HyperX Origins 2 1800 im Test – Wenn Gaming auf Customizing trifft
Mechanische Tastaturen sind längst mehr als bloße Eingabegeräte. Während Gaming-Hersteller jahrelang mit RGB-Beleuchtung, höheren Polling-Raten und neuen Schaltern um die Gunst der Spielerinnen kämpften, entwickelte sich parallel eine Enthusiast*innen-Szene, in der Klangbild, Tippgefühl und Individualisierung im Mittelpunkt stehen. Mit der Origins 2 1800 versucht HyperX nun, beide Welten miteinander zu verbinden.
Das Ergebnis ist keine klassische Gaming-Tastatur, wie man sie von HyperX bislang kannte. Stattdessen präsentiert sich die Origins 2 1800 als stark modulares Keyboard, das sich deutlich stärker an aktuellen Trends der Mechanical-Keyboard-Community orientiert als viele Konkurrenzprodukte.
Gaming like it‘s 1800/96
Bereits beim ersten Blick fällt das sogenannte 1800 – manchmal auch 96% – Layout auf. Dabei handelt es sich um ein kompaktes 98-Tasten-Design, das nahezu sämtliche Funktionen eines Full-Size-Keyborads bietet, gleichzeitig aber deutlich weniger Platz auf dem Schreibtisch benötigt, so dass auch noch die obligatorische Flasche Hackerbrause easy Platz hat. Einige Funktionen wandern auf eine FN-Ebene, im Alltag entsteht daraus jedoch kaum ein Nachteil. Wer regelmäßig mit Tabellen arbeitet oder den Nummernblock nicht missen möchte, bekommt hier einen gelungenen Kompromiss aus Platzersparnis und Funktionalität.
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Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Hersteller auf 75- oder 65-Prozent-Layouts setzen, wirkt die Entscheidung für ein 1800-Layout angenehm praxisnah. Die Tastatur bleibt kompakt, ohne Nutzer*innen von Full-Size Schlachtschiffen zu zwingen, liebgewonnene Funktionen aufzugeben.
Kein Meddl, Leude!
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Die eigentliche Besonderheit der Origins 2 1800 steckt allerdings unter den Tastenkappen. HyperX hat die Tastatur konsequent auf Anpassbarkeit ausgelegt. Die verbaute Hot-Swap-Platine erlaubt den Austausch von Schaltern ohne Lötkolben und unterstützt sowohl 3- als auch 5-Pin-Switches. Wer mit den vorinstallierten Schaltern nicht zufrieden ist oder einfach experimentieren möchte, kann das Keyboard mit wenigen Handgriffen an die eigenen Vorlieben anpassen. Magnetische Hall-Effekt- oder gar optische Switches könnt ihr mit der Origins 2 1800 aber nicht verwenden.
Die modulare und mit wenigen Schraubendrehern wechselbare Gehäusekonstruktion ist dafür wieder ein ganz großer Pluspunkt für Individualist*innen. HyperX bietet dafür derzeit Housing-Varianten in vier transparenten Farben an. Dieser Ansatz ist in der Gaming-Sparte bislang eher selten anzutreffen und zeigt deutlich, welche Zielgruppe HyperX mit der Origins 2-Serie ansprechen möchte. Im Gegensatz zur Alloy-Serie gibts hier allerdings (noch) kein Gehäuse aus Aluminium.
Überraschend angenehmes Tippgefühl
Auch technisch orientiert sich die Tastatur stärker an modernen Enthusiast*innen-Keyboards als an klassischen Gaming-Modellen. Im Inneren kommen eine Polycarbonat-Platte, eine Silikon-O-Ring-Halterung, sowie zusätzliche Dämpfungselemente zum Einsatz. Ziel dieser Konstruktion ist es, Vibrationen und störenden Nachhall zu reduzieren. HyperX verspricht dadurch ein tieferes Klangbild und ein angenehmeres Schreibgefühl, was ich durchaus bestätigen kann.
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Im Einsatz macht sich dieser Aufbau tatsächlich bemerkbar. Die Tastatur besitzt eine leichte Nachgiebigkeit beim Tippen und wirkt akustisch deutlich kontrollierter. Zwar bewegt sich die Origins 2 1800 damit noch nicht auf dem Niveau hochpreisiger Custom-Builds, für eine Gaming-Tastatur ist das Tippgefühl jedoch ausgesprochen gelungen.
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Verbaut sind werkseitig geschmierte HyperX Linear Red Switches mit einer Auslösung bei 1,8 Millimetern. Die Schalter arbeiten angenehm leichtgängig, reagieren schnell und eignen sich sowohl für kompetitives Gaming als auch für längere Schreibsessions. Dank der POM-Half-Wall-Stems sollen zudem Stabilität und Langlebigkeit verbessert werden. HyperX gibt die Lebensdauer mit bis zu 80 Millionen Anschlägen an.
Wenn ich groß bin, werd ich E-Sportler*in
Trotz aller Customizing-Ambitionen vergisst HyperX die Gaming-Zielgruppe nicht. Die Origins 2 1800 unterstützt eine Polling-Rate von bis zu 8.000 Hz und übermittelt Eingaben entsprechend bis zu 8.000 Mal pro Sekunde an den PC. Ob der Unterschied zu einer herkömmlichen 1.000-Hz-Tastatur für Casual-Gamer*innen im Alltag tatsächlich spürbar ist, wage ich zu bezweifeln, aber gut zu wissen, dass auch Menschen mit E-Sport-Ambitionen mit der Origins 2 1800 zukunftssicher einkaufen. Dennoch zeigt das Feature, dass HyperX auch bei den technischen Eckdaten keine Kompromisse eingehen möchte. Bei einem Preis von durchschnittlich 100 Euro ist der Einstieg ins Keyboard Customizing damit auch erschwinglich
Hinzu kommen N-Key-Rollover, stark anpassbare RGB-Beleuchtung und die Möglichkeit, Makros sowie verschiedene Profile über die NGENUITY-Software zu verwalten. Bis zu drei Profile lassen sich direkt auf der Tastatur speichern.
HyperX Origins 2 1800 - Das Fazit
Mit der Origins 2 1800 schlägt HyperX eine neue Richtung ein. Statt lediglich die nächste Gaming-Tastatur mit RGB-Beleuchtung und schnellen Schaltern auf den Markt zu bringen, versucht der Hersteller erstmals, Elemente der Custom-Keyboard-Szene in ein massentaugliches Produkt zu integrieren.
Das kompakte 1800-Layout, die Hot-Swap-Funktion, die modulare Gehäusekonstruktion und die angenehme Akustik machen die Tastatur zu einem der interessantesten HyperX-Keyboards der vergangenen Jahre. Gleichzeitig bleiben die bekannten Gaming-Tugenden erhalten, wodurch die Origins 2 1800 sowohl für Spieler*innen als auch für Vielschreiber*innen attraktiv ist.
Sie ist vielleicht nicht das ultimative Custom-Keyboard und auch keine Revolution im Gaming-Segment. Doch sie zeigt eindrucksvoll, dass HyperX verstanden hat, wohin sich der Markt entwickelt. Genau deshalb ist die Origins 2 1800 mehr als nur ein Nachfolger bisheriger Modelle – sie ist ein spannender Schritt in eine neue Richtung.