Monster Hunter World: Iceborne – finaler Tagebucheintrag

von Mathias Rainer 06.07.2020

Capcom erstaunt mich in Monster Hunter World: Iceborne immer wieder aufs Neue. Nachdem der Shara Ishvalda besiegt, die Welt scheinbar gerettet und auch die Erweiterung somit durchgespielt ist, werfen die mich unmittelbar nach dem Abspann sofot in ein neues Abenteuer. Diesmal soll es in die Leitlande gehen, ein wohlgemerkt vollkommen neues Gebiet, auf dem vermutlich noch komplett unentdeckte Monster lauern.

Und tatsächlich! Das neue Areal präsentiert sich zwar in einem altbekannten Gewand, setzt es sich doch aus Versatzstücken der vorangegangenen 6 Klimazonen zusammen, wo der tropische Dschungel nahtlos in Vulkanhöhlen und eisige Gletscher übergeht. Vielmehr werden wir jedoch mit einigen – in diesem Spiel noch gar nicht gesehenen – Monstern überrascht.

Dabei bewegen sich sowohl der Yian Garuga, der Höllenfeuer-Zinogre und auch der Rajang ganz individuelle und sind nicht nur abgekupferte Versionen, wie wir das im DLC ja auch schon gesehen haben. Die Moves der beiden letzteren Monster könnt ihr euch übrigens auch in den kurzen Vorstellungsvideos etwas genauer ansehen.

Das diese Ereignisse nach über 100 Spielstunden mit Monster Hunter World: Iceborne und nach dem Abschluss der eigenlichen Main-Story noch stattfinden, ist für mich einfach unfassbar! Einfach nur großartig natürlich! Ich bin an dieser Stelle einfach nur verblüfft über das Spiel und deren Entwickler, wie viel Content man in in eine Erweiterung gepackt hat. Wenn ein Spiel einmal den Beinamen „Erweiterung“ auch wirklich verdient hat, dann ist es tatsächlich Iceborne.

Ich habe an dieser Stelle mit den Entdeckungen nur ein klitzekleines Problem. Sie kommen zu einem Zeitpunkt, an dem ich mit dem Game nach dem Durchlauf der Credits innerlich schon ein wenig abgeschlossen habe. Der Zenit ist erreicht, die Messe ist gelesen. Ich will gar nicht sagen, dass die neuen Monster jetzt noch zu spät auftauchen. Wann wäre denn ein besserer Zeitpunkt gewesen? Wir haben doch laufend Neuerungen erhalten. Allerdings hat das Spiel einen Abschluss gefunden, genau zu einem Zeitpunkt wo es für mich angefangen hat repetitiv zu werden.

Und mit dem Beginn der neu aufgekommenen Missionen, die natürlich beinhalten, die gefährlichen Kreaturen zu killen, merke ich, dass mich das Game nicht mehr so in seinen Bann zieht. Die Luft ist jetzt – nach über 100 Spielstunden – erst einmal draußen. Also henge ich das Jäger-Dasein an den Nagel. Tschüss, baba Monster Hunter World! Es war eine tolle Zeit! Und vielleicht sehen wir uns ja bei einer spontanen Session mit Gleichgesinnten irgendwann mal wieder. Schließlich wartet Capcom ja auch stätig mit wohlgemerkt kostenlosen Erweiterungen für dich auf. Aber jetzt ist es erstmal an der Zeit ein finales Fazit zu ziehen.

Eines der besten Spiele der 2010er-Jahre

Für alteingesessene Capcom-Fans und jene, die mit dem prinzipiell immer gleich ablaufenden Spielprinzip gut leben können, stellt Monster Hunter World das Paradies auf Erden dar. Beweis dafür ist schon einmal allein die Anzahl an Gamern, die sich -auch Jahre nach dem initialen Release – immer noch mit Groß-Jagras auf diversen Server-Welten kloppen.

Geht man in seiner Rolle als Jäger und Sammler voll auf belohnt einen das Spiel auch mit seiner Vielzahl an Möglichkeiten. Allein die Anzahl an Stunden, die man mit dem Ausprobieren der 14 verschiedenen Waffentypen verbringen kann, ist mehr als so manches Triple-A-Game des vergangenen Jahrzehnts insgesamt aufweist.

Hinzu kommen noch die unzähligen kleinen aber feinen Details, in die viel Entwicklungszeit und -arbeit geflossen ist. Die unterschiedlichen Areale der Welt sind gefüllt mit wirklich einzigartig anmutenden Monstern wie dem Namielle oder dem Pukei-Pukei. All das lässt uns dabei wirklich glauben, dass es sich um real existierende Orte irgendwo auf einer noch nicht entdeckten Insel im Pazifik handelt.

Wobei das wahre Potential sich erst zusammen mit der Erweiterung Monster Hunter World: Iceborne so richtig entfalten kann. Erst dadurch wirkt das Game abwechslungsreich genug, dass sich beispielsweise 10 aufeinanderfolgende Missionen auch wirklich unterschiedlich und einzigartig anfühlen. Ermüdungserscheinungen haben bei mir daher erst nach über 100 Spielstunden und unzähligen spaßigen Abenteuern – allein, aber auch mit Freunden – eingesetzt.

Die paar Euro extra, die Monster Hunter World mitsamt DLC kostet, sind das Geld auf alle Fälle wert. Belohnt wird man als Spieler dafür mit einer faszinierenden Gaming-Experience, vergleichbar ungefähr mit dem Moment, als man sich als Kind zum ersten Mal den Film Jurassic Park angesehen hat. Einfach ein unvergessliches Erlebnis. Kurzum: eines der besten Games des abgelaufenen Jahrzehnts!

Wertung: 9.0 Pixel

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