Elgato Game Capture 4K X im Test: Eure Aufnahmen, leicht gemacht

von Mandi 05.11.2026

Elgato hat mit dem Game Capture 4K X ein Gerät vorgelegt, das sich klar an alle richtet, die Gameplay nicht bloß irgendwie festhalten wollen.

Über die Elgato 4K X

Für 249,99 Euro bekommt ihr eine externe Capture Card mit HDMI 2.1, die Aufnahmen bis 4K144 und Passthrough mit VRR verspricht und damit technisch an der Spitze der USB-Karten des Herstellers steht. Beim Auspacken fällt zuerst auf, wie unspektakulär die 4K X Capture-Box (zur offiziellen Website) zu euch kommt. Mit Abmessungen von 112 x 72 x 18 mm und 91 Gramm ist das Gerät deutlich kleiner als manche externe SSD und passt problemlos neben Laptop, Konsole oder Mikrofonarm auf den Schreibtisch. Elgato verzichtet auf RGB-Beleuchtung, Display oder unnötige Knöpfe, hier steht die Funktion im Vordergrund, und das passt zu einem Gerät, das im Idealfall einfach verschwinden soll.

Der Lieferumfang ist ebenfalls schlank, aber sinnvoll: Neben der Capture Card liegen ein USB-3.2-C-auf-USB-C-Kabel mit 1,5 m sowie ein 8K-HDMI-Kabel mit 2 Metern Länge bei. Damit könnt ihr direkt loslegen, ohne erst durch den Zubehör-Schrank zu wühlen. Elgato setzt auf eine weitgehend kunststofffreie Verpackung, wobei das Unternehmen selbst von 95 Prozent angibt, das ist ein kleines, aber nettes Detail in einer Preisklasse, in der Verpackung oft eher nach Marketing als nach Nachhaltigkeit aussieht. Doch viel wichtiger noch, zumindest für meine Verhältnisse, ist das Verhalten im Alltag. Bevor wir also mit dem Testbericht loslegen können, packen wir das Produkt erst einmal aus:

Einfach loslegen

Die Einrichtung ist tatsächlich so einfach, wie Hersteller Elgato es verspricht. Konsole oder PC werden per HDMI an die 4K X angeschlossen, vom Ausgang geht es zum Monitor oder Fernseher, und per USB-C verbindet ihr die Karte mit dem Rechner. In OBS, Streamlabs, vMix, Meld Studio oder Elgatos eigener Software erscheint die Karte anschließend als ganz normale Videoquelle. Wer schon einmal eine Capture Card eingerichtet hat, wird hier keine Überraschungen erleben, und genau das ist ein Kompliment. Doch auch auf einem iPad Pro funktioniert das mit der App hervorragend!

In der Praxis funktioniert das Prinzip des Passthroughs so, wie es soll: Das Spiel läuft am Monitor weiter, während der PC oder euer iPad parallel das Signal für Stream oder Aufnahme erhält. Elgato gibt für den Passthrough bis zu 4K144 an, wobei Displays mit Display Stream Compression auf 4K120 limitiert sind. VRR und ALLM werden ebenfalls durchgereicht, sodass unterstützte Monitore weiterhin flüssig spielen und automatisch in den Game Mode schalten können. Für alle, die gleichzeitig auf einem schnellen Monitor spielen und aufnehmen wollen, ist das der eigentliche Kern des Geräts.

© Elgato

Elgato 4K X im Alltag

Der wichtigste Punkt bei einer Capture Card dieser Klasse ist die Abhängigkeit vom restlichen System. Elgato verlangt für die volle Leistung einen USB-3.2-Gen-2-Anschluss, über USB 3.2 Gen 1 funktioniert die Karte zwar, aber mit reduzierter Aufnahmeauflösung. Auch CPU, GPU und Speicherplatz spielen eine Rolle, denn 4K-Material frisst entsprechend viel Bandbreite und Festplattenplatz. Wer die Karte an einen alten Laptop mit langsamen Ports anschließt, wird die 4K144-Fähigkeiten kaum ausschöpfen können.

In einem stabilen Setup überzeugt die 4K X jedoch. Hier sind vor allem die saubere Passthrough-Leistung, die geringe zusätzliche Latenz und die stabile Wiedergabe am Monitor zu loben. Die Latenz liegt im zweistelligen Millisekundenbereich, für Streaming und normales Gameplay damit also weit unterhalb einer wahrnehmbaren Beeinträchtigung. Doch wie gesagt: Nur, wenn alle Komponenten gleichermaßen mitspielen, dann könnt ihr die Stärken dieses Geräts vollkommen ausnutzen. Derer gibt es nämlich viele!

HDR mit Sternchen

Auf dem Papier ist die 4K X ein echtes Monster: HDMI 2.1, Aufnahmen bis 4K144, HDR10, VRR und USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbit/s. In der Praxis heißt das allerdings nicht, dass jede Kombination aus Auflösung, Bildrate und HDR gleichzeitig möglich ist. Elgato selbst weist darauf hin, dass HDR nicht bei allen Auflösungs- und Framerate-Kombinationen aufgezeichnet werden kann. Wer etwa 4K HDR mit hohen Bildraten archivieren möchte, stößt schnell an Grenzen, so sind 4K-HDR-Aufnahmen etwa auf 30 fps begrenzt. Für SDR-Material sieht die Sache deutlich entspannter aus. Hier kann die Karte bis zu 4K144 aufnehmen, während 4K60, 1440p mit hohen Bildraten und 1080p240 ebenfalls im Repertoire stehen. Das ist mehr als genug für PS5, Xbox Series X, Switch 2, Steam Deck, ROG Ally oder einen Gaming-PC. Es ist hervorzuheben, dass die Karte gerade bei Konsolen wie PS5 und Xbox Series X stabil läuft und ohne sichtbare Qualitätseinbrüche aufzeichnet. Die 4K X ist eine extrem schnelle SDR- und Passthrough-Maschine.

HDR10 ist an Bord, und wenn es funktioniert, sieht das Ergebnis entsprechend gut aus: kräftigere Farben, mehr Kontrast und deutlich mehr Spielraum in hellen und dunklen Bildbereichen. Elgato bietet zudem HDR-zu-SDR-Tonemapping an, damit HDR-Quellen auch in Workflows genutzt werden können, die selbst kein HDR verarbeiten. Das ist praktisch, denn nicht jedes Streaming-Setup, jeder Encoder und jede Zielplattform ist wirklich HDR-freundlich. Trotzdem bleibt HDR der Punkt, an dem die Begeisterung etwas gedämpft wird. Die Einschränkungen bei Auflösung und Bildrate sind kein Geheimnis, aber sie machen die 4K X für HDR-Puristen weniger attraktiv als der Preis zunächst vermuten lässt. Wer primär 4K60-SDR aufnehmen, gleichzeitig in 4K144 spielen und gelegentlich HDR-Content tonemappen will, wird jedoch sehr zufrieden sein. Wer hingegen konsequent 4K-HDR mit 60 fps oder mehr archivieren möchte, sollte vor dem Kauf unbedingt die offizielle Kompatibilitätstabelle prüfen. Seht hier unsere Testaufnahmen von einer Nintendo Switch 2!

Zur Software

Elgatos Capture-Software Elgato Studio (nun in der Version 2.0!) bietet einige nette Extras: separate Mikrofonspur, Flashback-Aufnahmen aus dem Zwischenspeicher, eine Mediathek mit intelligenten Ordnern sowie Exporte als separate Video- und Audiospuren für Programme wie Adobe Premiere oder Vegas Pro. Gerade Flashback Recording ist im Alltag wertvoll, wenn ihr einen Moment verpasst habt und die letzten Minuten dennoch sichern wollt. Ohne Wasserzeichen und Zeitlimit lassen sich zudem Gameplay, Cutscenes, Musik und Chat aufzeichnen. Im Zentrum steht die Live-Vorschau: Das eingehende Bild wird in Echtzeit dargestellt, sodass man sofort erkennen kann, ob Signal, Auflösung und Bildrate korrekt ankommen. Die Software zeigt dabei auch HDMI-Diagnosedaten an, etwa welches Signal eingeht und mit welcher Bildrate es übertragen wird.

Das ist besonders nützlich, wenn eine Konsole, ein PC oder eine Kamera nicht wie erwartet erkannt wird. Vor einer Aufnahme lassen sich wesentliche Parameter festlegen, darunter Auflösung, Bildrate, Qualität, Dateiformat und gegebenenfalls HDR. Eine höhere Auflösung und Bildrate sorgt für detailreichere und flüssigere Videos, erhöht jedoch auch die Dateigröße und die Anforderungen an den Computer. Bei den Formaten ist H.264 besonders breit kompatibel, während HEVC und AV1 bei vergleichbarer Qualität kleinere Dateien erzeugen können, sofern die verwendete Hardware und Software diese Codecs unterstützen. HDR-Aufnahmen sind möglich, wenn Quelle, Capture-Gerät, Format und Einstellungen dies gemeinsam erlauben. Ihr seht also schon, wer sich damit beschäftigt, dem sind keine Grenzen gesetzt!

Fazit: Besser geht’s kaum

Mit 249,99 Euro ist die Elgato Game Capture 4K X kein Schnäppchen, aber im Vergleich zur Konkurrenz auch nicht absurd teuer. Insgesamt sehe ich sie als eine der besten externen Capture Cards am Markt, vor allem wegen der Kombination aus HDMI 2.1, 4K144-Passthrough, VRR und äußerst einfacher Einrichtung sowie der Handhabe. Dass ihr zudem mit fast sämtlichen Gerätschaften wie Windows-PCs und -Notebooks, macOS und auch iPad-Geräten aufzeichnen könnt, das alles spricht nur für die Elgato-Lösung.

Die Kehrseite stellen eigentlich nur der Preis und die HDR-Einschränkungen auf 30 fps dar. Die Elgato Game Capture 4K X ist eine ausgezeichnete Capture Card für anspruchsvolle SDR-Aufnahmen und schnelle HDMI-2.1-Setups. Sie ist klein, zuverlässig, schnell und für Streamer mit hohen Ansprüchen eine der besten Optionen am Markt. Wer jedoch 4K HDR in hohen Bildraten als absolutes Muss bei den eigenen Aufnahmen sieht, sollte genau hinschauen. Unter dem Strich liefert die Elgato 4K X genau das, was sie verspricht!

Wertung: 9.0 Pixel

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