Moonlighter – Die Switch-Version im Test

von David Kolb 06.12.2018

Moonlighter erschien bereits Ende Mai, doch das vielseitige Rogue-lite ist nun mit einigen Updates auch auf der Switch erschienen. Gerade auf Nintendos mobiler Konsole kann Moonlighter viele seiner Stärken noch besser ausspielen.

Herzlich Willkommen in Rynoka

Wer von Moonlighter noch überhaupt nichts gehört hat, hier eine kurze Einleitung: Im Spiel übernehmt ihr die Kontrolle des jungen Will, Nachfahre einer angesehenen Händlerfamilie. In der Stadt Rynoka wohnhaft verspricht sich Will, den Ort dank seines unermüdlichen Einsatzes wieder Leben einzuhauchen. Er widmet sich dem Lebensstil der Händler: Schätze aus den nahegelegenen Dungeons holen und anschließend verkaufen.

Das Städtchen Rynoka ist nämlich nahe einer antiken Ausgrabungsstätte angesiedelt. Ihr geht also vor die Tore der Stadt und könnt sofort in einen Dungeon eintreten. Dort versucht ihr, mit verbesserter Ausrüstung und verfeinerten Taktiken immer tiefer zu gelangen.

Neben den Abenteuern, die es zu erleben gibt, muss Will auch die gefundenen Gegenstände zum Verkauf anbieten und deren Preis sorgfältig wählen. So schafft er es im Laufe des Spiels seinen Laden auszubauen und sogar Assistenten anzustellen. Allerdings könnt ihr mit Will nicht nur seinen Shop vergrößern, ihr könnt auch das verfallene Dorf wiederaufbauen.

Alles zufällig

Aber machen wir nochmal einen Schritt zurück und widmen uns den Dungeons. Davon gibt es fünf verschiedene, die alle über mehrere Ebenen verfügen. Wer mit einem 2D-Zelda vertraut ist, wird sich auch hier schnell zurechtfinden. Allerdings gibt es keine Rätsel, nur Geheimnisse und Monster die ihr entdecken könnt. Der besondere Clou daran ist, dass die Dungeons prozedural generiert sind und euch so jedes Mal vor andere Herausforderungen stellen. Durch ein umfangreiches Update wurden 100 neue Raumpatterns hinzugefügt, wodurch die Dungeons und Räume weniger vorhersehbar sind und mehr Abwechslung bieten.

Händlerleben

Theoretisch ist es möglich in einen der Dungeons rein zu gehen und sofort den jeweiligen Boss zu legen. Macht euch aber keine allzu großen Hoffnungen, denn Will ist zu Beginn viel zu schwach ausgerüstet, um es mit stärkeren Gegnern aufzunehmen. Was also tun? Klar, die gelooteten Gegenstände im eigenen Shop verkaufen. Das ist mit ein wenig Trial und Error verbunden, denn am Anfang wisst ihr noch nicht, welcher Gegenstand, wieviel wert ist.

Durch Emoticons eurer Kunden merkt ihr aber schnell, welcher Preis gut, zu teuer oder sogar viel zu billig gewählt wurde. Als Komfortfunktion führt das Spiel Buch darüber (auch über die Reaktionen eurer Kunden), wodurch ihr das nächste Mal denselben Gegenstand zu einem besseren Preis verkaufen könnt. Dieses kleine Minispiel ist zwar eher simpel, fühlt sich jedoch trotzdem ungeheuer befriedigend an, weil ihr den ganzen Krempel aus den Dungeons für viel Bares verhökern könnt.

Das Dorf zum Leben erwecken

Ihr könnt aber gefundene Waffen und Materialien auch behalten und selbst ausrüsten bzw. fürs Crafting verwenden. Für Letzteres müsst ihr aber das Dorf Rynoka unterstützen und mit einer Finanzspritze die HandwerkerInnen, wie Schmied und Hexe zurückholen, damit die ihre Shops eröffnen können. Dann nämlich eröffnet euch das Spiel einiges an Möglichkeiten und ihr könnt in Zukunft mit Bögen, Schild und Schwert, Breitschwertern, Speeren und natürlich Ausrüstung, die euch schneller macht und/oder mehr Lebenspunkte verleiht in den Kampf ziehen.

Durch die zahlreichen Monstertypen mit unterschiedlichen Angriffsmustern ergeben sich so auch neue Strategien, die an die jeweilige Situation angepasst werden müssen. Das und die Sammelwut, die das Spiel in mir auslöst, sind mit Abstand die größte Stärke von Moonlighter.

Moonlighter Facts

Was gibt es sonst noch Neues?

Durch die vier Updates (die auch für andere Plattformen kostenlos erschienen sind) hat Moonlighter einiges an Feinschliff erhalten. Die neuen Raumpatterns habe ich bereits erwähnt, es gibt nun aber auch einige neue Gegenstände und durch ein Halloween-Update auch neue Minibosse. Wenn ihr einen Boss nun ein zweites Mal angeht, kann es nun auch vorkommen, dass ihr bei einem neuen Versuch ganz anderes Loot abstauben könnt. Außerdem wurde auch an Grafik und Sound geschraubt und so soll eure Ausrüstung noch beeindruckender aussehen.

Abenteurer Update

Das „Adventure Update“ versorgt das Spiel mit einem New Game+, womit man nach dem Durchspielen einen neuen, schwierigeren Run starten kann. Dabei gibt es die sogenannten „Dimensional Weapons“ zu finden. Es lassen sich aber auch mächtige Amulette ermitteln, die mit einer unbekannten und mysteriösen Technologie hergestellt wurden. Das Companion Update stellt euch BegleiterInnen zur Verfügung, damit ihr im Dungeon nicht so alleine seid. Diese Helferlein haben nicht nur alle einen eigenen Look, sondern verfügen auch über unterschiedliche Skills. Dank dieser Neuerungen ist das Spiel vielschichtiger und auch abwechslungsreicher geworden.

Moonlighter auch unterwegs

Wie mein Kollege Mandi in seinem Testfazit bereits festgehalten hat, ist das Spiel „super für zwischendurch“. Ein einzelner Spieltag dauert oft nur wenige Minuten in denen ihr auf Monsterjagd geht und dann die gefundenen Güter im eigenen Shop verkauft. Dieser Gameplayloop ist prädestiniert für die Switch, weshalb Moonlighter auf dieser Konsole seine Stärken nochmals besser ausspielen kann. Ein schneller Run im Dungeon ist auch unterwegs möglich, da dieser auch in kurzer Zeit absolvierbar ist. Doch auch der TV-Modus hat seine Berechtigung, denn durch die Lootspirale kann man auch für längere Zeit tief in das Spiel eintauchen.

Fazit Moonlighter

Moonlighter ist, wie es Mandi bereits in seinem Test behandelt hat, ein wunderbares Spiel für zwischendurch. Zwar hatte ich auch einige sehr lange Sessions, aber dann wird das Dungeonabgrasen doch etwas monoton. Am besten dosiert ist das Spiel, meiner Meinung nach, wenn man damit immer wieder eine halbe Stunde bis Stunde verbringt. Auch die Spieltiefe ist durch die Updates absolut in Ordnung. Besonders gut gefällt mir die Grafik, da sie im Pixellook verspielt ist, aber trotzdem alles gut erkennbar bleibt. Auch der Soundtrack verfügt über atmosphärische Melodien, die sich nie in den Vordergrund drängen. Für mich ist Moonlighter ein kleines, feines Indie-Spiel, das mir einige frische Ansätze im alten Gewand präsentiert.

Wertung: 8.2 Pixel

für Moonlighter – Die Switch-Version im Test von David Kolb

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