Die Schöne und das Biest-Blu-ray-Test

von Natalie Lamprecht 15.08.2017

Der Kurzkritik zur Realfilmumsetzung auf Blu-ray von Die Schöne und das Biest, die jetzt folgt, muss ich voranstellen, dass ich die Geschichte von Die Schöne und das Biest sehr gern mag: Erstens behandelt sie so eindringlich den Topos der Menschwerdung durch Liebe, das gleichsam kitschig und im Kern doch irgendwie wahr ist; zweitens mag ich die Vorstellung, dass zwei AußenseiterInnen zueinanderfinden. Aus einer feministischen Perspektive muss man die Handlung eigentlich als Darstellung des Stockholm-Syndroms betrachten; die feministische Perspektive lasse ich nun aber ausnahmsweise trotzig beiseite und dafür der Romantikerin in mir Vortritt.

Kurzinhalt

„Die kluge und anmutige Belle (Emma Watson) lebt mit ihrem leicht exzentrischen Vater Maurice (Kevin Kline) ein beschauliches Leben, das nur durch die Avancen des Dorfschönlings Gaston (Luke Evans) gestört wird. Doch als Maurice auf einer Reise in die Fänge eines Ungeheuers (Dan Stevens) gerät, bietet die mutige junge Frau ihre Freiheit im Austausch gegen das Leben ihres Vaters an. Trotz ihrer Furcht freundet sich Belle mit den verzauberten Bediensteten im verwunschenen Schloss des Biests an. Mit der Zeit lernt sie hinter dessen abscheuliche Fassade zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit …“ (Quelle: offizieller Filmkurzinhalt von Disney)

Extras

  • Zauberhafte Drehbuchlesung
  • Ein zeitloses Märchen in neuem Gewand
  • Die Frauen hinter Die Schöne und das Biest
  • Vom Song zur Filmszene
  • Erweiterter Song „Days in the Sun“
  • Zusätzliche Szenen
  • Ein neuer Song mit Céline Dion
  • „Beauty and the Beast“-Musikvideo
  • Making-of-Musikvideo: „Beauty and the Beast“
  • Disney Liederauswahl
  • Ouvertüre

Kritik

Die Realfilmumsetzung ist, lapidar gesagt, visuell sehr schön, wobei ich mir beim Biest weniger Animation und mehr einen Schauspieler mit einer tollen Maske gewünscht hätte. Auch der Gesang ist, sofern ich das mit meinen Laienkenntnissen diesbezüglich abschätzen kann, in Ordnung, wobei die Synchronisation – zumindest auf Deutsch – an so mancher Stelle leider sehr schlecht ist. Was ich als unnötig empfinde, sind die zusätzlich eingefügten, wohl extra für den Film komponierten Lieder, die, nun ja, eher mäßig sind. Einige Adaptionen der Geschichte sind zudem rein dem Pathos geschuldet und tun nur wenig für die Handlung, wie z. B. die Antwort auf die Frage, warum Belles Mutter nicht mehr bei ihr und ihrem Vater ist. Andere Adaptionen wiederum sind durchaus sinnvoll: In der Disney-Version bringt Belle dem Biest das Lesen bei, was die beiden sich sowohl physisch als auch geistig annähern lässt und derart die (Liebes-)Geschichte unterstützt. Aus einer historischen Perspektive ist die Version des Realfilms jedoch richtiger: Sie zeigt den verzauberten Prinzen als belesen und hochgebildet, was nicht nur seinem Adelsstand, sondern auch der bibliophilen Belle entspricht. Insofern sind beide Darstellungen akzeptabel. Was ich nicht akzeptabel finde, ist die zwanghafte Einbindung schwarzer SchauspielerInnen und homosexueller Charaktere. Beides ist rein dem Zeitgeist geschuldet und wirkt aufgesetzt: Es dient ausschließlich dem Selbstzweck der Political Correctness und nicht der Geschichte – auf solch platte Eingriffe hätte das Publikum getrost verzichten können.

3D-Effekt

Wer von euch nicht weiß, ob er lieber zur normalen Blu-ray oder zur Blu-ray-3D greifen soll, dem bzw. der möchte ich ganz einfach sagen, dass es die normale Version es allemal tut. Die 3D-Umsetzung ist nett und gut gemacht, aber absolut nicht notwendig. Es trägt nicht wirklich zum Film bei oder macht diesen besser.

Die Schöne und das Biest-Blu-ray-Fazit

Die Realverfilmung ist eine schöne Umsetzung mit ein paar Schwächen, aber durchaus gut für einen kurzweiligen Abend: Es wird, wie man es von Disney gewohnt ist, viel gesungen – die zusätzlichen Lieder hätten sich die MacherInnen allerdings sparen können – und dem visuellen Pomp gefrönt. So manche Änderung der ursprünglichen Geschichte, wie die Einbindung von „schwulen Schwingungen“ so mancher Figur, nur um dem Zeitgeist zu entsprechen, sind dem Genuss von Die Schöne und das Biest leider abträglich, zudem hätte ein bisschen weniger CGI und mehr Vertrauen in die Fähigkeiten von MaskenbildnerInnen dem Biest wohl gutgetan. Vorausgesetzt, man kann über das stellenweise Überkandidelte, die unnötigen Eingriffe in die Handlung und die PC um der PC willen hinwegsehen, wird man mit der Realfilmumsetzung von Die Schöne und das Biest dennoch gut unterhalten.

Wertung: 8 Pixel

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