Indivisible (PS4) im Test – It’s all in your head!

von Max Hohenwarter 15.10.2019

Indivisible, das neue Spiel der Skullgirls MacherInnen von Lab Zero Games, hat es nach erfolgreichem Crowdfunding nun auf die heimischen Konsolen geschafft. Ob der eigenwillige Mix aus Jump and Run, Beat em Up und Metroidvania-Leveldesign etwas taugt, verrät mein Review.

I’m just a teenage dirtbag

So zumindest offenbart sich Indivisible-Heldin Ajna ,als wir sie zuerst kennenlernen. Sie ist eine mürrische Teenagerin, die sich ihrem Alter entsprechend zunächst natürlich wenig um Verantwortung und Pflichten schert. Für die DorfbewohnerInnen, die sie auf die Wichtigkeit jeder noch so kleinen Tätigkeit – und sei es nur Stöckesammeln – für das Gemeinwohl hinweisen hat sie maximal verdrehte Augen und Unverständnis übrig.

Ganz zum Leidwesen ihres Vaters Indr, der sie seit frühester Kindheit zur Kämpferin ausbilden möchte, ist Ajna so überhaupt nicht an Zucht und Ordnung interessiert. Gerne klatscht sie ihm auch mal ein paar Widerworte um die Ohren und wird gar aufmüpfig, wenn es um den Tod ihrer Mutter geht, über den ihr Herr Vater sie bis heute im Unklaren lässt. Soweit typisch Teenie eben.

Quelle: www.indivisiblegame.com

Heading in for revenge…

Als ganz unvermittelt die Truppen des machtgierigen Lord Ravannavar das beschauliche Dörfchen stürmen und verwüsten, ist es vorbei mit jugendlichem Leichtsinn und Ajna wird gar unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zu allem Überfluss verliert Indr bei diesem Angriff das Leben. Nun-Vollwaise Ajna ist aufgrund ihres ungestümen Charakters sofort drauf und dran Dhar, dem Kommandanten von Ravannavars Soldaten, den Gar auszumachen. Doch plötzlich passiert etwas Seltsames. Irgendwie absorbiert Ajna Dhar und fortan ist der verfeindete Kommandeur in Ajnas Kopf, in ihrem inneren Reich gefangen.

Quelle: www.indivisiblegame.com

Beide sind komplett mit der Situation überfordert, doch beschließen sie erst einmal das Beste aus der unverhofften Vereinigung zu machen und sich zu zweit – wenngleich mit gegensätzlichen Zielen – den Weg zu Lord Ravannavar zu bahnen. Dieser Weg führt im Metroidvania Stil durch vom Dschungel überwucherte Tempelanlagen, eine schwebende Festung, über an das Himalaya Gebirge angelehnte Berglandschaften und und und. An Abwechslung fehlt es dem Leveldesign von Indivisible jedenfalls nicht. Zudem zeichnet sich jedes Level durch eine eigene, von Hiroki Kikuta (Secret of Mana) komponierte Melodie aus – einfach malerisch!

Indivisible: Ich, beide und sie

Doch bei dieser Zweisamkeit bleibt es auf der langen Wanderung nicht, denn ohne zu wissen, wie das von Statten geht, saugt Ajnas Kopf bald mehr und mehr KampfgefährtInnen auf. Gut über 20 Reckinnen nisten sich nach und nach während der Storykampagne von Indivisible in Ajnas Hirn ein. Zudem sind zehn weitere Charaktere, teilweise aus anderen Games entlehnte HeldInnen als Post-Launch DLC-Packs geplant und zwar gratis.

Quelle: www.indivisiblegame.com

So gesellen sich bald die notorisch gelangweilte Dschungelhexe Razmi, die ambitionierte Botanikerin Ginseng mit ihrem Begleiter Honey oder der Bogenschütze Zebei und noch viele weitere zur HeldInnentruppe. Solange es nicht darum geht, ihre Wirtin zu verteidigen, knotzen die „Hirngespinnste“ in Ajnas innerem Reich herum.

Indivisible – das kongeniale Kampfsystem:

Apropos verteidigen: Das Kampfsystem von Indivisible ist das wohl innovativste, das mir seit langem untergekommen ist. Es mischt geschickt Beat em Up-Spielweise mit einem Active Time Battle System. Wie funktioniert das? Generell ist jedem/jeder der bis zu vier BegleiterInnen eurer Party eine Taste, also Kreuz, Viereck, Dreieck oder Kreis, zugewiesen. Eure Heldinnen verfügen im späteren Spielverlauf über bis zu vier Ladungen für ihre Attacken. Diese könnt ihr dann entweder rasch nacheinander auf die AngreiferInnen einprasseln lassen oder aber mit einer zeitgleich ausgeführten Stickbewegung nach oben oder unten modifizieren. So wirken SupporterInnen dann entweder Heilzauber, beziehungsweise De-/Buffs oder greifen Nah und FernkämpferInnen aus unterschiedlichen Winkeln an, um die Defensivhaltung von den Monstern zu brechen.

Quelle: www.indivisiblegame.com

Am Anfang ist man ob der ungewohnten Neuheit dieses Kampfsystems noch relativ überfordert. Zu diesem Zeitpunkt reicht für die ersten paar GegnerInnen reines Buttonmashing auch durchaus noch. Später aber entdeckt man dann langsam die Feinheiten dieser Art zu kämpfen, reiht Kombos aneinander, blockt und entfesselt so wirksame Synergien, um auch dickere Brocken klein zu kriegen. Zu den regulären Angriffen beherrscht jede Spielfigur auch noch eine Superattacke. Diese triggert ihr, sobald die sogenannte Iddhi Leiste am oberen Bildschirm voll ist.

 

Indivisible - das Fazit:

Lange ist es her, dass ich ein Spiel gespielt habe, das mich vornehmlich aufgrund seines raffinierten und innovativen Kampfsystems so fesselt, wie Indivisible. Die Damen und Herren von Lab Zero Games haben sich da echt sehr erfolgreich kreativ ausgelebt. Die weitere Präsentation von Indivisible ist aber auch nicht ohne. Der knuffige Anime Stil, wirkt trotz des Einbeziehens diverser kultureller und architektonischer Einflüsse und Epochen wie aus einem Guss. Und auch Ajna, die anfangs nur wie ein weiterer nerviger Teenie wirkt, bekommt zunehmend charakterliche Tiefe.

Die immer wieder eingestreuten Kommentare und teils urkomischen und zynischen Zwiegespräche von Ajna und ihren Inkarnationen zaubern einem oft ein Schmunzeln ins Gesicht. Auch das klassische Metroidvania-Leveldesign, das sich mittels intelligenter Itemprogression erst nach und nach erschließt, motiviert dazu, die teils recht weitläufigen Level nach Nebenquests und weiteren MitstreiterInnen gegen Ravannavar zu durchsuchen.

Indivisible ist ein Indie-Kleinod, das ihr definitiv zocken solltet!

Wertung: 9.2 Pixel

für Indivisible (PS4) im Test – It’s all in your head! von Max Hohenwarter

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