Muse S Athena: Dieses Wearable misst eure Gehirnwellen

von Mandi 11.02.2026

Mit dem S Athena läutet der Neurotech-Spezialist Muse eine neue Ära des „Mental Fitness“-Trainings ein.

Zum Muse S Athena

Dieses neue Headband ist das erste Consumer-Wearable, das Elektroenzephalografie (EEG) und funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) in einem Gerät kombiniert und damit Hirnaktivität und Durchblutung gleichzeitig misst. Das als Gen‑3‑Nachfolger von Muse 2 und Muse S konzipierte Stirnband zielt darauf ab, Fokus, mentale Ausdauer und kognitive Resilienz zu stärken. Tagsüber mit aktiven Trainings, und nachts mit detailliertem Schlaftracking. Im Gegensatz zu früheren Muse-Generationen setzt S Athena nicht nur auf klassische, augengeschlossene Meditation, sondern bringt ein interaktives Eyes‑open‑Training in die Muse‑App: In einem „Owl Flight Mode“ steuern wir mittels mentaler Anstrengung eine Eule, deren Fluggeschwindigkeit direkt an den gemessenen Gehirnstoffwechsel gekoppelt ist. Je mehr mit Sauerstoff angereichertes Blut im präfrontalen Kortex ankommt, desto weiter und schneller fliegt der virtuelle Vogel.

Belohnt wird das mit einem „Strength Score“ von 0 bis 100, der die Fähigkeit zur anhaltenden geistigen Anstrengung abbilden soll. Technisch kombiniert Muse S Athena fünf EEG-Sensoren mit fNIRS‑Optik, PPG‑Pulsoximetrie, Beschleunigungs- und Gyroskopsensoren und liefert so parallel Daten zu Aufmerksamkeit, Herzaktivität, Atmung, Bewegung und Gehirnoxygenierung. Auf dieser Basis unterscheidet das System zwischen „Mental Strength“ (wie viel Energie das Gehirn aufwendet) und „Mental Clarity“ (wie klar und flexibel der Geist zwischen Zuständen wechselt) und berechnet verschiedene Kennzahlen wie Mental Strength Score, Cognitive Performance Score (Alpha-Peak), Brain Recharge sowie Calm‑, Stillness‑, Herz‑ und Atemwerte. Die zugehörige Muse‑App visualisiert Brainwaves in Echtzeit, zeigt Alpha‑, Beta‑ oder Gamma‑Dominanz und stellt nach jeder Session detaillierte Kurven und Trendanalysen bereit.

Gute Nacht mit Muse

Im Bereich Schlaf inszeniert sich Athena als „Schlaflabor fürs Zuhause“: Das Headband zeichnet Schlafstadien (Wach, REM, Leicht-, Tiefschlaf), Slow‑Wave‑Intensität, Schlafposition, Herzfrequenz und nächtliche Bewegungen mit EEG‑basierter Präzision auf und bündelt sie in einem Sleep Score von 0 bis 100, der an Alter und Geschlecht angepasst wird. Ergänzt wird das durch digitale „Sleeping Pills“ – KI‑gesteuerte Audioerlebnisse aus Geschichten, Naturklängen und Meditationen, die anhand der gemessenen Hirnaktivität sanft ausblenden, wenn der Nutzer einschläft, und wieder einsetzen, wenn er nachts aufwacht. Für Forschende und Kliniker hebt Muse hervor, dass Athena zusätzlich die Sauerstoffsättigung (SpO₂) und Hirnoxygenierung erfasst und so etwa in der Identifikation potenzieller Schlafapnoe-Risiken oder bei personalisierten Interventionen für besseren Schlaf unterstützen soll.

Inhaltlich positioniert Muse S Athena sich klar als Mental‑Fitness‑Tool: Unter anderem sollen exekutive Funktionen wie Problemlösen, Aufmerksamkeit und Planung trainiert, mentale Ausdauer aufgebaut und frühe Anzeichen kognitiver Beeinträchtigung adressiert werden. Der Hersteller verweist auf über 200 unabhängige Studien mit Muse‑Geräten, darunter Arbeiten der Catholic University of Milan zu technologiegestützter Achtsamkeit, eine 26‑wöchige Mayo‑Clinic‑Studie mit 54 Prozent weniger Stress und Burnout bei medizinischem Personal sowie Untersuchungen, die eine rund 20‑prozentige Verbesserung der Schlafqualität mit Muse S zeigen. Parallel hebt das Unternehmen den Trend zur Kombination von EEG und fNIRS hervor: Multimodale Systeme erzielten in Studien bis zu 98,42 Prozent Genauigkeit bei der Erkennung kognitiver Aufgaben und böten Vorteile bei der Früherkennung von Mild Cognitive Impairment und Alzheimer sowie bei personalisiertem Neurofeedback.

Muse: Neurotech für alle

Trotz Hightech will Athena alltagstauglich bleiben: Das in Carbon und Opal erhältliche, flexible Stoffband ist für Über‑Nacht‑Tragen optimiert, bietet laut Datenblatt bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit und wird via Bluetooth Low Energy mit der Muse‑App auf iOS und Android gekoppelt (unterstützt werden neuere Geräteklassen ab iPhone 12 bzw. Pixel‑6‑Niveau). In Europa liegt der Hardwarepreis bei 424,99 Euro, international bei 474,99 US‑Dollar; optional ist ein Bundle aus Headband und App‑Abo erhältlich, das zusätzliche Funktionen wie über 500 geführte Meditationen, externe Audiointegration und erweiterte kognitive Scores freischaltet. Datenschutzseitig verspricht der Hersteller DSGVO‑Konformität, Datenhoheit beim Nutzer und eine klare Opt‑in‑Regelung für die freiwillige Freigabe von EEG‑Daten für Forschungszwecke, ein nicht unwesentlicher Punkt für ein Gerät, das wortwörtlich „in Köpfe schaut“, ohne Gedanken lesen zu können. Mehr Infos findet ihr auf der offiziellen Website oder auf dem hauseigenen YouTube-Kanal!

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