DAEMON X MACHINA (Switch) Test: Beeindruckende Mechs

von Mandi 11.09.2019

Das neue Actionspektakel DAEMON X MACHINA wirft euch mitten in die Action. Seid ihr bereit, in die Mechs zu steigen und für Furore zu sorgen? Lest das Review!

Über das Game

Die kreativen Köpfe hinter der Armored Core-Serie haben sich zusammengetan, um dieses Spiel (exklusiv für Nintendo Switch) zu erschaffen. Hier die Story von der offiziellen Website des Games: Nach dem Fall des Mondes setzte die Menschheit eine fortgeschrittene KI zum Wiederaufbau der Welt ein. Doch das Desaster brachte mehr als nur weitläufige Zerstörung mit sich: Eine bösartige Maschinenrasse, die Immortals, wandte die KI gegen ihre menschlichen Meister. Die einstigen Hoffnungsträger wurden zur schlimmsten Bedrohung. Nun herrscht Krieg, und es liegt an euch, das Überleben der Menschheit zu sichern…

Ihr seid nun Teil einer Söldnergruppe, den Reclaimern. Für Credits, die Währung in DAEMON X MACHINA, nehmt ihr einen Auftrag nach dem anderen an. Anfangs geht es noch um die Wahrung der Sicherheit und Erkundung, doch spätestens nach einem Rang-Aufstieg müsst ihr euch mit immer mehr unerfreulichen Entwicklungen herumschlagen. Den Gewinn, den ihr einstreift, müsst ihr mit euren Reparaturkosten gegenrechnen. Da ihr den Großteil der Spielzeit in euren Riesen-Mechs (Arsenal genannt) steckt, gilt es genauso, diese aufzurüsten, umzubauen und in Schuss zu halten. Trailer gefällig?

Die Welt von DAEMON X MACHINA

Ein paar Fachbegriffe gilt es anfangs zu klären. Dadurch, dass der Mond auf den Planeten geprallt ist, ist einiges passiert. Zunächst einmal wurde ein Teil der Welt dem Erdboden gleichgemacht. Nicht nur das, es wurde auch Strahlung freigesetzt, durch die manche Menschen übernatürliche Fertigkeiten bekommen haben. Solche verstärkten Personen werden Outer genannt. Diese Outer sind beliebt, da sie für den Schutz der Menschheit wie geschaffen sind. Da die Lebenszonen immer wieder von Drohnen und Mechs angegriffen werden, haben sich Söldnergruppen gebildet.

Diese Gruppen statten ihre SöldnerInnen mit Arsenals, gigantischen Robotern zum Einsteigen, aus. Werden Arsenals von einer feindlichen KI übernommen, nennt man sie Immortals. Sogenannte Femto-Gebiete sprudeln nur so vor Femto, und dieser Rohstoff ist bei allen Fraktionen mehr als nur gern gesehen. Warum allerdings in letzter Zeit einige Leute begonnen haben, Femto zu horten, weiß niemand so genau. Da die Welt nun von verschiedenen Fraktionen verwaltet wird, kommen Missionen ins Spiel. Mal müssen Angreifer abgewehrt werden, mal sollen Gebiete erkundet werden und manchmal muss man auch eine Fracht sicher ans Ziel bringen. Doch alles der Reihe nach.

Trubel mit der Künstlichen Intelligenz

Zu Beginn des Spiels sind die Fronten klar verteilt: Die bösen KI-gesteuerten Drohnen müssen vernichtet werden. Zum Schutz der Menschheit holt ihr so einige Flugobjekte vom Himmel, immer unter der Annahme, dass eine böse KI diese steuert. Doch je länger ihr in der Story des Spiels fortschreitet, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Fraktionen. Während ihr euch vom Söldner-Rang F hocharbeitet, verändert sich die Welt rund um euch nach fast jeder Mission. Ihr beginnt damit, den Eignungstest für ein Arsenal abzulegen. Danach seid ihr schon fixer Bestandteil in den Teams, und euer Game beginnt.

Die KI namens Four gibt euch vor den Missionen eure Aufträge bekannt. Der Ablauf in DAEMON X MACHINA ist hier stets gleich: Ihr nehmt einen Auftrag an, ihr erfüllt ihn und kehrt zur Basis zurück. Dort könnt ihr dann im Labor euren Charakter verbessern oder aber auch neue Teile für euren Arsenal bestellen. Der Riesenmech kann aber auch dadurch verstärkt werden, indem ihr zerstörte Arsenals während eines Kampfes ausschlachtet. Ganz à la Metal Gear Rex dürft ihr da unterschiedliche Teile ausbauen, allerdings nur eines pro Mech. So müsst ihr entscheiden, welche Komponenten ihr in die Basis mitnehmt!

Was passiert während so einer Mission?

Während der Missionsbesprechung gibt Four die wichtigsten Eckdaten preis: Auftraggeber, Ziel und Belohnung der Aufgabe. Verschiedene Fraktionen nehmen dann entweder diesen Auftrag an oder lehnen ihn ab, das wird euch in Zwischensequenzen nähergebracht. So bekommt ihr innerhalb der ersten Spielstunden einen guten Überblick darüber, welche Gruppierung für welche Werte steht. Die Mission selbst dauert dann entweder wenige Minuten (dann und wann gibt es einen Sonderbonus, wenn ihr sie etwa in unter 150 Sekunden abschließt) oder kann euch auch mal länger fesseln.

Gewisse Aufträge sind sehr einfach gestrickt, andere wiederum ziehen sich über mehrere Aufgaben hinweg. Ihr habt fast immer Begleitung mit dabei, und wenn deren Arsenals w.o. geben, könnt ihr durch das Halten der A-Taste einen Reboot starten. Habt also immer ein Auge auf den Zustand eurer Teammitglieder, dann kann fast nichts schief gehen. Vertraut auch nicht allzu sehr der Missionsanzeige – sehr oft reihen sich weitere Aufgaben dahinter. Wenn ihr also glaubt, dass ihr nur X zu erledigen habt, werdet ihr gerne von Y und Z überrascht. Bevor nicht „Mission abgeschlossen“ erscheint, ist es auch noch nicht so weit!

Zwischen den einzelnen Levels

Der Weg vom Rang F-Söldner bis hin zur Oberklasse ist ein weiter. Deshalb bietet DAEMON X MACHINA eine Unzahl von Story-Missionen, aber auch freien Aufgaben an. Während die ersteren euch in der Geschichte des Spiels weiterbringen, sind die freien Missionen dazu gedacht, Credits zu verdienen. Diese sauer verdienten Goldmünzen helfen euch dabei, im Shop für Waffen und Rüstungen kräftig einzukaufen. Doch nicht nur euren Arsenal, auch euren eigenen Körper dürft ihr aufrüsten. So könnt ihr eine Menge von Boni anhäufen, die euch dann in den Missionen von Vorteil sind.

Übrigens: Freie Missionen lassen sich beliebig oft wiederholen, also wenn ihr gewisse Teile von gewissen Arsenals beschaffen wollt, könnt ihr dies problemlos durchziehen. Natürlich kostet das ein wenig Zeit, doch nach ein paar Missionen wollt ihr ohnehin schon mal stärkere Arme und Beine haben. Es muss sich aber nicht alles um die Aufgaben drehen, es gibt auch andere Dinge zu machen. Wer etwa Zeit in einer Eisdiele verbringen will, kann auch dieses tun. Nicht so bunt wie bei Kingdom Hearts, aber doch: So dürft ihr nach Herzenslust ein Eis zusammenstellen, das nach dem Verzehr temporäre Verstärkungen liefert. 

Alles gut, oder gibt es auch Kritik?

Es macht richtig viel Spaß, DAEMON X MACHINA zu spielen. So sehr, dass auch EinsteigerInnen gerne auf eine oder zwei schnelle Runden zurückkehren. Wenn man Kritikpunkte sucht, wird man natürlich auch bei diesem Exklusivtitel fündig. Beispielsweise sind die Umgebungen, in denen sich eure Missionen abspielen, nicht wirklich lebendig oder abwechslungsreich. Das lässt sich zwar durch das postapokalyptisches Setting erklären, fällt aber dem Spieletester dennoch auf. Genauso sind manche Schwierigkeitsspitzen im Spiel zwar gewollt, meiner Meinung nach aber ein wenig unnötig.

Das Game braucht auch ein wenig, bis es einen Sog entwickelt. Die ersten Missionen haben nichts mit dem gemein, was euch später im Spiel erwartet. Diese Entwicklung ist an sich zu begrüßen und lobenswert, benötigt aber ein wenig zu viel Zeit, bis DAEMON X MACHINA so richtig gut wird. Wie bei jedem Titel, der sich auch in der Luft abspielt, ist die Kamera ein Wackelkandidat. Spätestens, wenn sich Gegner über und hinter euch befinden, wird das Gameplay stressig und manchmal unübersichtlich. Gut, dass ihr fast nie ohne Begleitung unterwegs seid! Es hilft auch, dass das Handling des Spiels an sich gelungen ist – mehr dazu hier.

So spielt sich DAEMON X MACHINA

Der Switch-Titel steuert sich vom ersten Augenblick an hervorragend. Es benötigt zwar ein wenig Eingewöhnungszeit, bis ihr das User Interface komplett verstanden habt, doch das lohnt sich. Vor allem könnt ihr auf der Minimap rechts oben nicht nur ausmachen, wo sich eure Feinde befinden, sondern auch, welche Art von Gegnern euch erwartet. Sogar Loot und Heiltanker sind darauf verzeichnet – während übriggebliebene Gegenstände in gelb eingezeichnet sind, werden die Heilmöglichkeiten als blaue Punkte markiert. Je nach Spielstil könnt ihr euren eigenen Arsenal aufbauen.

Wenn ihr also im Nahkampf mit Riesenschwertern glänzen wollt, könnt ihr das genauso tun wie mit Schrotflinte und Scharfschützengewehr aufzutrumpfen. Zwar ist der Umbau-und Aufrüstungsmodus in DAEMON X MACHINA ein kleines Menümonster, doch auch hier lohnt sich die investierte Zeit gewaltig. Spätestens im Rang D gibt es Feinde, die ihr mit der Standardausrüstung fast unmöglich biegen könnt. Das Zielen im Game ist sehr neulingsfreundlich – wenn eure Ziel-KI erst einmal auf einen kleinen Gegner eingestellt ist, besiegt ihr ihn problemlos mit wenigen Schüssen.

Die Technik des Spiels

Optisch wie auch soundtechnisch gehört DAEMON X MACHINA zum Feinsten, was die Nintendo Switch-Konsole zu bieten hat. In manchen Missionen ist so viel los, dass man kaum zurechtkommt. Vielleicht sind die sich wiederholenden Umgebungen auf Dauer ein wenig öde, aber das fällt kaum auf. Auch auf die Ohren gibt es zur Genüge – Charaktere haben Sprachsamples erhalten, und die verschiedenen Waffen und Effekte klingen sehr gut und glaubwürdig. Da ist es fast schon zu schade, den Titel allein zu genießen. Leider konnte ich im Testzeitraum vor dem Release den Mehrspielermodus noch nicht testen.

Auf der offiziellen Website zum Spiel steht aber das Folgende: „Schließe dich mit bis zu drei Freunden im drahtlosen lokalen Modus oder online zusammen, um spezielle Ko-op-Missionen zu spielen. Die Credits, Waffen und Rüstungsteile, die ihr in diesen Missionen erhaltet, können sowohl im Einzel- als auch im Mehrspielermodus eingesetzt werden. In einigen Missionen trefft ihr auf gigantische Immortals, die ihr nur als Team in Kämpfen auf Leben und Tod besiegen könnt. Gelegentlich stehen euch auch feindliche Reclaimer in eigenen Arsenals gegenüber. Bezwingt sie alle und zeigt ihnen, wer der Boss ist!“

Empfehlenswerte, Switch-exklusive Mech-Action

DAEMON X MACHINA beginnt zunächst wie ein handelsüblicher Shooter. Da gibt es eine Menge Charaktere, ein paar Klischees, und eine Missionsliste. Oh, ihr dürft euren Arsenal-Mech aufrüsten und freie Missionen zum Farmen wiederholen, toll. Wenn ihr aber die ersten Spielstunden hinter euch gebracht habt, entpuppt sich dieser Titel als ein sehr tiefgründiger Shooter mit guten Story-Ideen. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es zu sein scheint, und ab da macht das Game richtig Spaß! Ja, das Spiel benötigt eine Weile, bis es euch in seinen Bann zieht, doch im Prinzip macht es alles richtig.

Die Steuerung ist top und einsteigerfreundlich, die Aufrüstungsmöglichkeiten machen Laune und wer will, kann sich in den freien Missionen eine Menge Credits verdienen. Sowohl optisch als auch akustisch wird hier die Nintendo Switch voll ausgereizt, es ist teilweise eine Menge auf dem Bildschirm los. Es ist dabei egal, ob ihr an einem TV-Screen oder im Handheld-Modus spielt: DAEMON X MACHINA ist auf jeden Fall äußerst gut gelungen. Wenn euch das Setting mit Postapokalypse, riesigen Mechs und jeder Menge Feuerkraft auch nur im Geringsten anspricht, habt ihr hier einen Pflichttitel. Gerade für Nintendo Switch gibt es im Moment nichts Vergleichbares!

Wertung: 8.5 Pixel

für DAEMON X MACHINA (Switch) Test: Beeindruckende Mechs von Mandi

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