Hyrule Warriors: Definitive Edition (Nintendo Switch) im Test: Riesenschlachten

von Mandi 16.05.2018

Endlich haben es die Hyrule Warriors auf die Nintendo Switch geschafft! Der vormalige Wii U-Titel wurde zunächst für 3DS und nun auch auf die Switch gebracht. Die Hyrule Warriors: Definitive Edition umfasst 29 Helden und jede Menge Prügeleien – mehr im Review! Hier geht’s zur offiziellen Website des Spiels.

Mehr über die Hyrule Warriors: Definitive Edition

Das Action-Spiel enthält sämtliche Karten und alle Missionen aus den vorangegangenen Wii U- und 3DS-Versionen. Ebenso mit von der Partie: Jeder der 29 HeldInnen, mit denen ihr im Verlauf der Hyrule Warriors: Definitive Edition spielen könnt. Außerdem im Paket enthalten sind alle herunterladbaren Premium-Inhalte. Neue Kostüme für Link und Zelda im Stil von The Legend of Zelda: Breath of the Wild warten ebenfalls auf euch. Doch worum geht es überhaupt in Hyrule Warriors: Definitive Edition?

Das Triforce ist aus dem Gleichgewicht geraten, und das Königreich von Hyrule wird von finsteren Mächten bedroht. Dieses Mal steckt die schwarze Magierin Cia dahinter. Gut, dass man nicht alleine ist: Anstatt wie bisher ausschließlich mit dem legendären Link zu spielen, stehen euch nun eine Vielzahl von HeldInnen zur Verfügung. Es gilt, die verschwundene Prinzessin Zelda aufzuspüren, jede Menge Fieslinge zu verprügeln und Festungen einzunehmen. Klingt nicht wie ein klassisches The Legend of Zelda? Richtig!

Viel eher ist Hyrule Warriors: Definitive Edition der Dynasty Warriors-Serie zuzuordnen. Das bedeutet: Ihr spielt mit einem Helden eurer Wahl, schlägt eine Schneise durch die Horden der Gegner, besiegt Festungs- und Stützpunktkommandanten und nehmt so gegnerische Forts und Vorposten ein. Nach und nach erobert ihr so die Karte, um dem Feind auf die Pelle zu rücken. Doch Vorsicht, denn jeder der Hauptbefehlshaber hat einen besonderen Endboss für euch, und auch deren Truppen schlafen nicht…

Im Detail: Was zu tun ist

Der Legenden-Modus von Hyrule Warriors: Definitive Edition wird in Happen erzählt. Jeder dieser Abschnitte stellt einen Teil in den Kapiteln der Story dar und ihr spielt sie als einzelne Missionen. Bevor ihr diese Mission startet, entscheidet ihr euch für eine Figur, die ihr steuern wollt. Sie muss dann noch mit einer Waffe eurer Wahl ausgestattet werden. Alle HeldInnen können mit gewissen Talenten weiter verstärkt werden, was euch teils erhebliche Vorteile verschafft. Ist eure Wahl getroffen? Gut.

Hyrule Warriors: Definitive Edition spielt euch dann eine Einstiegssequenz vor, um das Stimmungsbild zu festigen. Hier werden die Bösen vorgestellt, die es dann in Kürze zu schlagen gilt. Da aber auf eine Sequenz immer eine Schlacht folgt, dürft ihr nicht mit großen Geschichtswendungen und Irrwegen rechnen. (Außer gegen Ende hin, da steuert ihr Helden, die ihr noch nie in einem The Legend of Zelda gesteuert habt.) Nach einer kurzen Übersicht geht es dann auch schon auf in den Kampf aufs Schlachtfeld.

Hier seht ihr eure gewählte Spielfigur in der Third Person-Perspektive, sprich leicht erhöht von hinten. Während des Spielgeschehens reden alle anderen Figuren mit euch, und teilweise sind genau diese Nebengespräche immens wichtig. Während ihr euch also mit den ersten 300 Gegnern anlegt, kann es passieren, dass sich eure Siegbedingungen längst geändert haben. Es ist also eure Pflicht, nicht nur kräftig am Schlachtfeld auszuteilen, sondern auch immer ein Ohr auf die Kommunikation zu haben.

Strategien in Hyrule Warriors: Definitive Edition

Wenn ihr gut aufpasst, erspart ihr euch so manche Laufwege. Da kommen Spezialeinheiten, die ihr aufhalten müsst, oder aber die Gefangenen werden anderswohin eskortiert. Prügelt ihr euch zu lange mit den falschen Gegnern, kann es vorkommen, dass ihr die Runde verliert, weil die Widersacher eure Festung eingenommen haben. Darüber hinaus müsst ihr auf eure Verbündeten achten: Werden sie zu sehr verletzt, flüchten sie vom Schauplatz und auch dann heißt es Game over.

Wollt ihr also nur durch Hyrule Warriors: Definitive Edition durchflitzen und alles so schnell wie möglich hinter euch bringen, wartet Frust auf euch. Das Game lebt von seinen Laufwegen, da abgesehen von diesen nur wenig Substanz zu finden ist. Einfache Fußsoldaten schlachtet ihr durch eine Kombination en masse ab, auch die Vorposten-Kommandanten halten euch nicht lange auf. Einzig und allein in Stützpunkten müsst ihr ein wenig länger verweilen, und die Endbosse sind so oder so sehr knackig.

Im Prinzip gilt es, möglichst schnell die Schwachpunkte der Bosse herauszufinden. Tut ihr das nicht, ist euer Feldzug so gut wie verloren. Auch, wenn ihr nicht immer mit dem Game over-Bildschirm bestraft werdet, so kann es teilweise vorkommen, dass ihr ein und den selben Gegner quer über die Karte jagt. Hier heißt es einfach dranbleiben und die richtige Strategie parat zu halten. Hier wechselt sich Hyrule Warriors: Definitive Edition nahtlos ab: Entweder habt ihr eine Horde an Gegnern zu erledigen, oder den richtigen Feind.

Da ist immer was los

Während ihr euch also auf den Weg zu einer Quest macht, um sie zu erfüllen, kommt teilweise schon eine Nebenaufgabe herein. Es ist zu jeder Zeit euch überlassen, was ihr in welcher Reihenfolge tut. Lasst euch aber gesagt sein: Sobald eure Kompagnons beginnen, um Hilfe zu rufen, solltet ihr alles stehen und liegen lassen. Helft ihr ihnen nicht rechtzeitig, müsst ihr die gesamte Stage von vorne beginnen! Habt ihr einen Level geschafft, hinterlasst ihr in der Regel einen Haufen von besiegten Feinden – 1500 oder mehr sind es für gewöhnlich.

Hyrule Warriors: Definitive Edition ist vom Gameplay her also ein waschechtes Dynasty Warriors. Allerdings steckt hier eine ganze Menge Link und Zelda drin, was sich dann in den Details bemerkbar macht. Die Gegenstände, die ihr benutzen könnt, sind beispielsweise ein Bogen, Bomben oder der klassische Bumerang. Ihr findet diese in Schatztruhen und könnt sie dann für die nächsten Level einsetzen – auch eine Okarina zum Teleportieren ist früh im Spiel aufzufinden.

Wichtig ist auch, dass es keine Sprachausgabe in Hyrule Warriors: Definitive Edition gibt. Dafür werdet ihr mit „Ahh“- und „Ehh“-Rufen vom Feinsten verwöhnt! Auch hier wurde sich streng an die Vorlage aus The Legend of Zelda gehalten. Ihr verbringt pro Stage etwa 20 Minuten im Spiel, bevor ihr entweder den Sieg- oder den Niederlage-Bildschirm betrachten dürft. Ihr müsst übrigens nicht alleine sein, ihr dürft dank Koop-Modus auch zu zweit in die Schlacht ziehen. Das macht wesentlich mehr Spaß als alleine!

Spielmodi und andere Themen

Der oben angesprochene Legenden-Modus führt euch durch die Welt von Hyrule Warriors: Definitive Edition. Alle 29 HeldInnen werden mal da, mal dort angedeutet oder gar spielbar. Im Freien Modus hingegen könnt ihr bereits geschaffte Stages einfach erneut anspielen. Für Highscore-JägerInnen ist das bestimmt ein Traum, allerdings ist der Freie Modus eher nur zum Herumspielen gedacht. Kompetitive Menschen finden sich eher im Herausforderungs-Modus wieder, wo verschiedene Challenges mit einer Wertung abgeschlossen werden.

Der Abenteuer-Modus ist eine gelungene Abwechslung zum regulären Spiel. Hier könnt ihr nämlich ganz andere Ideen aus dem Game ausprobieren – hinter jedem kurzen Game steckt ein anderes Ziel. Mal müsst ihr möglichst viele Monster plattmachen, oder Fragen richtig beantworten, oder einfach nur ein Ziel erreichen. Habt ihr schon ein bisschen Zeit im Spiel verbracht, dürft ihr schlussendlich mehr und mehr in der Galerie betrachten. Auch um eure Feen-GefährtInnen könnt ihr euch kümmern, sie gilt es aber zunächst freizuschalten.

Auch die amiibo-Funktion wird im Titel unterstützt. Da könnt ihr euch verschiedene Waffen holen, aber auch andere Goodies abstauben. Dadurch, dass ihr die Waffen auch verkaufen dürft, könnt ihr relativ schnell an Rubine kommen, die ihr dann wieder für die Aufwertung eurer HeldInnen benötigt. Zu guter Letzt will das Tutorial-System erwähnt werden, denn hier ist unbedingte Pflicht, die blinkende und sich stets verändernde Mini-Map zu beherrschen. Ihr seht, in diesem Ableger gibt es mehr als genug zu tun – doch wie sieht das Ganze aus?

Technische Details und Kleinigkeiten

Grafisch ist Hyrule Warriors: Definitive Edition wirklich gut geworden. Im Handheld-Modus der Nintendo Switch gibt es in 720p ab und zu kleine Ruckler zu sehen, aber auch nur bei effektvollen Spezialattacken oder wenn sich vieles am Bildschirm tut. Am großen Full HD-Screen im Dock bemerkt man davon weniger, ganz gefeit ist der Titel aber nicht vor kleinen Slowdowns. Die cineastischen Intros von Bossgegnern sind eindrucksvoll gelungen, und es macht optisch richtig viel Spaß, sich hier durchzuschnetzeln.

Die Sounduntermalung ist ganz in Ordnung. Die Hintergrundmusik passt jederzeit zu den Themen, die ihr seht. Natürlich wurde sich an gewisse Titel aus The Legend of Zelda angelehnt, doch so viel Action gibt es nur in Hyrule Warriors: Definitive Edition. Die Schreie und Angriffseffekte wurden gut umgesetzt, viel mehr dürft ihr allerdings nicht erwarten. Sprachausgabe gibt es keine, ihr müsst euch also nicht darauf einstellen, Link und Zelda plötzlich sprechen zu hören!

Der einzige wirkliche Wermutstropfen ist, dass die Benutzeroberfläche von Hyrule Warriors: Definitive Edition einfach überladen ist. Die Minikarte rechts oben im Bild blinkt vor lauter Markern, und sie sind nicht ausreichend voneinander abgegrenzt. Ihr könnt in der Geschwindigkeit nicht unterscheiden, ob es sich nun um eine Haupt- oder Nebenquest handelt, und lauft dann gerne mal in die falsche Richtung. Wenn das eure Schlacht zu euren Ungunsten entscheidet, wird schon mal der eine oder andere Laut der Unflat ausgerufen.

Hyrule Warriors: Definitive Edition: Definitiv Dynasty Warriors

Für alle The Legend of Zelda-Fans sei hier gesagt, dass dies kein echter Zelda-Titel ist. Ihr habt hier mit Stufenaufstiege zu tun, könnt Talente ausbauen und müsst Waffen finden und ausrüsten (oh, hallo, Breath of the Wild). Hier gilt es zu gleichen Teilen die Kunst der Strategie anzuwenden, im gleichen Atemzug aber Hunderte und Tausende von Gegnern durch die Luft zu wirbeln. Die Spezialattacken sind bildgewaltig und machen auch beim x-ten Angriff noch Laune.

Wenn ihr also nach einem harten Tag abschalten wollt und möglichst viele Feinde leiden lassen wollt, ist Hyrule Warriors: Definitive Edition wie geschaffen für euch. Grundsätzlich macht der Crossover mit Link und Konsorten mehr Spaß, als ich ihm anfänglich zugetraut hatte! Manche Frustmomente sind aber leider nicht zu vermeiden. Vordergründig musste ich fluchen, weil ich bei gewissen Anweisungen nicht schnell genug reagiert hatte oder von der Benutzeroberfläche überfordert war.

Dieses Game ist ein waschechter Ableger der Dynasty Warriors-Reihe geworden. Mit all seinen Vor- und Nachteilen ausgestattet reiht sich Hyrule Warriors: Definitive Edition nahtlos in diese Serie ein. Habt ihr also kein Problem, etwas repetitives Kämpfen ohne viel Geschichte mit den Charakteren von The Legend of Zelda durchzuführen, ist das euer Traumtitel. Vor allem der Koop-Modus kann hier überzeugen, nichts geht darüber, zu zweit durch die Feindeshorden zu fegen. 

Wertung: 8.0 Pixel

für Hyrule Warriors: Definitive Edition (Nintendo Switch) im Test: Riesenschlachten von Mandi

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