotos oder das Verbessern von Bildern vorzunehmen. All dies funktioniert mit nur einem Klick!

Es ist ja nicht nur einfach, sondern zudem auch noch blitzschnell. Alles, was ihr tut, vom Öffnen bis hin zum Export eurer fertigen Dateien läuft in Windeseile ab, und da kann man gar nicht anders, als eine große Empfehlung auszusprechen. Egal, ob ihr nun nur ein paar Fotos für ein Fotobuch bearbeitet oder beispielsweise Hunderte Fotos von einer Hochzeit auf Hochglanz poliert: Diese App ist eine große Hilfe! Natürlich ist der Preis von fast 50 Euro für Heimanwender:innen Grund zum Überlegen, ob man so ein Programm nun tatsächlich braucht. Aber das Pixelmator Team bietet in unregelmäßigen Abständen immer wieder Aktionen und Angebote auf seine Produkte an, sodass man in einem solchen Fall fast schon zuschlagen muss. Mit Pixelmator Pro liegt ihr auf keinen Fall falsch!

9.5

Wertung: 9.5 Pixel

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