Dragon Quest Builders (Switch) im Test: Minecraft mit Story

von Mandi 15.07.2018

Virtuelles LEGO-Bauen gefällig? Mit Dragon Quest Builders kommt ihr voll auf eure Kosten! Was euch in diesem Sandbox-Bau-Titel so alles erwartet, lest ihr im Review.

Worum es in Dragon Quest Builders geht

Wir befinden uns in einer schrecklichen Welt. Der Drachenfürst hat alles in die Dunkelheit gestürzt, und den Menschen fehlt die Hoffnung. Nicht nur das, auch die Kreativität ist den BewohnerInnen abhanden gekommen. So fristen die Menschen ein trauriges Dasein, bei dem es ums nackte Überleben geht. Das ist euer Einstieg in Dragon Quest Builders.

Doch ihr seid der Erbauer, die Erbauerin – will heißen, ihr habt die Gabe. Dank eures Talents könnt ihr durch das bloße Berühren eines Materials erahnen, was ihr alles daraus bauen könnt. Auch das Wie ist euch augenblicklich klar, ihr müsst nur genügend Materialien beschaffen. Eure Spielfigur hat zunächst nur wenig Ahnung, was eigentlich vor sich geht.

Wenige Spielminuten später seid ihr jedoch mittendrin statt nur dabei. Dragon Quest Builders lässt euch ein liebevoll gestaltetes Tutorial durchlaufen, in dem ihr eure erste Bewohnerin bekommt. Das Ziel im Spiel ist es, der Welt die Hoffnung und das Licht zurückzugeben. So müsst ihr zunächst eure Siedlung wiederaufbauen, und Pili ist eure erste Bewohnerin. Sie hat Wünsche, die ihr zu erfüllen gedenkt.

Roden, denken, bauen

Dragon Quest Builders wartet mit einem hervorragenden Rezepte-System auf. Jedes neue Material eröffnet euch neue Möglichkeiten und Dinge, die ihr erschaffen könnt. Während es anfangs mit Holz, Stein und Gras noch sehr einfach zugeht, geht das Ganze rasch tiefer. Nachdem ihr Kohle und Kupfer gefunden habt, könnt ihr Schmieden erstellen und so andere Werkbänke nutzen.

Ihr habt jedoch nicht unbegrenzt Platz. Bevor ihr eure eigenen Taschen überfüllt, bietet es sich an, eine Truhe oder fünf zu bauen. Darin dürft ihr dann überflüssige Zutaten ablegen. So stellt ihr sicher, dass ihr immer Platz habt, denn wenn ihr auf Abenteuer seid und plötzlich nichts mehr tragen könnt – das wäre ärgerlich! Glücklicherweise könnt ihr euch in Dragon Quest Builders selbst helfen.

Habt ihr für genügend Stauraum gesorgt und Räume errichtet, steigt eure Siedlungsstufe. Dies wiederum kann dazu führen, dass mehr Leute in eure Siedlung kommen wollen. Natürlich müsst ihr diese zumeist erst abholen und einen Wunsch erfüllen – doch das passiert in der Regel ganz natürlich. Dragon Quest Builders macht hier Spaß, ohne groß erzwungen zu wirken.

Gefährliche Nächte

Doch ein reines Kinderspiel ist Dragon Quest Builders beileibe nicht. Wird es Nacht, werden die umherstreifenden Monster stärker. Ihr könnt euch entweder in ein sicheres Versteck zurückziehen oder todesmutig eine Schlacht provozieren. Teils verlangen es auch die Quests in Dragon Quest Builders, dass ihr in den Kampf ziehen müsst. Da greifen die Monster und eure Siedlung an.

Da sich fast jeder Block in Dragon Quest Builders mit dem richtigen Werkzeug zerstören lässt, gilt das auch für eure Siedlungen. Die Häuser werden gerade am Anfang mit Erde errichtet, und nach wenigen Schlägen ist die Wand Geschichte. Es gilt, eure BewohnerInnen bestmöglich zu beschützen und anschließend die Wälle wiederaufzubauen.

Doch je weiter ihr im Spiel kommt, umso stärkere Materialien und Rezepte winken euch. Plötzlich könnt ihr klasse Schwerter herstellen, die nahrhaftesten Speisen kochen und auch für so manchen Abwehrmechanismus sorgen. Hier nimmt dann der Sammel- und Bautrieb überhand, spätestens nach ein paar Spielstunden sollte euch das Gameplay wirklich gefallen. Ansonsten wird Dragon Quest Builders für euch rasch reizlos.

Die Technik von Dragon Quest Builders

Wenn ihr etwas in der Optik von Minecraft erwartet, werdet ihr hier sehr positiv überrascht. Doch auch sonst präsentiert sich Dragon Quest Builders als einer der schöneren Titel für die Nintendo Switch. Nicht die pure Grafik, sondern viel eher die flüssige Animation des Games kann euch schnell begeistern. Viele Spezialeffekte dürft ihr euch nicht erwarten, aber die Präsentation stimmt!

Wenn ihr die Dragon Quest-Reihe kennt, werden euch viele Tunes und Musikstücke bekannt vorkommen. Die Sounds sind zweckmäßig, und wenn ihr das siebenhundertste Kohlestück abbaut, klingt das halt immer gleich. Das liegt in der Natur der Sache und kann dem Game nicht angekreidet werden! Die Monster stöhnen und schlurfen herum, die Soundstage an sich stimmt.

Was das Handling angeht, so präsentiert sich Dragon Quest Builders als solider Titel. So gut wie jeder Knopf ist auf den Joy-Cons belegt, und es macht auch Sinn, wie die zumeist stressfreie Steuerung funktioniert. Einzig der Kampf im Spiel resultiert leider zu oft in Button-Mashing. Einen grandiosen Kampfsimulator dürft ihr euch nicht erwarten, das ist der schwächere Teil des Games.

Andere Themen

Was bleibt noch zu sagen? Das Spiel lässt euch im Grunde sehr viele Freiheiten, treibt euch aber immer wieder zur Erledigung der Quests. Dafür sorgen die Rufzeichen und sonstigen Symbole über den Köpfen der BewohnerInnen in eurem Dörfchen. Kämpfe werden erst dann ausgelöst, wenn ihr dazu bereit seid – ihr könnt euch also nach Belieben vorbereiten.

Das Rezeptesystem erlaubt es euch im Prinzip, so gut wie unbegrenzt Gegenstände herzustellen, sofern ihr die Materialien dafür sammelt. Eine Riesentruhe erleichtert euch das Spielen und Sammeln noch im ersten Kapitel ungemein – und die Bossgegner sind klar aus dem Dragon Quest-Universum entnommen. Nach genügend Draufklopfen fällt auch der letzte Boss.

Dragon Quest Builders ist eigentlich bloß eine Aneinanderreihung von Hol-Quests. Um die Wünsche der Bewohner zu erfüllen, müsst ihr zumeist etwas herstellen. Die für mich interessanteren Aufgaben umfassten das gesamte Bauen eines Raums, wo ihr zuvor einen Bauplan auf die Fläche projiziert. Unter dem Strich ist für jeden etwas dabei, und Dragon Quest Builders versucht, allen ein wenig zu bieten.

Fazit zu Dragon Quest Builders: Unterhaltsames Blöckeschieben

Als ich das Game zum ersten Mal einlegte, habe ich nicht viel erwartet. Als Fan von Dragon Quest VIII und als jemand, der mit dem Minecraft-Hype nichts anfangen kann, wusste ich nicht, worauf ich mich einließ. Doch der geführte Einstieg und der Mix zwischen Quests und Freiheit haben mich überzeugt. Dragon Quest Builders hat mir mehr Spaß gemacht, als ich dem Titel zugetraut hätte!

Es gibt immer etwas zu tun, und wenn ihr damit leben könnt, immer in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden, könnt ihr mit diesem Switch-Spiel nichts falsch machen. Die Aufmachung ist kindgerecht, ihr könnt basteln und sammeln, was das Herz begehrt. Einzig und allein die repetitive Natur des Games kann eure Motivation nach wenigen Stunden trüben.

Dragon Quest Builders erfindet das Rad beileibe nicht neu. Doch so wie Dragon Quest Heroes schafft es auch dieser Ableger der Reihe, ein anderes Spielprinzip mit dem RPG zu vermischen. Level-ups gibt es in diesem Spiel nicht, aber die Charaktere und der immer wieder vorkommende Humor lassen euch mit einem Schmunzeln weiterspielen. Hobby-ArchitektInnen und Dragon Quest-Fans sind hier richtig!

Wertung: 8.0 Pixel

für Dragon Quest Builders (Switch) im Test: Minecraft mit Story von Mandi