Need for Speed Hot Pursuit Remastered Test: Im PS-Fieber

von Michi Haid 05.12.2020

Cops gegen Racer? Alle gegen die Zeit und den Gegenverkehr. Ob Need for Speed Hot Pursuit Remastered in der heutigen Zeit noch gut ankommt, erfahrt ihr in diesem Review.

Die Mär von der Remasterei

Das bekannteste und älteste Rennspielfranchise Need for Speed bekommt ein Remaster, und zwar das 2010 erschienene Need for Speed Hot Pursuit. Damals von Criterion Games, jetzt, zum 10-jährigen Jubiläum, von Stellar Entertainment remastered. Die Geschichte kommt euch bekannt vor? Vielleicht weil das schon mal passiert ist und zwar mit Burnout Paradise. 2008 von Criterion Games entwickelt, zehn Jahr später zum Jubiläum von Stellar Entertainment als Remaster auf den Markt geworfen. Und da ein Remaster kein Remake ist, dürfen sich alle, diedas Original damals gespielt haben, nicht zu viele Neuerungen erwarten. Weitere Informationen über das Spiel sind auf der Website, auf Facebook und auf Twitter verfügbar.

Need for Speed Hot Pursuit (Remastered) in a nutshell

Für alle die vor zehn Jahren noch nicht auf der Welt, oder damals noch keine Rennspielfans waren, keinen PC besaßen oder einfach andere Dinge zu tun hatten, für die gibt es hier eine kurze Beschreibung des Spiels.

In Need for Speed Hot Pursuit seid ihr entweder ein Racer oder ein Cop. In der Kampagne spielt man beide Seiten und schaltet auch auf beiden Seiten immer bessere Autos frei. Hin und wieder spielt man alleine und muss eine vorgegebene Zeit unterbieten, ab und zu fährt man ein klassisches Rennen gegen andere RaserInnen und dann gibt es noch die Rennen, wo man gegen andere RaserInnen fährt und auch die Polizei mitmischt. Spielt man auf der Seite des Gesetzes läuft es ähnlich ab, Rennen gegen die Zeit, oder Rennen gegen RaserInnen. Diese sind aber extra spaßig, da man die RaserInnen nur aufhalten kann, wenn man deren Gesundheitsbalken auf null bringt. Dies schafft man mit rammen, aber auch mit Hilfe von Nagelbändern, Straßensperren oder auch durch das Einbeziehen eines Helikopters. Dank der, grundsätzlich furchtbaren, Gummiband-KI, fahren einem die KI-Gegner, wenn man einen Unfall hatte, nicht zu weit weg. Sie bleiben in Reichweite und je näher man dem Ziel kommt, umso eher kann man sie wieder einholen. Auf der einen Seite schmälert das zwar das eigene Fahrkönnen, da man auch bei einer perfekten Fahrt immer wieder von den Gegnern eingeholt wird, bei Unfällen oder nicht ganz so perfekten Rennen ist es jedoch sinnvoll da man sich oft bis zum Schluss noch nach vorne kämpfen kann.

Was ist neu?

Bereits zu Beginn des Spiels wird man gefragt, ob man das Cross-Play Feature aktivieren möchte. Damit könnt ihr gegen eure Freunde antreten, die das Spiel auf der Xbox One, der PS4, dem PC oder auf der Switch spielen. Stimmt ihr dem Cross-Play zu, dann habt ihr auf eurem Autolog, dem EA internen, sozialen Netzwerk, alle eure Freunde drauf. Stimmt ihr nicht zu, tauchen dort nur eure Plattform-konformen Freunde auf. So kann man seinen Freundeskreis auch einschränken.

Sobald man im Hauptmenü ist, und man das Spiel damals schon gespielt hat, dann dürften einem, nach dem Cross-Play Feature, nicht mehr allzu viele Änderungen auffallen. Inhaltlich hat sich aber etwas getan, es sind nämlich alle Haupt-DLCs bereits in der Remastered Version enthalten. EA wirbt damit, dass uns das zusätzlich sechs weitere Stunden Spielspaß und mehr als 30 Herausforderungen beschert.

Ok, Cross-Play und bereits enthaltene DLCs können wir abhaken, jetzt wird es aber dünn an der Änderungsfront. Denn sobald ihr euer erstes Rennen bestreitet, werdet ihr merken, dass sich grafisch nicht viel getan hat. Und wenn ich grafische Änderungen erst mit einer Lupe suchen muss, dann wird das bei einem Spiel aus dem Jahr 2010 unlustig. Wer von der Autobahn in Seacrest County auf die Datenautobahn des World Wide Webs wechselt, kann sich genügend Videos mit Splitscreenvergleichen zwischen der alten und der neuen Hot Pursuit Variante ansehen und sieht, nicht viel. Kaum optisch auffallende Änderungen, zudem wurden auch keine neuen Kameraperspektiven oder, überhaupt, Regeneffekte hinzugefügt.

Somit haben wir hier ein Spiel, dass es vor zehn Jahren auch schon gegeben hat, nur, dass man sich jetzt keine DLCs mehr kaufen muss und es Cross-Play spielen kann. Optisch sieht es aus wie vor zehn Jahren, die Kosten belaufen sich auf 30 bis 40€. Alle, die jetzt sagen, dass er/sie doch nicht blöd sei, um ein schon existierendes Spiel nochmals zu kaufen, nur um Cross-Play zu haben, der hat einen schönen Gedanken, aber EA war schneller. Das Original wurde bereits auf Steam und Origin entfernt.

Never change a winning game

Need for Speed Hot Pursuit hat sich 2010 mehrere Preise für das beste Rennspiel geholt, unter anderem bei den Game Critics Awards und auch bei den Spike 2010 Video Game Awards. Darüber hinaus, und hier kommen wir nun zum absoluten Pluspunkt dieses Spiels, wurde es auch mit einem BAFTA Award für das beste Multiplayer-Spiel, in Zusammenhang mit der coolen Autolog-Komponente, ausgezeichnet.

So gesehen macht es also durchaus Sinn das Spiel für neuere Plattformen zu veröffentlichen und, darüber hinaus, auch noch plattformübergreifend zu machen. Der Multiplayer und die Autolog-Funktion sind die zwei großen Stärken dieses Spiels. Per Autolog bekommt ihr sofort eine Mitteilung, wenn einer eurer FreundInnen eure Bestzeit geschlagen hat. Wer viele Freunde hat, der wird somit auch sehr viel zu tun haben. Ständig ploppt eine Nachricht auf, dass schon wieder mein Rekord gebrochen wurde, das kann ich mir nicht bieten lassen. Und zack, vergeht die eine oder andere Stunde wie im Flug.

Wer nicht nur andauernd die Bestzeiten seiner FreundInnen unterbieten will, der ist im Multiplayer gut aufgehoben. Insgesamt acht menschliche SpielerInnen kämpfen um den ersten Platz, oder um die Zerstörung des restlichen Teilnehmerfelds. Dabei kommen, wie bereits erwähnt, unter anderem Nagelbänder, EMPs und ein Hubschrauber zum Einsatz, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Fast so wie Mario Kart, nur schneller, und mit spektakuläreren Unfällen.

Need for Speed Hot Pursuit Remastered Test-Fazit

Need for Speed gibt es viele. Need for Speed 2 ist nach wie vor meine Lieblingserinnung an dieses Franchise…dieses Intro, alleine dieses Intro und die Showcase-Videos. Egal. Need for Speed Hot Pursuit hat ein Remaster bekommen. Der große Minuspunkt: Im Vergleich zum Original hat sich so gut wie nichts geändert. Der große Pluspunkt: Mittels Cross-Play kann jetzt jeder gegen jeden fahren, und da der Multiplayer und das Autolog-Feature die großen Stützen dieses Spiels sind spricht hier einiges für den Kauf dieses Spiels. Auf der anderen Seite ist es auch ein wenig frech ein zehn Jahre altes Spiel zu nehmen, es „optisch aufbessern“ und dann für 30 bis 40€ zu verkaufen. So sehe ich mich gezwungen für diese Remaster einen ganzen Pixel abzuziehen.

Wertung: 7.5 Pixel

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