Creaks Test (Arcade): Düsterer Puzzler der Machinarium-Macher

von Mandi 25.08.2020

Mit Creaks haben Amanita Design ein neues Spiel veröffentlicht. Ganz dem Studio getreu erwartet euch hier wieder ein feiner Titel – lest mehr im Review!

Dieses Game ist auf Apple-Geräten nur dann spielbar, wenn ihr Mitglied bei Apple Arcade seid. Dazu müssen eure Geräte auf iOS 13 oder neuer aktualisiert sein. Dieser Dienst kostet euch 5 Euro im Monat (oder 50 Euro im Jahr) und bietet euch unlimitierten Zugriff auf über 100 Spiele. Apple Arcade-Titel werden durch eure Abo-Zahlungen und Apple selbst finanziert. Dadurch können es sich die EntwicklerInnen leisten, auf die unbeliebten Finanzierungsoptionen wie sich laufend wiederholende Werbeeinblendungen oder In-App-Käufe zu verzichten. Timer, die euren Spielspaß einschränken oder verzögern, gibt es nicht.

Über Creaks

Die Macher des Spiels gaben Creaks den Untertitel „Lerne neue Nachbarn kennen“. Nun, ein soziales Game ist der Titel aber nicht, denn ihr müsst euren Helden unbeschadet durch eine irre Abfolge von interessanten Gebäuden lotsen. Der Boden bebt, die Glühbirnen platzen – etwas Ungewöhnliches geht hinter den Kulissen vor. Nur mit eurem Verstand und Mut bewaffnet wagt ihr euch in eine Welt voller Vogelmenschen und lichtscheuen Möbelmonstern. Nach Machinarium, Samorost, Botanicula, Pilgrims und CHUCHEL folgt nun dieses Spiel von Amanita Design.

Euer Held ist in diesem Abenteuer rein von euren Eingaben und Ideen abhängig. Leitern wollen erklommen werden, Angreifern gilt es auszuweichen und bissige Hunde warten nur darauf, euch anfallen zu dürfen. Wenn ihr in deren Reichweite kommt, bellen sie plötzlich drauflos und sprinten dann in eure Richtung. Erst nach einer Zeit kommt ihr durch das kluge Puzzledesign darauf, dass sie das Licht scheuen. So könnt ihr euch fürs Erste in Sicherheit wägen. Doch warum ist das so? Ihr spielt weiter und weiter, bis ihr den Grund erfahrt, warum diese Hundchen das Licht nicht mögen. Das lässt sich dann wiederum für das Weiterkommen nutzen…

Erforschen und erleben

Ihr werdet ohne große Vorgeschichte in das Geschehen geworfen, und wie andere Amanita-Spiele auch kommt Creaks ohne Worte aus. Die Mimik der Protagonisten, die Körpersprache und vieles mehr weisen euch den Weg, ohne dabei große Texte zu präsentieren. Natürlich ist immer wieder mal eine Überraschung mit von der Partie, so werden plötzlich Feinde zu Puzzle-Hilfestellungen. Es zahlt sich aus, dem Licht zu folgen und auch zuvor besuchte Orte nochmal anzuschauen. Das Spiel ist nicht ganz einfach, nach etwa einer Spielstunde kommen dann knackigere Umstände auf euch zu.

Das doch lineare Erlebnis ist dem Spielprinzip geschuldet, dass ihr immer zuerst X erledigen müsst, um zu Y zu kommen. Auch, wenn ihr euch zu fast jeder Zeit des Games frei bewegen dürft, eine richtige offene Welt bietet Creaks nicht. Eine feste Erzählung ist der Titel jedoch auch nicht, dazu habt ihr zu viele Freiheiten. Habt ihr schon mal andere Spiele des Studios gespielt, wie etwa Machinarium oder (noch besser) Botanicula, dann wisst ihr, was auf euch zukommt. Die düstere Grundstimmung des Titels zeigt euch jedenfalls schnell, wohin die Reise geht – und eure grauen Zellen werden dann immer mehr gefordert!

Die Technik von Creaks

In Creaks ist das Erlebnis des Spiels etwas, das ganz groß geschrieben wird. Der Hinweis der Entwickler, dass sich der Titel am besten mit einem Controller und guten Kopfhörern spielt, ist daher nicht ganz unnütz! Die Musik untermalt das Geschehen immer sehr gut, und zwischen Angst, Melancholie und dem Entdeckerdrang des Protagonisten ist für jeden etwas dabei. Was besonders auffällt, ist die komplett handgezeichnete Optik des Games. Das sorgt für einen ganz eigenen Charme, und hat mir persönlich sehr gut gefallen. Schade ist natürlich, dass ihr durch das lineare Spiel kaum wirkliche Freiheiten habt, die Welt zu erkunden – zu oft werdet ihr künstlich limitiert.

Doch was die Spannung angeht und den Aufbau der Story, macht man Creaks so schnell nichts vor. Verschiedenste Rätselmechanismen folgend aufeinander, und kaum habt ihr einen Zusammenhang gemeistert, müsst ihr schon die nächsten herausfinden. Das Geschehen im Spiel läuft auch weitestgehend gewaltfrei ab, es ist somit für Kinder ebenso geeignet. Die Kopfnüsse im Game haben allerdings nichts mit der Steuerung zu tun, die funktioniert sowohl am Touchscreen als auch mit Controller einwandfrei. Wenn ihr nicht die richtige Idee habt, kann es sein, dass ihr auch schon mal eine Weile hängenbleibt.

Fazit zum Spiel: Gutes Erlebnis

Wie andere Amanita Design-Spiele auch ist dieser Titel ein ganz eigenes Game geworden. Es lullt euch rasch mit der handgezeichneten Optik ein, garniert das Ganze mit coolen Ideen, was das Gameplay angeht, und auch die Rätsel kommen keinesfalls zu kurz! Dann gibt es ein paar Wendungen, die euch dann plötzlich ganz andere Dinge offenbaren, und so kommt ihr Schritt für Schritt weiter. Doch dann erhöht Creaks sukzessive die Schwierigkeit, und schnell kommen Kinder an ihre Grenzen. Oft durch viel Nachdenken und manchmal auch durch Glück gelöste Rätsel geben euch dann eine neue Info, mit der ihr dann anderswo weiterkommt. Diese Art von Spiel genießt derzeit nicht den größten Appeal, macht aber dennoch Spaß.

Ein großer Akteur in diesem Game ist zweifelsfrei die Musik. Sie untermalt das Geschehen immer sehr gut, und dabei kommt der Titel so gut wie ganz ohne Worte aus. Jedes geschaffte Rätsel und jeder erhaltene Meilenstein sorgt dabei für große Freude, so groß ist die Herausforderung. Ihr müsst halt nur darauf achten, dass ihr es hier mit einem knackigen Spiel zu tun habt – wer das Game unterschätzt, ist schnell gefrustet. Wenn ihr also mal vorhabt, euren grauen Zellen eine etwas ungewöhnliche Frischkur zu verpassen, habt ihr mit diesem Titel eine tolle Chance dazu! Creaks ist im Abonnement Apple Arcade (5 Euro im Monat oder 50 Euro im Jahr) enthalten.

Wertung: 8.0 Pixel

für Creaks Test (Arcade): Düsterer Puzzler der Machinarium-Macher von Mandi