Crime Master im Test

von Marianne Kräuter 23.08.2016

Der Gmeiner Verlag versorgt Hobbydetektive und Freunde von Krimis nicht nur mit Romanen, sondern auch mit Kartenspielen. In Crime Master gilt es, 25 Kriminalfälle in Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz aufzuklären. Wie viel Spaß das Spiel macht, erfahrt ihr hier in meinem Testbericht!

Fakten

Spieleranzahl: 2+
Dauer: ca. 15 Minuten pro Fall
Alter: ab 14 Jahren
Inhalt: 25 Fallkarten, 25 Lösungskarten, 1 Block mit Ermittlungsakten, Spielanleitung

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Der Lösung auf der Spur

Wer Black Stories kennt oder mit Freunden auf Parties schon mal „Personen raten“ gespielt hat, wird das ähnliche Spielprinzip bei Crime Master wiedererkennen. Eine Person wird zum Crime Master ernannt und darf sich nicht nur die Fallkarte mit den wenigen Details zum Verbrechen ansehen, sondern auch die Karte mit der Auflösung durchlesen. Alle Detektive lesen die Fallkarte und befragen den Crime Master anschließend zum Tathergang. Dieser darf nur mit „Ja“ oder „Nein“ auf die Fragen der SpielerInnen antworten.

Gewisse Phrasen und Wörter sind auf der Lösungskarte farblich unterlegt. Es handelt sich dabei um wichtige Details zum Fall, wie Informationen über die Person des Täters, welche Hilfmittel er benutzte, was seine Motive waren und wie die Tat vollführt wurde. Haben die Detektive eines dieser Schlüsselwörter genannt, bekommen sie einen Punkt. Ein Fall gilt als gelöst, wenn 12 Punkte erreicht worden sind. Durch das Punktesystem ist es möglich, Fälle auch teilweise zu lösen.

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Im Wettstreit oder im Team

Crime Master bietet zwei Spielmodi: Die Detektive können sich entscheiden, ob sie einen Fall gemeinsam lösen oder gegeneinander spielen wollen. Spielt man im Team, versucht man bei der Aufklärung des Verbrechens gemeinsam möglichst viele Punkte zu ergattern und darf sich auch zwischen den Fragen an den Crime Master gegenseitig austauschen und beratschlagen. Spielt man gegeneinander, fängt einer mit Fragen an und darf den Crime Master solange löchern, bis dieser einmal mit „Nein“ antwortet. Daraufhin darf der/die Nächste Fragen an den Crime Master stellen. Wer mehr wichtige Details des Falls aufdeckt und somit die meisten Punkte erhält wird zum Sieger erklärt.

Kombiniere, Kombiniere

Der Spaßfaktor von Krimi-Fragespielen wie Crime Master hängt von zwei Dingen ab: Der Qualität der Fälle und dem Enthusiasmus der MitspielerInnen.

Sehr gut gefällt mir, wie vielfältig die Kriminalfälle sind. Von Marionetten-Diebstahl aus der Augsburger Puppenkiste über einen Banküberfall in Berlin bis hin zur Morddrohung an eine Lehrerin aufgrund eines Schultheaters wird so einiges aus der Welt des Verbrechens abgedeckt. Wer glaubt, mit den wenigen Infos auf den Fallkarten hätte man das Rätsel bereits zur Hälfte gelöst, liegt falsch. Diese Informationen liefern lediglich einen ersten Anhaltspunkt, um losfragen zu können. Manche Details, wie Zeugenaussagen oder Gegenstände der Spurensicherung können einen sogar irreführen. Kein einziges Mal als nützlich erwiesen hat sie die Skizze des Tatorts auf der Rückseite der Karten.

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Das Punktesystem funktioniert gut und gibt einem das Gefühl von Fortschritt. Selbst wenn man nicht alle wichtigen Begebenheiten eines Falls heraus findet, hat man etwas erreicht. Den Ehrgeiz, jeden Fall komplett zu lösen, sollte man sich besser abgewöhnen. Manche Fälle verlangen eine Kenntnis lokaler Details, die man nicht kennen wird, wenn man nicht dort wohnt. Kommt man aufgrund verlangtem Spezialwissens nicht auf die Lösung, bewegt sich Crime Master manchmal von knifflig zu frustig.

Mit dieser Aussage landen wir auch schon bei der zweiten Spaßvariable des Spiels: den MitspielerInnen. Sind eure Mitdetektive nicht aufmerksam, überlegen minutenlang, ehe sie eine Frage stellen, oder wissen nicht, was deduzieren heißt, wird euch Crime Master keinen Spaß machen. Knoblen eure MitspielerInnen hingegen gern, sind neugierig und fragen überlegt, macht das Auflösen der Fälle Laune.

Fall aufgeklärt

Meiner Meinung nach bietet sich Crime Master geradezu für Partys an: Die wenigen Regeln hat jeder in fünf Minuten verstanden, ein Fall dauert gerade mal 15 Minuten und die Spieleranzahl ist flexibel. Da das Spiel praktisch keinen Wiederspielwert bietet – wenn man die Fälle kennt, wird man sie nicht erneut lösen – macht es Sinn, es immer wieder neuen Leuten vorzustellen. Wem das Prinzip von Black Stories gefällt, dessen Fälle aber zu skurril sind oder wer von dieser Reihe schon einiges besitzt und Lust nach mehr hat, kann getrost bei Crime Master zugreifen.

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Wertung: 6 Pixel

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