EPOMAKER GX1 im Test: Braucht man wirklich mehr fürs Spielen?

von Mandi 10.09.2026

EPOMAKER ist vor allem als Tastatur-Spezialist bekannt, doch mit dem GX1 wagt der Hersteller den Sprung ins Gaming-Audio. Hier geht’s zur offiziellen Website!

Über das EPOMAKER GX1

Dieser Sprung erfolgt mit einem ungewöhnlichen Ansatz. Statt auf ein klassisches, geschlossenes Over-Ear-Design zu setzen, verbaut EPOMAKER ein offenes Ohrmuschel-Konzept (Open-Back) und kombiniert es mit 50-mm-Treibern, Triple-Mode-Konnektivität und einer Akkulaufzeit von bis zu 70 Stunden ohne RGB, bis zu 30 Stunden sind es mit RGB. Für rund 50,- Euro ist das ein mutiges Statement in einem Segment, das sonst eher auf dicke Polster, tiefe Bässe und aggressive RGB-Optik setzt. Auf den ersten Blick verrät das EPOMAKER GX1 sein ungewöhnlichstes Merkmal sofort: die perforierten, offenen Ohrmuschel-Abdeckungen, durch die das Wabenmuster der RGB-Beleuchtung schimmert. EPOMAKER verzichtet weitgehend auf den typischen Gamer-Look mit spitzen Kanten und übertriebenen Logos.

Stattdessen gibt es ein eher zurückhaltendes, fast schon audiophil wirkendes Design mit lackierten und teilverchromten Oberflächen. In Weiß erinnert das Headset sogar an Y2K-Ästhetik der frühen 2000er, mit dick bepolsterten Bügeln und ovalen Muscheln, die eher an Space-Channel-5-Accessoires als an klassische Gaming-Hardware denken lassen. Die Verarbeitung ist für die Preisklasse solide: Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, knarzt im Test aber nicht und zeigt kein spürbares Spiel an den Scharnieren. Der siebenstufig verstellbare Kopfbügel sitzt fest, die drehbaren Ohrmuscheln wirken stabil. Von Premium-Materialien wie Metallbügeln oder Echtleder darf man bei 50 Euro natürlich nicht ausgehen, doch das EPOMAKER GX1 fühlt sich wertiger an, als der Preis vermuten lässt. Hier wird er ausgepackt:

Leicht, luftig, langzeittauglich

Mit rund 320 Gramm gehört das GX1 definitiv zu den leichteren Vertretern seiner Klasse. Das merkt man vor allem bei mehrstündigen Sessions: Ein spürbarer Druck am Kopf oder an den Ohren tritt auch nach längeren Gaming-Abenden kaum auf. Die wirklich weich gepolsterten, mit atmungsaktivem Kunstleder bezogenen Ohrpolster sorgen für einen moderaten Anpressdruck, der fest genug sitzt, um beim Kopfdrehen nicht zu verrutschen, ohne dabei einzuengen. Das macht schon richtig Laune, und gemeinsam mit dem geringen Gewicht ist das ein ganz klarer Vorteil für dieses Headset.

Der größte Komfort-Vorteil ergibt sich direkt aus der Bauform: Das offene Design ermöglicht eine spürbar bessere Luftzirkulation als bei geschlossenen Ohrmuscheln. Im Test entstand selbst nach Stunden kein Hitzestau unter den Polstern, das ist ein klarer Pluspunkt für alle, die zu warmen Ohren neigen oder das Headset auch beim Arbeiten tragen möchten. Wer Brillenträger ist, profitiert zusätzlich davon, dass die Polster die Bügel nicht unangenehm gegen die Schläfen drücken. Da stellt sich die Frage: Gibt es sonst irgendwelche Einschränkungen bei diesem Gerät? Es scheint nicht so!

Triple-Mode-Konnektivität

Beim Verbindungsaufbau punktet das GX1 mit einer echten Stärke: der Triple-Mode-Konnektivität. Über den beiliegenden 2,4-GHz-Dongle verbindet sich das Headset mit rund 25 Millisekunden Latenz an PC, Mac, Nintendo Switch sowie PS4 und PS5, für kompetitives Gaming also absolut ausreichend. Zusätzlich steht Bluetooth für die Kopplung mit Smartphone oder Tablet bereit. Als dritte Option gibt es die klassische, kabelgebundene USB-C-Verbindung, mit der sich das Headset auch bei leerem Akku weiterbetreiben lässt.

Eine Einschränkung sollten Konsolen-Fans allerdings im Hinterkopf behalten: Xbox-Series-Konsolen unterstützen den 2,4-GHz-Dongle des GX1 nicht, hier funktioniert nur die kabelgebundene Verbindung. PlayStation-Nutzer sind dagegen fein raus, da PS4 und PS5 sowohl kabelgebunden als auch drahtlos über den Dongle funktionieren. Der Wechsel zwischen den drei Modi erfolgt über einen Schalter an der rechten Ohrmuschel und klappt im Test zuverlässig, ohne Neuverbindung oder merkbare Verzögerung.

Akkulaufzeit und Sound

Bei der Akkulaufzeit liefert das GX1 für seine Preisklasse richtig ab: Mit deaktivierter RGB-Beleuchtung gibt EPOMAKER bis zu 70 Stunden Spielzeit an, was sich im Alltagstest über mehrere Tage bestätigt hat. Nutzer berichten von ähnlich hohen Werten und müssen das Headset spürbar seltener ans Ladekabel hängen als andere Modelle in dieser Preisklasse. Aktiviert man die RGB-Beleuchtung im Wabenmuster, sinkt die Laufzeit auf rund 30 Stunden. Das ist ein Kompromiss, den man angesichts der ohnehin schon langen Basis-Laufzeit gut verschmerzen kann. Der 2.000-mAh-Akku ist über USB-C nach rund drei Stunden vollständig aufgeladen. Eine explizite Schnellladefunktion bewirbt EPOMAKER nicht, die ist aber auch gar nicht notwendig.

Denn im Test reichen bereits 15 bis 20 Minuten am Ladekabel für mehrere weitere Spielstunden. Für ein kabelloses Headset in dieser Preisklasse ist das eine sehr alltagstaugliche Kombination aus Laufzeit und Ladeverhalten. Das Open-Back-Design ist das mit Abstand auffälligste Merkmal des GX1, und genau hier zeigt sich im Test auch der größte Unterschied zu klassischen, geschlossenen Gaming-Headsets. Die 50-mm-Treiber liefern einen kräftigen, spürbar knackigen Bass, ohne dabei aufdringlich zu wirken, während Stimmen und Effekte in den Mitten klar und gut hörbar bleiben. Die Höhen bleiben überwiegend kontrolliert, können bei sehr hellen, lauten Passagen aber vereinzelt etwas spitz wirken.

Zur Aufgabe als Headset

Der eigentliche Mehrwert des offenen Designs zeigt sich beim Soundstage: Statt des typischen Gefühls geschlossener Headsets liefert das GX1 ein spürbar breiteres, luftigeres Klangbild. In Shootern wie Valorant oder Overwatch, aber auch in Big Walk hat sich das im Test positiv auf die Ortung von Schritten und Effekten ausgewirkt, Positionsangaben wirkten weniger komprimiert und ließen sich in hektischen Situationen tendenziell etwas leichter einordnen. Räumlicher Klang ist grundsätzlich gut, aber etwas anderes gibt es auch zu bedenken: Das offene Design bietet praktisch keine nennenswerte Schallisolierung. Wer im Großraumbüro sitzt, in der WG-Küche zockt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, wird sowohl selbst mehr von der Umgebung mitbekommen als auch Umstehende mit der eigenen Spielbeschallung bespaßen. Für ruhige Zimmer oder das eigene Gaming-Setup zu Hause ist das kein Problem, für unterwegs oder in hellhörigen Umgebungen aber ein klarer Ausschlussgrund.

Für Sprachchat und Streaming bringt das GX1 gleich zwei Mikrofone mit: ein dezentes, integriertes Mikrofon für gelegentliche Anrufe sowie ein abnehmbares Boom-Mikrofon mit ENC (Environmental Noise Cancellation) für intensivere Gaming-Sessions. In Discord- und Teams-Testrunden hat die Rauschunterdrückung Tastaturgeklapper und leise Hintergrundgeräusche zuverlässig herausgefiltert, sodass wir immer durchwegs gut verstanden wurden. Ganz ohne Abstriche kommt das Mikrofon aber nicht davon: Bei genauerem Hinhören klingt die Stimme über das Boom-Mikrofon einen Hauch bassbetonter und weniger glasklar, als man es von deutlich teureren Streaming-Mikrofonen gewohnt ist. Für Voice-Chat im Multiplayer-Spiel und gelegentliche Videocalls reicht die Qualität locker aus, das passt zum Preis.

Die Technik des EPOMAKER GX1

Beim EPOMAKER GX1-Headset erwartet euch auf jeder Seite ein dynamischer Treiber mit 50 mm Durchmesser, und ein ausreichender Frequenzgang zwischen 20 Hz und 20.000 Hz. Die dreifache Verbindungsmöglichkeit erstreckt sich auf 2,4 GHz, Bluetooth und kabelgebunden. Während der kabelgebundene Betrieb latenzfrei abläuft, gibt es bei der 2,4 GHz-Dongle-Verbindung eine Verzögerung von 25 ms, die bei Bluetooth-Verbindungen auf bis zu 200 ms ansteigen kann.

Der Akku des Headsets fasst 2000 mAh und reicht für bis zu 30 Stunden mit RGB und bis zu 70 Stunden ohne RGB-Beleuchtung. In knapp über drei Stunden wird das Gerät von Null auf Hundert wieder aufgeladen, und das Open-Back-Design macht das Headset auch leicht zu tragen. Da schlägt sich auch das geringe Gewicht von etwa 320 Gramm nieder, das sich dank dem in sieben Stufen verstellbaren Bügel optimal auf eurem Kopf verteilt. Was gibt es noch zu sagen?

Leistbares Headset mit Power

Für sein Debüt in einer neuen Produktkategorie liefert EPOMAKER mit dem GX1 ein bemerkenswert rundes Paket ab. Der Mut, bei einem Gaming-Headset um die 50,- Euro auf ein offenes Design zu setzen, zahlt sich klanglich aus: luftigere Bühne, natürlicheres Hörgefühl und eine für Videospiele durchaus brauchbare Ortung, gepaart mit geringem Gewicht, langer Akkulaufzeit und einer angenehm flexiblen Triple-Mode-Konnektivität.

Wer mit der fehlenden Schallisolierung leben kann und primär zu Hause spielt, bekommt mit dem GX1 ein Headset, das an mehreren Stellen mehr bietet, als der Preis vermuten lässt. Wer dagegen unterwegs, im Büro oder in hellhörigen Umgebungen spielt oder auf Xbox-Series-Wireless angewiesen ist, sollte zu einem geschlossenen Modell greifen. Für knappe 50,- Euro ist das GX1 dennoch ein empfehlenswertes Gaming-Headset!

Wertung: 9.0 Pixel

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