Destroy All Humans! im Test – Neu-Invasion geglückt?

von Max Hohenwarter 12.08.2020

Destroy All Humans! hieß es vor bereits 15 Jahren im gleichnamigen Action-Game. Nun startet gerade diese damals schon eher als Geheimtipp gehandelte Menschheitsunterwerfung einen zweiten Anlauf. Ob das Remake wohl diesmal die Massen begeistern kann?

Destroy All Humans! – Crypto-137 sinnt auf Rache und Weltherrschaft! – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Destroy All Humans! – Sie kamen (vermutlich) in Frieden?!

Blöderweise versuchte Cryptosporidium-136 seine fliegende Untertasse direkt über einer gerade startenden Rakete zu parken. Dieser unglückliche „Einparkversuch“ führte natürlich zum Absturz des UFOs und dem Ableben von Crypto-136 und setzt die Menschheit damit auf die Abschussliste seines Klons Crypto-137.

Resistance is futile!

In Destroy All Humans! treibt ihr als chronisch mies gelaunte Grün… äh Verzeihung Grauhaut Crypto-137 euer Unwesen in einer comichaft stark überzeichneten Version der USA der 1950er Jahre. Insgesamt gibt es sechs recht weitläufige Levels, die beispielsweise an Santa Monica, Washington DC oder aber auch die berühmt-berüchtigte Area 51 angelehnt sind.

Destroy All Humans! – 1950’s Suburbia muss brennen – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

In diesen recht weitläufigen Arealen erfüllt ihr meistens recht kurze Storymissionen. Meistens observiert ihr, getarnt als Mensch irgendwelche Anführer der Menschheit oder dringt in Regierungseinrichtungen vor und findet so heraus, wie ihr die Menschheit unterjochen könnt.

Destroy All Humans! – Crypto-137 in Gestalt des Bürgermeisters! – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

„Sondierungsgespräche“ und andere Meinungsverstärker

Über Kurz oder Lang legt ihr euch in Destroy All Humans! während der Aufträge dann mit Polizisten, Militärs oder den Agenten von Majestic an. Dank eurem Arsenal aus Zapper, Desintegrator, Ionengranatwerfer, dem Death-Ray und der anderen Bewaffnung eurer fliegenden Untertasse habt ihr aber genügend schlagkräftige Argumente zur Hand, um mit dem menschlichen Widerstand über die Übergabe der Schlüssel zum Planeten zu „verhandeln“. Einen Analsondenwerfer gibt es auch, aber diese Knarre ist abgesehen von einem kleinen Lacher am Rande eher für nichts zu gebrauchen. Außerdem könnt ihr Menschen, Tiere und Gegenstände mittels Gedankenkraft durch die Gegend schleudern.

Destroy All Humans! – Schwerbewaffnetes grü…äh graues Männchen! – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Das UFO, eure Waffen und Fähigkeiten sind in Destroy All Humans! zudem allesamt aufrüstbar. Das macht ihr nach erledigter Arbeit an Bord des furonischen Mutterschiffs in Pox Labor mit DNA-Punkten. Die sammelt ihr per psychokinetischer Hirnextraktion von den Erdlingen oder indem ihr sie als Belohnung für die Erfüllung von (Bonus-)Missionszielen einstreicht. 

Destroy All Humans! – Aufrüstbare Waffen und Skills sorgen für Motivation – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Prototype’s Prototyp

Abseits der Storykampagne könnt ihr die einzelnen Levels aber auch nochmals heimsuchen. Dort erwarten euch dann jeweils vier recht knifflige Herausforderungen. Hier müsst ihr entweder einer kaputten DNA-Sammeldrone hinterherhetzen, Menschen und Tiere entführen, die gesamte Spielwelt in Schutt und Asche legen und dabei soviel Schaden wie möglich anrichten oder aber stärker werdende Gegenerwellen pulverisieren. In diesen Challenges könnt ihr bis zu 3 Sternen erreichen.

Destroy All Humans! – Menschen entführen ist Cryptos Alltag – for science!!! – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Kurzum: Wer einen Ableger der Prototype-Serie gespielt hat, hat einen guten Überblick darüber, wie das generelle Open-World-Spielprinzip in Destroy All Humans! abläuft, respektive umgekehrt, bedenkt man, dass Crypto-137’s erstes Abenteuer 2005 erschien, während Prototype erstmals 2009 das Licht der Welt erblickte.

Schön fürs Auge, mau fürs Ohr!

Bei Destroy All Humans! handelt es sich um ein Remake des Originals von 2005, nicht nur um ein Remaster. Die Unreal Engine 4, auf der die Neufassung basiert zaubert wunderschöne, grellbunte Effekte auf den Bildschirm. Besonders die Art, wie Gebäude hochgehen, wenn man sie mit dem Death Ray des Ufos bearbeitet fand ich sehr befriedigend.

Destroy All Humans! – Die Explosionen und Lichteffekte sind sehr gelungen – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Im 2020er Destroy All Humans! wurden die menschlichen NPCs um einiges comichafter dargestellt, als noch im Original. Das passt meines Erachtens nach um einiges besser zum 1950er-Alien-B-Movie-Trash-Flair und unterstreicht den doch sehr kruden Humor des Games, der es zudem mit der Political Correctness nicht immer sehr genau nimmt. Aber auch das ist wiederum nur konsistent, bedenkt man die Epoche, in der Destroy All Humans! spielt.

Destroy All Humans! – Kackhumor… Haha… – Screenshot by BeyondPixels.at, Copyright by THQ Nordic

Geblieben sind im Remake allerdings scheinbar die Sprachaufnahmen des PS2-Originals, die sich oftmals sehr blechern anhören, was dem Gesamtprodukt leider schadet.

Destroy All Humans! - Der kleine Invasionssnack für Zwischendurch

Destroy All Humans! – Das Fazit:

Warum genau THQ Nordic und Black Forest Games genau Destroy All Humans! neu auflegen, verstehe ich nicht ganz, weil es damals eher mittelmäßig bewertet wurde, aber ich bin trotzdem dankbar, dass sie es getan haben.

Ja: Das Spielprinzip ist eher repetitiv und die Sprachaufnahmen wären besser ebenfalls einem Overhaul unterzogen worden. Macht es trotzdem einen riesen Spaß mit dem mies gelaunten Crypto-137 die heile 1950er-Jahre Idylle zu desintegrieren und Chaos und Zerstörung über die Menschheit regnen zu lassen? Auf jeden Fall!

Destroy All Humans! beschäftigt euch etwas um die 15 Stunden. Das ist gemessen am repetitiven Charakter des Gameplays meiner Meinung nach genau richtig, denn so ist das Spiel zu Ende, bevor es von einer unterhaltsamen Ballerei zu einem mühseligen Open-World-Spießroutenlauf wird.

Und das beschließt auch mein Fazit: Destroy All Humans! ist ein großteils gelungenes, optisch liebevolles Remake einer kurzweiligen und actiongeladenen 50s Sci-Fi-Persiflage, die Spieler*innen als Zwischenmahlzeit im Sommerloch unterhält, aber auch nicht mehr!

Wertung: 8.2 Pixel

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