Xiaomi Pad 8 Test – Viel Leistung zum mittleren Preis

von David 26.04.2026

Mit dem Xiaomi Pad 8 schickt der chinesische Hersteller einen Nachfolger ins Rennen, der die Grenzen zwischen Mittelklasse und Premium-Segment weiter verschwimmen lässt. Mit einem Einstiegspreis von ca. 340 € bis 420 € (je nach Speicher-Variante und aktuellem Angebot) positioniert sich das Tablet preislich deutlich unter der Konkurrenz von Apple und Samsung, ohne dabei bei der Hardware zu geizen. Durch ein extrem schlankes 5,75 mm Aluminium-Unibody-Gehäuse und ein gestochen scharfes 3,2K-Display mit 144 Hz fühlt sich das Tablet deutlich wertiger an, als der Preis es vermuten lässt. Die Erwartungshaltung ist klar: Xiaomi möchte mit dem verbauten Snapdragon 8s Gen 4 und dem neuen HyperOS eine Performance liefern, die nicht nur für flüssiges Entertainment sorgt, sondern das Tablet dank optimiertem Zubehör auch zu einem ernst zu nehmenden Werkzeug für die mobile Produktivität macht.

Ein LCD Screen, der viel kann

Man bemerkt es schon beim ersten einschalten: Das Herzstück des Xiaomi Pad 8 ist zweifelsohne das 11,2 Zoll große Crystal-Clear-Display, das mit einer Auflösung von 3,2K (3200 x 2136 Pixel) daher kommt. Mit einer Pixeldichte von 345 PPI ist die Darstellung so scharf, dass selbst kleinste Texturen in hochauflösenden Magazinen oder komplexe Excel-Tabellen absolut präzise wirken. Besonders hervorzuheben ist der Wechsel auf das 3:2 Seitenverhältnis. Im Vergleich zum klassischen Breitbildformat bietet dies deutlich mehr vertikale Arbeitsfläche, was das Lesen von Dokumenten und das Surfen im Web spürbar komfortabler macht.

Obwohl Xiaomi hier auf ein hochwertiges LCD statt OLED setzt, überzeugen die Kontraste und die Farbtiefe von 12-Bit (über 68 Milliarden Farben). Natürlich kommt man nicht an die Farbpracht eines OLED heran, aber für LCD ist das Ergebnis schon wirklich stark. Abermals steht hier der Preisleistungsgedanke im Vordergrund. Dank einer Spitzenhelligkeit von bis zu 800 Nits bleibt der Bildschirminhalt auch in hellen Räumen oder auf der Terrasse gut ablesbar. Für Gamer und Ästheten ist die adaptive 144 Hz Bildwiederholrate das eigentliche Highlight. Sie passt sich in sieben Stufen (von 30 Hz bis 144 Hz) flüssig an den Inhalt an, was nicht nur für eine butterweiche Bedienung sorgt, sondern auch den Akku schont. Abgerundet wird das visuelle Erlebnis durch die Unterstützung von Dolby Vision und einen speziellen Wet-Touch-Modus, der dafür sorgt, dass das Display selbst bei leicht feuchten Fingerspitzen (etwa in der Küche beim Rezepte-Check) zuverlässig reagiert. Wer viel liest, wird zudem den verbesserten Lesemodus mögen, der die Farbtemperatur so präzise steuert, dass die Augen nicht so schnell ermüden. Klar ist das hier kein E-Ink Reader, aber eine einstündige Lesesession war bei mir überhaupt kein Problem und sehr Augen schonend.

Hält lange durch

Die  CPU des Xiaomi Pad 8 markiert einen echten Performance-Sprung. Der neue Snapdragon 8s Gen 4. Gefertigt im effizienten 4-nm-Verfahren, bietet dieser Chipsatz eine CPU-Leistung, die in den Benchmark Tests auch mit der höherpreisigen Tablet-Konkurrenz mithalten kann. Im Vergleich zum Vorgänger spürt man vor allem bei KI-gestützten Aufgaben und intensivem Gaming einen deutlichen Zuwachs, während die Wärmeentwicklung dank der optimierten Architektur erstaunlich niedrig bleibt. Gepaart mit 8 GB RAM ist das Tablet damit gut aufgestellt. Damit der CPU nicht vorzeitig die Puste ausgeht, hat Xiaomi die Akkukapazität auf satte 9.200 mAh geschraubt.

Das reicht nicht nur in der Theories, sondern auch in der Praxis für stolze 17 Stunden Videostreaming oder über 13 Stunden intensive Online-Meetings. Das kann ich in meinem Test bestätigen, ich war überrascht wie lange man damit z.B. Netflix schauen kann und wie langsam der Akkustand sinkt. Das ist natürlich auch für die Mobilität gut, wenn das Gerät eine Bahnfahrt oder sogar einen langen Flug mühelos durchhält. Mit einer Höhe von 5,75 Millimeter und  einem Gewicht von 485 Gramm unterstreicht das Xiaomi Pad 8 seine Portabilität. Sollte der Akku doch einmal leer sein, sorgt das 45W Turbo-Charging dafür, dass das Tablet in etwa 100 Minuten wieder komplett bei 100% steht. Ein nettes Extra für User im Xiaomi-Ökosystem: Das Tablet unterstützt zudem Reverse Wireless Charging mit bis zu 22,5W, womit ihr euer Smartphone oder die In-Ear-Kopfhörer ganz bequem auf der Rückseite des Pads aufladen könnt.

Durchdachtes Multitasking

Das Xiaomi Pad 8 punktet aber nicht nur durch Hardware, sondern auch dank der Software bzw. Betriebssystem Xiaomi Hyper OS 3. Das Herzstück dieses Erlebnisses ist die intuitive Handhabung von mehreren Aufgaben gleichzeitig. Über eine einfache Drei-Finger-Geste oder das Dock am unteren Bildschirmrand lässt sich der Split-Screen-Modus aktivieren, der das Display präzise teilt. So könnt ihr beispielsweise während eines Videocalls auf der einen Seite gleichzeitig eure Mails oder eine Textdatei bearbeiten oder in einer Vorlesung links das PDF lesen und rechts direkt Notizen mitschreiben. Das Verhältnis der Fenster lässt sich dabei stufenlos verschieben, je nachdem, welche App gerade mehr Platz benötigt. Das ist der einfache Fall, aber für noch mehr Multitasking gibt es die Floating Windows.

Ihr könnt damit bis zu zwei Apps in frei skalierbaren Fenstern über eure aktuelle Tätigkeit legen. Das ist besonders praktisch, um mal eben schnell den Taschenrechner zu nutzen, einen Chat zu beantworten oder ein YouTube-Video in der Ecke mitlaufen zu lassen, während im Vollbild- oder im geteilten Modus gearbeitet wird. Diese Fenster lassen sich bei Bedarf einfach an den Bildschirmrand „andocken“ und zu einer kleinen Blase minimieren, sodass sie jederzeit griffbereit sind, ohne den Fokus zu stören.

Smart Keyboard

In Kombination mit dem Workstation-Modus, der die Benutzeroberfläche in ein Desktop-ähnliches Layout mit Taskleiste verwandelt und dem Smart Keyboard für 130 Euro wird das Pad 8 zu einem ernsthaften Laptop-Ersatz für unterwegs. Es verbindet sich magnetisch über die Pogo-Pins an der Rückseite, was bedeutet, dass ihr euch nie um das Pairing per Bluetooth oder das Aufladen der Tastatur kümmern müsst.

Das Gerät zieht den Strom direkt vom Tablet und das ist einfach super praktisch. Das Tippgefühl ist überraschend präzise: Mit einem Tastenhub von 1,3 mm fühlt es sich fast wie ein hochwertiges Ultrabook an. Besonders hervorzuheben ist das großzügig dimensionierte Glas-Touchpad, das nun auch haptisches Feedback und alle gängigen Multi-Touch-Gesten von HyperOS unterstützt. Ich muss wirklich unterstreichen, dass das Multitasking mit Touchpad, Tastatur und den vorhin genannten Softwarefeatures richtig gut von der Hand geht und sehr an einen PC erinnert. Was aber auch noch neu bei der Tastatur mit an Board ist, ist der neue, stufenlose Neigungswinkel. Damit kann das Tablet zwischen 110° und 165° aufgestellt werden, was besonders bei Videocalls oder beim Arbeiten unterwegs einen riesigen Komfortgewinn gegenüber den starren Hüllen der Vorgänger bedeutet. Die Tastatur ist zudem hintergrundbeleuchtet und passt ihre Helligkeit dank eines Sensors automatisch an das Umgebungslicht an. 130 Euro sind zwar nicht günstig, aber ihr bekommt damit eine Hülle und eine Tastatur inklusive Touchpad, wo alles perfekt in einander greift.

Focus Pen Pro

Für all jene, die lieber oder zusätzlich per Hand schreiben oder zeichnen wollen, gibt es für 100 Euro den Xiaomi Focus Pen Pro. Das herausragende Merkmal dieses Modells ist die integrierte Spotlight-Technologie: Dank eines eingebauten Beschleunigungssensors fungiert der Pen bei Präsentationen als virtueller Laserpointer. Per Knopfdruck könnt ihr Bereiche auf dem Display hervorheben, einkreisen oder wie mit einer Taschenlampe anstrahlen.

Ein Feature, das besonders in Videocalls oder bei Screen-Mirroring auf eine Leinwand sehr praktisch ist. Technisch lässt der Focus Pen Pro beim Schreiben sehr kompetent. Die extrem niedrige Latenz von nur 2 Millisekunden sorgt in Kombination mit dem 144 Hz Display des Pad 8 für ein Schreibgefühl, das absolut verzögerungsfrei ist. Die haptische Spitze wurde so optimiert, dass sie beim Gleiten über das Glas den idealen Widerstand bietet, fast so, als würde man mit einem hochwertigen Bleistift auf Papier zeichnen.

Über die programmierbaren Seitentasten lassen sich nicht nur Werkzeuge in Apps wie Canvas oder Notes wechseln, sondern auch die Kamera auslösen oder durch Folien klicken. Geladen wird er wie gewohnt magnetisch an der Gehäuseseite des Tablets und hat nach bereits zehn Minuten aufladen, zwei Stunden Energie.

Xiaomi Pad 8 Fazit

Das Xiaomi Pad 8 ist ist eine Kampfansage an die etablierte Oberklasse. Für einen Preis, der deutlich unter dem der Pro-Konkurrenz liegt, liefert Xiaomi eine Hardware-Kombination aus dem Snapdragon 8s Gen 4 und einem brillanten 144 Hz Display, die im Alltag keine Wünsche offen lässt. Ob als mobiles Kinoleinwand-Ersatz, oder dank des durchdachten Multitasking-Konzepts als produktives Arbeitsgerät, das Tablet meistert den Spagat zwischen Entertainment und Business sehr gekonnt. Besonders in Verbindung mit dem verbesserten Smart Keyboard und dem extrem präzisen Smart Pen wird es zu einer ernstzunehmenden Laptop-Alternative für Studierende und Pendler:innen. Wer nicht bereit ist, den Marken-Aufschlag der Konkurrenz zu zahlen, erhält hier ein technisch überlegenes Gerät, das in Sachen Haptik und Performance keine Kompromisse eingeht.

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