Dreame W10 Pro Test: Automatisierte High-Class-Reinigung

von Stefan Hohenwarter 08.08.2022

Dreame brachte mit dem Dreame W10 Pro ein Upgrade des W10 Staub-/Wischsaugers auf den Markt, das nun bei uns im Testlabor gelandet ist. Ob der Reinigungshelfer hält, was er verspricht, erfahrt ihr in meinem Dreame W10 Pro Test.

Über den Dreame W10 Pro

Auf seiner offiziellen Website verspricht euch Dreame, eine All-in-One-Reinigungslösung mit einigen tollen Features:

  • Mehr Kapazität
  • Längere Reinigungszeit
  • Eine automatische Reinigung auf Kommando
  • Eine Kartierung wie ein Profi
  • Und das Allerwichtigste: eine intelligente Reinigung mit KI

Der kleine Saugwischer kommt laut eigenen Angaben mit Hartböden und Teppichen gleichermaßen zurecht und verlässt sich dabei auf eine starke Saugleistung von 4.000 Pa und einer Wischleistung von 180U/min. Damit ist er beispielsweise mit dem Konkurrenten aus dem Hause eufy (RoboVac X8 Hybrid) auf Augenhöhe und generell in der Oberklasse der Saughelfer. Mit dabei ist eine laut eigenen Angaben bis zu 12 Mal schnellere Kartierung des Areals, eine Reinigungsleistung von bis zu 160 Minuten (200m²), wobei die tatsächliche Leistung von den eigenen Wohnsituationen abhängt und einen Appsupport, der euch No-Go-Zonen definieren oder ähnliches – sogar mit Sprachbefehl – konfigurieren lässt. Komfort wird generell groß geschrieben und so reinigt sich der Saugwischer auch nach dem erfolgreichen Einsatz, aber auch zwischendurch selbst.

Unboxing und Inbetriebnahme

Beim Auspacken des Geräts fällt gleich die hochwertige Präsentation auf: sowohl die Verpackung, aber auch das Gerät selbst sind äußerst wertig. Der Roboter ist im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten nicht kreis- sondern D-förmig. Die weiße Farbe ist für ein Reinigungsgerät etwas ungewöhnlich – sind doch viele Kollegen eher schwarz -,  aber mir persönlich gefällt das zusammen mit den Gold-Applikationen sehr gut. Der Haushaltshelfer strahlt damit gleich aus, wofür er steht: Stil, Eleganz und Reinlichkeit.

Bevor wir loslegen können, müssen wir den Reinigungsspezialisten allerdings fertig zusammenbauen. Dafür gilt es Schutzschaumstoffteile zu entfernen und die Reinigungsbürste anzubringen. Dann noch schnell die App installieren und mit dem Gerät verbinden und schon kann es weitergehen.

Mit der Xiaomi Home App verbinden

Der Haushaltshelfer funktioniert mit der Xiaomi Home-App. Dieses könnt ihr im Google Play-Store oder im App-Store kostenlos herunterladen. Um sie verwenden zu können, müsst ihr allerdings bei Xiaomi einen Account inkl. Emailbestätigung anlegen. Dieser Punkt ist wohl der aufwendigste, wenn wir von der Verbindungsherstellung zwischen App und Saugwischer reden. Danach geht alles – wie auch im beiliegenden Quick-Start-Guide beschrieben – ganz fix: Unter der Abdeckung auf der Oberseite des Saugers befindet sich ein QR-Code, den ihr mit der App scannen könnt. Dann noch WLAN-Einrichtung abschließen und schon kann die Kartierung der eigenen vier Wände starten. Dabei könnt ihr wählen, ob ihr die ganze Wohnungen scannen lassen wollt, oder nur einzelne Räume.

Die Kartierung meines Wohn-Esszimmers ist in wenigen Minuten (inkl. Teppiche und anderen Hindernissen) abgeschlossen und nun können wir den Rest des Gerätes zusammensetzen. Die Wischauflagen werden ebenfalls an der Unterseite des Geräts angebracht und dann noch Wasser in den Frischwassertank der Basisstation gefüllt. Wichtiger Hinweis: Laut Gebrauchsanweisung dürft ihr kein heißes Wasser verwenden, da sich sonst Teile verformen könnten, dafür könnt ihr aber im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten auch einen Mehrfachbodenreiniger verwenden (allerdings nur der Marke Dreame, um auch weiterhin eine korrekte Verwendbarkeit des Geräts garantieren zu können).

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, könnt ihr per Knopfdruck (in der App oder an der Basisstation selbst) den Reinigungsvorgang starten. Je nach Einstellung fährt der Saugwischer zurück in die Station, um frisches Wasser für den Wischvorgang aufzunehmen (hier könnt ihr zwischen 5, 10 und 15m² wählen).

Die Kartierung und erste Probelauf

Den Fortschritt der Kartierung könnt ihr in der App live miterleben. Je mehr vom Raum oder der Wohnung abgefahren wird, desto genauer stellt sich das Abbild dar. Auch Hindernisse wie ein Windeleimer, oder der Esstisch werden vorbildlich eingezeichnet und für spätere Durchläufe hinterlegt. Dank der Kombination aus moderner KI, RGB-Kamera und einem 3DToF-Sensor fuhr der Sauger auch nicht – wie günstigere Modelle – permanent gegen Hindernisse und bremste wohl überlegt davor ab, um einen neuen Kurs einzuschlagen. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, könnt ihr in der App auch No-Go-Zonen definieren, sofern ihr das wünscht.

Und schon geht’s an den ersten Probelauf, der zu meiner vollsten Zufriedenheit absolviert wurde. Selbst kleine Hindernisse wie ein Wäscheständer oder ein Hochflorteppich stellen den Sauger vor keine unlösbaren Aufgaben. Das Ergebnis? Sehr gut! Die Saugleistung ist super, aber das schaffen auch andere Sauger in einer ähnlichen Qualität. Die Wischleistung hingegen sucht meiner Meinung nach Gegner auf Augenhöhe. Hier legt der Dreame W10 Pro einiges vor. Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich:

Kleines Manko

Ich habe den Fehler gemacht, das Gerät nicht vollends aufzuladen, bevor ich loslegte und so reichte die vorab enthaltene Energie nur für die Kartierung meines rund 35m² großen Wohnzimmers und die ersten paar Prozent der Reinigungssession. Mittendrin fuhr das Gerät dann selbstständig in die Basisstation, um zum einen sich selbst zu reinigen und zum anderen den Akku wieder aufzuladen. Wenn der Akkustand wieder hoch genug ist, könnt ihr dem Roboter wieder den Befehl zum Ausrücken geben. Sobald die Saugwisch-Session beendet ist, solltet ihr noch den Schmutzwasserbehälter entleeren und ausspülen, um unangehmen Gerüchen vorzubeugen. Spannendes Detail am Rande: die Dreame W10 Pro Basisstation reinigt auch die Wischer im Anschluss, damit diese nicht von euch gereinigt werden müssen und trocknet sie auch gleich noch, damit sie nicht zu stinken beginnen.

Violett: No-Go-Zone

Wartung, Reinigung, Pflege

Der Haushaltshlfer macht seine Sache sehr gut. Glatte Böden werden wirklich toll gereinigt, und das Produkt scheint auch alles zu erwischen. Seien es Haare, Staubfusel oder Brösel in der Küche, jeder Reinigungsdurchgang hinterließ saubere Böden. Das bedingt jedoch die Frage, wie man den Staubbehälter des Geräts entleert. Dieser Vorgang ist sehr unkompliziert und ist in einer Minute erledigt – gut so! Denn der Staubbehälter verfügt über ein Fassungsvermögen von 450 ml. Das klingt im ersten Moment vielleicht wenig, ist aber beispielsweise stolze 50ml größer als beim eufy RoboVac X8 Hybrid. Bei meinem Testlauf durch ein 35m² Zimmer war der Behälter ungefähr zu einem Drittel gefüllt und ordentlich schmutziges Wasser im Schmutzwassertank.

Der Auffangbehälter für Staub und Schmutz wird ganz einfach herausgezogen und genauso wieder eingesetzt. Alles Eingesaugte kann super leicht ausgeleert und für eine gründlichere Reinigung lässt sich der Behälter auch auswaschen. Damit das Gerät möglichst lange treue Dienste erweist, lege ich euch die Wartungshinweise ans Herz. Hier werden beispielsweise das Leeren des Schmutzwassertanks nach jeder Anwendung, das Reinigen der Ladekontakte des Roboters bis hin zum Reinigen der Hauptbürste in zeitlichen Abstufungen von Dreame empfohlen. Eine genaue Auflistung dazu findet ihr der Bedienungsanleitung.

Dreame W10 Pro Test-Fazit: Qualität hat ihren Preis

Als großer Fan von smarten Haushaltshelfern schnappte ich mir den Dreame W10 Pro, um ihn einigen Tests in der letzten Woche zu unterziehen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn ich mir von der Pro-Variante im Vergleich zum Dreame W10 vielleicht noch die ein oder andere Verbesserung gewünscht hätte. Dennoch! Die Bedienung und die Reinigung sind – wie auch schon beim Basismodell – super intuitiv und kinderleicht. Das habe ich schon wesentlich komplizierter erlebt. Außerdem gefällt mir neben dem stylischen Design die neue AI-Kamera, die Hindernisse leicht umfahren kann. Das ist in meinem Haushalt mit einem Baby, das immer wieder mal wo Spielzeug liegen lässt, oder in einem Haushalt, in dem die Haustiere mal ihr Geschäft nicht verrichten, wo sie sollen, ein mehr als nützliches Feature. Die Saugleistung ist sehr gut, die Wischleistung allerdings noch besser – zumindest ist das mein Testurteil. Egal womit ich den W10 Pro konfrontiert habe (Haare, verschütteten Kaffee, Nussschalen), alles wurde aufgesaugt bzw. weggewischt.

So sehr ich die selbst reinigenden und fix “verbauten” Wischpads, die auch von der Basisstation selbst getrocknet werden, cool finde, so schade finde ich es auch, dass man diese Bezüge nicht einfach abziehen und mal in der Waschmaschine mitwaschen kann. Apropos Potenziale: ich hätte mir einen etwas größeren Staubbehälter gewünscht. Fällt zwar in die Kategorie Jammern auf hohen Niveau, aber auch wenn 450ml erstmal viel klingt, doch kann das Ausleeren kann beim regelmäßigen Gebrauch schon lästig werden. Kommen wir zur wohl größten Anschaffungshürde: der Preis. Der Dreame W10 Pro schlägt mit stattlichen Frühbucherpreis von 999,00 Euro zu Buche. Das ist im Vergleich zu manchen Konkurrenzprodukten schon ein amtlicher Betrag, doch Qualität hat nun mal ihren Preis.

Der Dreame W10 Pro liest euch quasi alle Wünsche von euren Lippen ab und hat nur minimale Mankos. Insofern bleibt mir nur zu sagen: wer für Qualität und Komfort lieber ein paar Euro mehr ausgibt, kann ohne nur mit der Wimper zu zucken beim W10 Pro zugreifen. Ein richtig smarter Haushaltshelfer, der mir ein ordentlichen Stück Hausarbeit abnimmt.

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für Dreame W10 Pro Test: Automatisierte High-Class-Reinigung von Stefan Hohenwarter
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Elegant

Das Teil weiß wie alles sauber wird

Geli

Klasse Test. Starkes Gerät. Mit den Wischpads ist wirklich etwas schade. Den Preis muss man auch gut verdauen.