Fire Emblem I Switch-Review: nicht nur der Titel ist hier sperrig

von Mathias Rainer 02.12.2020

Am 04.12.2020 erscheint Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light für die Nintendo Switch. Wer den ersten Teil der Fire Emblem-Reihe von 1990 gerne nachholen will, kann das also ab sofort tun. Und das solltet ihr auch kollektiv! Zumindest wenn ihr mit dem Fire Emblem-Franchise und/oder strategischen Rollenspielen etwas anfangen könnt und euch die Retro-Pixeloptik nicht sonderlich stört.

Schon um 5,99 Euro könnt ihr euch den Titel im Nintendo E-Shop herunterladen. Und soviel sei an dieser Stelle schon einmal vorweggenommen: die paar Euro lohnen sich auf jeden Fall zu investieren. Aber lest selbst im nachfolgenden Review zu Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light.

 

Das steckt hinter Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light

Als ich damals zum ersten Mal auf meinem GameCube Super Smash Bros. Melee anzockte und dabei die Möglichkeit hatte, Marth zu steuern, habe ich genauso reagiert wie der Junge aus Ankündigungs-Video von Nintendo oben. Ich kannte Link, Mario und Samus. Ja selbst die Ice Climbers sagten mir etwas. Aber Marth – der Titelheld von Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light? Fehlanzeige!

Zugegeben. Fire Emblem war Anfang der 2000er Jahre schon eine große Nummer – aber nur in Japan oder unter passionierten Rollenspielern. Zu denen gehörte ich damals mit 7 Jahren aber noch nicht dazu. In den folgenden Jahren konnte sich die Reihe aber auch hierzulande einen Ruf machen. So kam auch ich im Jahre 2019 spät aber doch erstmalig in den Genuss eines Games der Entwickler von Intelligent Systems. Damals machte Fire Emblem: Three Houses mit taktischer Tiefe und nachvollziehbaren Charakteren von sich reden (hier geht es zu unserem Test).

Seitdem möchte ich wieder in die Welt von Fire Emblem eintauchen und mehr Games aus dem Franchise anzocken. Welcher Titel wäre da besser geeignet als jener, der die Lawine überhaupt erst ins rollen brachte. Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light ist nämlich das erste Spiel der Hauptreihe. Demnach sind einige der späteren Charakteristiken der Serie bereits enthalten, andere fehlen jedoch noch.

Quelle: Nintendo

Ich schwinge mich auf das Sofa, schalte meine Nintendo Switch ein und starte das Spiel. Ohne großes Schnickschnack, aber auch ohne wirkliche Einführung werde ich in das erste von insgesamt 25 Level geworfen. In einer Handvoll viel zu schnell über den Bildschirm zischenden Sätze wird mir erklärt, was denn nun meine Aufgabe ist: als Marth, Sohn des hiesigen Königs, müssen wir unser Land gegen angreifende Eroberer verteidigen bzw. zurückerobern. Mehr Story brauche ich auch nicht. Ein grundsätzliches Tutorial wäre aber wünschenswert gewesen. Dieses gibt es nicht.

Ich werde stattdessen in die Welt entlassen, muss mir folglich selbst ein Bild über meine verschiedenen Einheiten, deren Eigenschaften und Skills machen. Es gibt diverseste unterschiedliche Klassen. Vom Armbrustschützen, über den Piraten bis hin zum fliegenden Reiter ist alles vorhanden. Sie alle haben unterschiedliche Hitpoints, Verteidigungs- sowie Angriffsstärken, die auch unterschiedlich untereinander wirken. Dazu kommen diverse Gebietsboni. Der Pirat etwa kämpft auf offener See wirksamer als zu Lande. Außerdem hat man die Auswahl, mit welcher Waffe man sich ins Gefecht stürzen will.

Abhängig vom jeweiligen Charakter ist auch, welche Distanz er über die Map zurücklegen kann. Während berittenen Einheiten in zwei Zügen – ja es handelt sich bei Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light um ein rundenbasiertes Strategiespiel – die Karte abklappern können, benötigen Fußsoldaten wie der Paladin dafür ungleich mehr Zeit. Ziel ist es jetzt in jedem Level, die Einheiten der Invasioren zu eliminieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass uner Held Marth nicht abnippelt. Dann gilt die Mission nämlich als verloren.

Es gibt also diverse Möglichkeiten, seine Züge zu vollstrecken, was dem Game einen angenehmen strategischen Tiefgang verleiht. Hinzu kommt noch, dass es Unterschiede macht, aus welcher Richtung ich meine Angriffe starte. Durch eine geschickte Platzierung seiner Einheiten rund um den Gegner herum kann man sich schon einmal einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Das erreicht man außerdem über Tipps durch die Einwohner unseres schönen Landes. Führt man nämlich seine Figur über ein Haus, so erfahren wir etwa durch eine Textbox von desertierenden Söldnern, die sich uns anschließen wollen. Ein wichtiger Hinweis.

Quelle: Nintendo

Man stelle sich nun vor ich hätte mir all diese Infos ohne die durch den Switch-Port hinzugekommene Localisation zusammenreimen müssen. Keine Chance! Ein Kritikpunkt, dem sich das Original auf dem Famicom 30 Jahre zuvor ausgesetzt sah. Im Jahr 2020 ist das Game zwar immer noch nicht Einsteiger-freundlich, wenn man sich allerdings die notwendige Zeit nimmt, kann man mit Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light großen Spaß haben.

Ich persönlich sehe darin sogar ein paar Parallelen zum Schach. Da muss man sich auch einmal hineinfuchsen, mit den Figuren und den Mechaniken vertraut werden. Das braucht seine Zeit. Mit dieser entwickelt man aber seine eigenen Strategien und Vorgehensweisen. Und darauf kommt es bei strategischen Rollenspielen ja mitunter auch an. Das ist zudem auch absolut notwendig, steigt der Schwierigkeitsgrad des Spiels doch mit jeder Mission an. Kämpft man zu Beginn etwa noch auf offenem Felde, wo man seine Charaktere sehr frei bewegen kann, so wird man in späteren Leveln durch ganze Gebirgsketten merklich in seinen Möglichkeiten eingeschränkt.

Es gilt das Prinzip: Git gud! Also versuche ich meine Züge dementsprechend zu optimieren. In dieser Hinsicht bin ich Perfektionist und versuche das Maximum aus jedem Turn herauszubekommen. Ähnlich kenne ich das von mir auch vom Schach (auch wenn das dort oft nicht wie gewünscht aufgeht). Klassisches Brettspiel-Feeling kommt aber auch auf, weil ich Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light Dank der Switch natürlich auch überall spielen kann. Ich habe mich dann dabei ertappt, dass ich genau die Orte bei mir zu Hause aufgesucht habe, wo sonst eine gepflegte Partie Chess stattfinden würde.

Ihr merkt also schon: der erste Teil der Fire Emblem-Reihe hat mir grundsätzlich viel Spaß gemacht. Über die kleinen 8-Bit-Macken der frühen 90er Gaming-Jahre kann ich hinwegsehen. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Dudel-Musik mit der Zeit doch auf den Geist ging und ich die Switch deshalb gemutet habe. Von mir persönlich erhält das Spiel deshalb eine Empfehlung an – wie sollte es auch anders sein – Freunde des Schachspiels. Wenn ihr euch zu eben jenen zählt dann aber Achtung! Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light ist nämlich im Nintendo Shop voraussichtlich nur bis zum 31.03.2021 erhältlich. Warum? Das weiß wahrscheinlich nur Mario. Aber jetzt zum allgemeinen Fazit …

Quelle: Nintendo

Magnus Carlsen würde Fire Emblem I empfehlen

Ihr wisst nicht wer Magnus Carlsen ist? Ich kann euch beruhigen. Als stolzer Gamer muss man zwar einen Hideo Kojima kennen, den aktuellen Schach-Weltmeister jedoch nicht. Im Hinblick auf Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light kann es aber nicht schaden zu wissen: er würde dieses Game empfehlen. Und ja, natürlich habe ich mit ihm persönlich gesprochen und ihn um seine Einschätzung gebeten. Was habt ihr den gedacht?

Nein, jetzt mal im Ernst: der Vergleich mit dem zeitlosen Brettspiel-Klassiker Schach ist für mich bei diesem ersten Eintrag der Fire Emblem-Reihe durchaus angebracht. Zwar gibt es aufgrund der Unterscheidung zwischen (zumindest ursprünglich) analogem und digitalem Medium natürlich große Unterschiede, aber auch einige unverkennbare Gemeinsamkeiten. Die Einteilung des Schlachtfelds in Felder etwa, oder die Unterscheidung zwischen verschiedenen Figuren.

Das macht Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light daher zu einer ernst zu nehmenden Alternative, wenn man in den bevorstehenden kalten Weihnachtsfeiertagen zum Schachbrett greifen will. Das Spiel besitzt zwar insgesamt einen eher überschaubaren Umfang – die gesamte besinnliche Zeit werden euch die Gefechte nicht auf Trag halten. Sein Geld ist der Titel aber auf alle Fälle wert. Gerade wer sowieso ein großer Fire Emblem-Fan ist oder erstmalig in die Reihe eintauchen will, kann das mit diesem Game preiswert tun.

Wertung: 8.3 Pixel

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