SwitchBot S20 im Test – Der macht alles ganz alleine

von David 30.11.2025

Der SwitchBot S20 ist ein Premium Saug-Wisch-Roboter mit viel Autonomie Dank vollautomatischer Reinigungsstation. Wir prüfen im ausführlichen Test, ob er die 800 Euro wert ist.

Ja richtig, mit dem stattlichen Preisschild von rund 800 Euro positioniert sich der SwitchBot S20 eindeutig im oberen Premium-Segment der Reinigungsroboter. Er ist nicht nur ein einfacher Staubsauger, sondern ein echter Allrounder, der die zwei wichtigsten Disziplinen der Bodenpflege – Saugen und Wischen – in einem hochautomatisierten System vereint. Das Gerät richtet sich an alle, die bereit sind für viel Komfort Geld zu investieren. Wer ein umfassendes, wartungsarmes Smart-Home-Erlebnis sucht und sich das lästige manuelle Entleeren des Staubbehälters oder das Reinigen des Wischmopps sparen möchte, findet im SwitchBot S20 einen leistungsstarkes, autonomes Gerät für den Haushalt.

Die Basestation nimmt euch einiges ab

Der Roboter ist mit dem weißen, cleanen Look angenehm Schlicht und alles wirkt sehr hochwertig verbaut. Durch das dezente Aussehen passt er auch gut zu modernen Wohnräumen. Die Bauqualität ist wie es zu diesem Preis auch erwartbar ist, hervorragend. Der Roboter besteht aus robustem, hochwertigem Kunststoff mit einer matten Oberfläche, die unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist. Die Übergänge der Sensoren und Klappen sind präzise verarbeitet und vermitteln eine hohe Langlebigkeit und Wertigkeit, die man von einem Top-Modell erwarten darf. Der erste Eindruck ist somit der eines durchdachten und ästhetisch ansprechenden Smart-Home-Helfers. Die Basestation hingegen ist etwas wuchtig und ist nicht ganz so wertig wie der Roboter selbst.

Muss sie aber auch nicht und die großen Maße (46cm hoch, 38cm breit) ergeben sich dadurch, dass sie zwei Wasserbehälter für sauberes und Schmutzwasser beherbergen muss. Im Lieferumfang inkludiert ist eine Floor Cleaning Solution und ein bereits montierter Staubsaugerbeutel, der jederzeit austauschbar ist.

Ein Kappe reicht bei maximalem Frischwasserstand für die Bodenreinigung. Die eigentliche Revolution des Systems liegt aber nicht in den Beigaben, sondern an der Basestation selbst, die weit mehr ist als nur eine Ladestation. Sie fungiert als die vollautomatische Servicezentrale für den Roboter und übernimmt alle mühsamen Wartungsaufgaben. Ihr Hauptjob besteht darin, den Staubbeutel des S20 nach jeder Reinigung selbstständig abzusaugen und zu versiegeln, wodurch man wochenlang keinen Kontakt mit Schmutz hat. Gleichzeitig kümmert sie sich um das Wischsystem: Sie versorgt den Roboter mit Frischwasser aus dem eingebauten Tank, reinigt die rotierende Wischrolle gründlich und trocknet diese anschließend mittels Heißluft. Dies verhindert nicht nur unangenehme Gerüche und Schimmelbildung, sondern sorgt auch dafür, dass der Roboter jederzeit mit einer sauberen Walze in den nächsten Reinigungszyklus startet, wodurch die Autonomie des Gesamtsystems maximiert wird.

Es gibt eine Plastikfläche, die ihr vor der Basestation auf euren Boden kleben könnt, damit dort der Boden durch etwaiges Wasser nicht aufweicht. Wird die Walze mit Heißluft getrocknet, kann dies gut eine Stunde dauern (ist einstellbar) und befindet ihr euch im selben Raum werdet ihr ein Föngeräusch hören können. Gut, die Naturgesetze kann das System auch nicht außer Kraft setzen und deshalb dauert das seine Zeit. Das soll kein großer Kritikpunkt sein, denn im Normalfall wird der S20 saugen, wischen und trocknen, während ihr euch ohnehin nicht im Haus befindet.

Das erste Mal kartografieren

Die Inbetriebnahme des SwitchBot S20 gestaltet sich erfreulich unkompliziert. Nach dem Platzieren der Basestation und der ersten Verbindung mit dem Heimnetzwerk über die SwitchBot-App ist das Pairing schnell abgeschlossen. Der Roboter spricht mit euch und in der App könnt ihr euch aussuchen, in welcher Sprache und Lautstärke er das tun soll. Das Gerät startet daraufhin seine Jungfernfahrt, bei der es mittels seiner hochpräzisen dToF-LiDAR-Navigation (Direct Time of Flight LiDAR) und der KI-gestützten Kamera eine detaillierte Kartografierung der gesamten Wohnung vornimmt. Dieser Prozess ist schnell und effizient, wenn ihr den Roboter dabei nicht auch noch putzen lasst (was ich sehr empfehlen kann). Dann dauert das kartografieren unserer 90 m² Wohnung exakt sechs Minuten. Das ist ziemlich schnell und ihr erhaltet dadurch in der App sofort eine digitale Abbildung der Grundrisse, die die Grundlage für alle zukünftigen Reinigungsstrategien bildet.

App und Modi

Sobald die Karte erstellt ist, kann die Feinjustierung des Reinigungserlebnisses beginnen. Die SwitchBot App dient als zentrale Steuer- und Kommandoeinheit und bietet eine Vielfalt an Bedienmöglichkeiten. Auf der generierten Karte lassen sich Räume intuitiv benennen, einzelne Sperrzonen für den Saug- oder Wischmodus definieren oder virtuelle Wände einziehen, um Bereiche auszuschließen. Zu den Modi zählen neben der Gesamtreinigung auch die Zonenreinigung, bei der nur bestimmte Areale angefahren werden. Es ist außerdem möglich für jeden Raum oder Bereich spezifische Einstellungen vorzunehmen, wie etwa die Intensität der Saugleistung und die Feuchtigkeit der Wischfunktion in vier Stufen anzupassen.

Darüber hinaus lassen sich detaillierte Reinigungspläne mit spezifischen Zeitfenstern festlegen, sodass der S20 völlig autonom arbeitet. An und für sich hat das sehr gut funktioniert und ich konnte sogar die Karte so auslegen, dass verschiedenen Böden korrekt definiert sind. Einzig unser WC konnte nicht als Extraraum angegeben werden, da es zu klein ist, um extra angefahren zu werden. Wenn ich möchte, dass der Roboter das WC wischt und saugt müssen eben kleine Teile des Gangs mitgemacht werden. Außerdem haben wir Fenster die bis zum Boden gehen und dort hat der S20 einen Raum vermutet, den er aber nicht betreten kann. Hier hat dann ganz einfach geholfen für den Moment der Katografie die Jalousien runterzulassen. Nicht gerade sauber, aber auch nicht weiter schlimm. Am Ende war ich dann sehr überzeugt von dem Grundriss der katografiert und von mir manuell verfeinert wurde.

Wischen und Saugen

In den Kernfunktionen des Alltagsbetriebs überzeugt der SwitchBot S20 durch die synergetische Kombination aus kraftvollem Saugen und effektivem Wischen. Die Saugleistung auf Hartböden ist dank der hohen Saugkraft und der robusten Bürstenrolle exzellent. Der Roboter entfernt mühelos Feinstaub, Tierhaare und größere Krümel. Bei der Wischleistung setzt sich der S20 durch seine aktive, rotierende Wischwalze von der Konkurrenz ab. Anstatt den Boden nur passiv zu befeuchten, schrubbt die Walze aktiv Verschmutzungen, was eine deutlich höhere Reinigungsqualität liefert als herkömmliche Wischplatten. Die präzise Navigation und die Fähigkeit, Teppiche zu erkennen und die Wischfunktion dort automatisch zu deaktivieren oder die Walze anzuheben, verhindern zudem eine unnötige Durchnässung von Textilböden.

Zuverlässigkeit im Alltag

Trotz des hohen Automatisierungsgrades der Basestation ist eine minimale manuelle Wartung und Servicierung weiterhin notwendig. Während die Station den Staub entleert und die Wischwalze reinigt und trocknet, muss in regelmäßigen Abständen  z.B. der Filter der Station, die Seitenbürste des Roboters und die Hauptbürste auf verfangene Haare kontrolliert und gereinigt werden. Die App verfügt über einen eigenen Wartungsberereich und schreit auf, falls es etwas zu tun gibt.

Das ist äußerst praktisch. Der interne Akku mit 4000 mAh bietet zudem eine überzeugende Laufzeit, die auch für die Reinigung großer Wohnflächen in einem Durchgang ausreicht. Sollte der Ladezustand während einer laufenden Aufgabe kritisch werden, findet der Roboter selbstständig zur Station zurück, lädt sich auf und nimmt die Reinigung exakt an der unterbrochenen Stelle wieder auf. Das ist bei mir jedoch nie passiert weil die Akkuleistung immer ausgereicht hat.

Die Zuverlässigkeit des SwitchBot S20 im Dauereinsatz ist daher hoch einzustufen. Die Kombination aus präziser LiDAR-Navigation und intelligenter Hinderniserkennung sorgt dafür, dass der Roboter selten stecken bleibt oder auf unvorhergesehene Probleme stößt. Die automatische Staubentleerung und die Heißlufttrocknung des Wischmopps in der Basestation tragen maßgeblich zur Betriebssicherheit bei, da sie manuelle Fehlerquellen reduzieren und das System hygienisch halten. Im Zusammenspiel mit der stabilen App-Anbindung arbeitet das Gerät somit konstant im Hintergrund und liefert die versprochene autonome Reinigungsleistung. Ein sehr großes Plus ist, dass er mit seiner Höhe von ca. 13cm es auch unter unsere Couch schafft und dort einfach das interne Licht einschaltet und weiter saugt.

Ich musste mit den verschiedenen Konfigurationen ein bisschen Erfahrung sammeln, um einschätzen zu können wie gut das Putzergebnis am Ende ist. In unserer Wohnung gibt es viele Hindernisse und natürlich funktioniert der S20 am besten auf geraden Flächen ohne eben diese Hindernisse. Deshalb habe ich gleich zu Beginn eingestellt, dass der Roboter nicht einmal, sonder zwei Mal fahren soll. Die einmal Konfigurationen lässt den Roboter einmal alles z.B. in vertikalen Schlangenlinien abfahren. Bei der doppelten Fahrt gesellen sich dann noch horizontale Fahrten hinzu. In Kombination mit der Einstellung Agil (der Roboter versucht nun nicht mehr Hindernisse zu vermeiden, sondern sie zu umfahren) hat das dann für deutlich bessere Ergebnisse gesorgt, die auch sehr gründlich waren.

Je nach Bedarf kann hier natürlich ausprobiert und umgestellt werden. In unserer Wohnung war es am Ende dann das erwartet runde Wisch- und Saugergebnis.

Smart Home Integration

Im Gegensatz zu den gerade getesteten SwitchBot Floor Lamp und Switch bot Strip 3, kann der S20 nicht direkt mit Matter bedient werden. Hier braucht es z.B. einen Google Nest Hub oder ähnliches. Ihr könnt das Gerät aber auch ohne Hub bei Google Home, Amazon Alexa oder Apple Home registrieren. Dadurch könnt ihr den S20 über euer Smartphone oder Sprachassistenten mit den zuletzt genutzten Einstellungen starten. Feinere Einstellungen werden über die App oder per Nest Hub konfiguriert.

SwitchBot S20 Fazit

Der SwitchBot S20 liefert im Test ein überzeugendes Gesamtpaket und definiert den Allrounder-Gedanken neu. Zu den klaren Vorteilen zählen die herausragende Autonomie durch die vollautomatische Basestation mit Staubabsaugung und Heißlufttrocknung des Wischmopps. Hier muss kaum bis gar nichts mehr von Hand gemacht werden. Die effektive und aktive Wischleistung ist außerdem ein großes Plus, da hier wirklich der Boden Dank der Walze mit Druck gereinigt wird und nicht nur oberflächlich gewischt wird. Natürlich sind 800 Euro nicht gerade wenig und es wird wie bei allen Staubsaugerrobotern auch Teile geben, die irgendwann zu tauschen sind. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für den gehobenen Anspruch und die Alleinstellungsmerkmale wie die Autonomie und die Walze für mich jedoch trotzdem als gut zu bewerten. Der S20 richtet sich an Nutzer, die eine umfassende, technisch ausgereifte Lösung suchen und bereit sind, für die Reduktion manueller Aufgaben einen Premium-Preis zu zahlen. Wer auf der Suche nach einem nahezu autarken Helfer für das tägliche Saugen und Wischen ist, findet im SwitchBot S20 ein Top-Gerät, das seine Versprechen hält.

Wertung: 9 Pixel

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