MtG Lorwyns Finsternis Review – Küchentisch Magic

von David 21.01.2026

Mit der Rückkehr auf eine der charmantesten und zugleich tückischsten Ebenen des Multiversums markiert Lorwyns Finsternis das zweifellos am heißesten erwartete Magic-Release des Jahres 2026. Fans dürfen sich auf eine atmosphärische Reise freuen, die die nostalgische Märchenwelt von Lorwyn mit der düsteren Ästhetik von Schattenmoor verschmilzt. Das Set verspricht eine Fülle an Kindred (früher Tribal)-Synergien rund um beliebte Völker wie Feen, Elfen und Meervolk, ergänzt durch innovative Mechaniken wie das farborientierte Farbenspiel und die Rückkehr mächtiger Hybrid-Karten. Zwischen wunderschönen und hochkarätigen Reprints mit ist das neue Set ein voller Erfolg.

Licht und Schatten im positivsten Sinne

In Lorwyns Finsternis verschmelzen Licht und Schatten nicht nur thematisch, sondern auch spielmechanisch zu einer komplexen neuen Dynamik. Hier sind die zentralen Mechaniken des Sets:

Vivid

Das neue Keyword  Vivid (Farbenspiel) fängt die farbenfrohe Pracht der idyllischen Seite Lorwyns ein und belohnt deshalb die Farbvielfalt auf dem Spielfeld. Ähnlich wie die klassische Domain (Domäne) Mechanik zählt Vivid die Anzahl der verschiedenen Farben unter den Permanenten, die ihr kontrolliert, was einen Wert zwischen eins und fünf ergibt.

Jede Karte skaliert daher und zieht euch z.B. X Karten oder wie im Fall des Prismaschmetterers macht euer gesamtes Board um +X/+X stärker. Da das Set stark auf Hybrid-Mana setzt, ist diese Mechanik im Limited-Format extrem gut zu unterstützen und bietet im Standard-Format eine spannende Grundlage für 5-Color-Goodstuff-Decks, da Hybrid-Karten oft mehrere Farben gleichzeitig beisteuern. Natürlich ist die Mechanik in Commander am leichtesten nutzbar, aber viele Effekte sind auch so schon stark, wenn ihr z.B. ein dreifärbiges Board habt. Die fünf neuen Shocklands begünstigen Vivid natürlich umso mehr.

Nach Edge of Eternities haben wir damit alle Shocklands in Standard wieder mit an Board und es kann sich farbtechnisch endlich so richtig ausgetobt werden. Die nun komplettierte Manabase wird mit Sicherheit auch die Deckvielfalt und die genutzten Farben erhöhen, womit auch Vivid interessanter werden dürfte.

Blight

Als düsteres Gegenstück bringt die Mechanik Blight (Fäulnis) die tückische Natur von Schattenmoor zurück ins Spiel. Blight fungiert als Schlüsselwort-Aktion, bei der ihr eine bestimmte Anzahl an −1/−1-Marken auf eine Kreatur legen könnt, die ihr selbst kontrolliert, um einen mächtigen Vorteil zu erhalten oder zusätzliche Kosten zu bezahlen.

Was eigentlich ein Nachteil sein soll, nämlich das eure Kreaturen schwächer werden, wird von findigen Deckersteller:innen so ausgenutzt, um mit den Marken sogar noch weitere positive Effekte zu erhalten. Die Karte Morgenheiler-Dissident vereint das sogar in sich selbst und nutzt die -1/-1 Counter, um eure Kreaturen aus dem Friedhof wieder zurück zu holen. Eine besonders nette Kombi innerhalb des Sets ist, wenn ihr dann die Marken von Finstermond nutzt und dieser immer stärker wird.

Alte Bekannte

Die nachfolgenden drei Mechaniken Transformation, Changeling und Kindred sind zwar nicht neu, werden hier aber trotzdem erwähnt, weil sie häufig vorkommen und das Lorwyns Finsternis gut komplettieren. Die transformierenden doppelseitigen Karten stellen die Dualität der Welt dar und zeigen, wie sich Bewohner und Orte zwischen Tag und Nacht verändern. Diese Karten besitzen meist eine Auslösefähigkeit, die zu Beginn deiner ersten Hauptphase prüft, ob ihr eine bestimmte Menge Mana bezahlen möchtet, um die Karte zu transformieren und so ihre andere Identität zu enthüllen. Z.B. Ascheline kann so zwischen Mana oder Carddraw Support wechseln, was sie wandelbar macht.


Das ist an und für sich schon ein nettes Design, aber was gänzlich neu ist, ist ein sich transformierender Planeswalker.


Das finde ich ein ausgesprochen kreatives und cooles Gamedesign, denn die blaue Startseite, die zuerst gespielt werden muss, hat nur Fähigkeiten, die die Karte hoch ticken und die grüne Seite nur Eigenschaften, die die Counter wieder runter nehmen. So etwas gab es vorher noch gar nicht und die Idee und auch die Ausührung finde ich sehr gelungen und originell. Noch dazu ist es dann natürlich Fanliebling Oko, der ebenfalls die beiden Seiten Lorwyns, die helle und die dunkle Seite repräsentiert.

Zusätzlich kehren die belliebten Changelings (Wandelwicht) zurück, um die tief verwurzelten Stammes-Themen des Sets (Kindred) zu verknüpfen. Da Lorwyn von Elfen, Feen, Kithkin und Goblins bevölkert wird, dienen Karten mit Changeling als universelle Bindeglieder, die jeden dieser Kreaturentypen gleichzeitig besitzen. Der Zischende Wandwelwicht etwa zählt überall im Deck, auf dem Feld und im Friedhof als Vertreter jedes Stammes. Diese Mechanik ist das Rückgrat für jedes Kindred-Deck in Commander und sorgt im Draft dafür, dass Synergie-Decks auch dann funktionieren, wenn man nicht nur die spezifischen Schlüsselkarten des eigenen Volkes findet. Ich bin ja generell großer Freund von Kindred-Decks, wie Elfen oder Goblins, aber diese gelten eben als hoffnungslos veraltet und zu schwach. Hoffentlich erfahren sie zumindest im Casual Bereich eine kleine Rennaissance. Ganz knuffig und liebenswert finde ich die vielen Wandelwichte im Set, die ebenfalls alle Changeling haben.

Die Changelings sind super, aber noch besser ist, dass Lorwyns Finsternis einfach voll von Elfen, Goblins, Feenwesen, Riesen, Kithkins, Meervolk und vielem mehr ist. Das ist für mich ein wichtiger Punkt und eine große Faszination was Magic ausmacht und das spiegelt dieses Set so herrlich wieder.

Commander Precon Decks

Genung geschwärmt, widmen wir uns den beiden Commander Decks:

  • Tanz der Elemente (fünffärbig)
  • Fluch der Fäulnis (schwarz, rot, grün)

Die Decklisten dazu findet ihr hier. Die Inhalte sind jeweils fast wie gewohnt:

  • 1 spielfertiges Commander-Deck mit 100 Karten
    • 1 Cover-Commander als traditionelle Foilkarte mit Illustration ohne Rand
    • 1 präsentierter Commander als traditionelle Foilkarte mit Illustration ohne Rand
    • 98 Nicht-Foilkarten, darunter 10 neue Magic-Karten
  • 10 doppelseitige Spielsteinkarten oder Marken zum Ausstanzen
    • Das Deck Tanz der Elemente enthält 10 doppelseitige Spielsteinkarten.
    • Das Deck Fluch der Fäulnis enthält 10 doppelseitige Spielsteinkarten und 1 Karte mit Marken zum Ausstanzen.
  • 1 Regelreferenzkarte
  • 1 Deckbox

Es sind nämlich die ersten Precons, wo ein Sammler Sample Booster Pack fehlt, sprich die kleine Mini-Version eines echten Sammler Boosters, wo ihr zwei bis drei Foil Karten des Sets bekommen konntet. Schade.

Das Commander-Deck Tanz der Elemente ist ein mechanisches Kraftpaket, das die fünf-farbige Identität der Elementarwesen nutzt, um eine aggressive und zugleich extrem wertorientierte Strategie zu verfolgen. Der Gameplan dreht sich primär um den Haupt-Commander Ascheline die Unbändige (Ashling, the Limitless), welche allen Elementar-Zaubersprüchen in eurer Hand die Fähigkeit Herbeirufen 4 Evoke (Herbeirufen) verleiht.

Ihr könnt die Kreaturen sogar behalten, wenn ihr alle fünf Farben an Mana bezahlt, aber hauptsächlich geht es darum, die Elementarwesen günstig für eine Runde aufs Feld zu bringen. Dies erlaubt es euch, massive Kreaturen für lediglich vier Mana auszuspielen, um deren mächtige ETB (Betritt das Schlachtfeld) Effekte sofort zu nutzen, selbst wenn die Kreatur danach direkt geopfert werden muss. Synergistisch wird dies durch Karten wie Yarok das Entweihte oder Erwachtes Riff unterstützt, die diese Effekte verdoppeln oder in massiven Kartenvorteil ummünzen, während Ascheline selbst oder der alternative Commander Masse der Mysterien dafür sorgen, dass die geopferten Elementare nicht verloren sind, sondern als Kopien oder durch Rekursion erneut das Feld betreten.

Dann macht es doppelt und dreifach Spaß Kreaturen wie Omnath raus zu cheaten.

Zu den absoluten Highlights im Deck gehören neben den Klassikern wie eben die beiden Omnath (der Sammelpunkt des Zorns ist auch mit dabei) und Mahlstrom-Wanderer vor allem die neuen Karten wie Elementares Spektakel, das die Farbenspiel-Mechanik nutzt, um basierend auf eurer Farbvielfalt eine Armee aus 5/5-Elementar-Token zu erschaffen. Schade ist, dass es keine Shocklands in diesem Precon gibt, wodurch die Manabase bei Preons weiterhin sehr günstig ausfällt.

Der alternative Commander ist wie schon erwähnt Masse der Mysterien und ist solide, aber ich denke durch das rein cheaten von Ascheline ist das potenziell bei ihr deutlich höher.

Insgesamt bietet das Deck eine ausgewogene Mischung aus nostalgischem Elementarwesen-Feeling und moderner Spielstärke, die besonders im Late-Game durch Kettenreaktionen von ETB-Triggern profitiert.

Das Commander-Deck Fluch der Fäulnis (Blight Curse) schlägt im Gegensatz zum farbenfrohen Lorwyn-Gegenstück eine düstere, kontrollorientierte Richtung ein und nutzt die Jund-Farben (Schwarz, Rot, Grün), um das Spielfeld mit −1/−1-Marken zu dominieren. Der zentrale Gameplan wird vom CommanderTantchen Uul, die Fluchgreisin (Auntie Ool, Cursewretch) angeführt, einer Hexe, die jeden Versuch, sie oder eure Permanente anzuvisieren, mit der Mechanik Ward (Abwehr): Blight 2 bestraft.

Die Synergie des Decks ist darauf ausgelegt, −1/−1-Marken nicht nur als Schwächung für gegnerische Kreaturen zu nutzen, sondern sie als Ressource für Kartenvorteil zu gebrauchen. Immer wenn Marken auf eure eigenen Kreaturen gelegt werden (etwa durch Blight-Kosten), dürft ihr Karten ziehen, während Marken auf gegnerischen Kreaturen deren Besitzer:innen Lebenspunkte kosten. Dies verwandelt den scheinbaren Nachteil der Selbstschwächung in eine tödliche Engine, die Ressourcen generiert, während der Gegner langsam zermürbt wird.

Zu den besten Karten im Deck gehören hochkarätige Reprints und interessante neue Werkzeuge, die gut mit der Marken-Thematik verzahnt sind. Ein absolutes Highlight ist Die Skoprion-Gottheit, die in diesem Umfeld zur unaufhaltsamen Zieh-Maschine wird, sowie der Todesschlitterer, der es euch erlaubt, gegnerische Kreaturen direkt unter eure Kontrolle zu bringen, sobald sie an ihren −1/−1-Marken zugrunde gehen.

Unter den Neuzugängen sticht besonders Der Schnitter, einstiger König hervor, ein alternativer Commander, der als Vogelscheuche fungiert und verstorbene Kreaturen der Gegner mit Marken wiederbelebt.

Mit unterstützenden Karten wie Hapatra, Wesirin der Gifte und dem neuen Artefakt Werkzeuge des Weidenflechters baut das Deck eine unausweichliche Präsenz auf, die das gegnerische Board systematisch schrumpfen lässt, während die eigene Armee aus Insekten-Tokens und wiederkehrender Kreaturen stetig wächst.

Ich finde dieses Deck hier vielleicht nich ganz so stark wie Tanz der Elemente, jedoch weit spaßiger, wenn die gegnerische Armee vor sich hin schmilzt und man selbst abgefahrene Dinge mit -1/-1 Countern machen kann. Natürlich ist es nützlich, wenn ihr auch gegen Decks spielt, die viele Kreaturen haben, denn gerät ihr an das falsche Deck wie z.B. ein Spellslinger, wird das diesem herzlich egal sein. Dann könnt ihr aber immerhin noch daraufsetzen eure eigenen Kreaturen zu blighten und daraus nutzen zu ziehen. Alles in allem ist für mich Fluch der Fäulnis ein sehr gelungenes Precon.

MtG Marvel's Spider-Man Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Lorwyns Finsternis genau das Set ist, auf das viele von uns jahrelang gewartet haben. Es ist eine wahre Liebeserklärung an die Geschichte des Spiels und schafft es meisterhaft, die nostalgische Tiefe der Welt mit modernen Mechaniken zu verknüpfen. Besonders begeistert bin ich darüber, wie prominent die Kindred-Thematik wieder in den Fokus gerückt ist. Für mich ist es genau dieses Zusammenspiel der verschiedenen Völker, wie listige Feen, stolze Elfen oder die skurrilen Kithkins, was den Kern von Magic ausmacht und für die einzigartige Identität sorgt, die ich an diesem Hobby so liebe.

Es ist erfrischend zu sehen, dass Wizards of the Coast den Mut hat, sich wieder voll und ganz auf diese klassischen Synergien einzulassen, ohne dabei die spielerische Innovation zu vernachlässigen. Dieses Set fühlt sich nicht einfach nur wie ein weiteres Release an, sondern wie eine Rückkehr zu den Wurzeln dessen, was das Deckbauen und Sammeln so besonders macht. Für jeden, dessen Herz für thematische Decks und tiefe Lore schlägt, wird Lorwyns Finsternis zweifellos als ein absoluter Meilenstein in Erinnerung bleiben.

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