Apple stellte im Rahmen einer Keynote im Steve Jobs Theater viele neue Produkte vor. Aufgrund zahlreicher Leaks, Gerüchte und Vorabberichte wusste nichts davon mehr wirklich zu überraschen. Gleich drei neue iPhones, die dritte Generation der Apple Watch und ein 4K-fähiger Apple TV wurden im Rahmen der fast 2-stündigen Präsentation vorgestellt.

iPhone 8 und 8 Plus

iPhone 8 (Plus)

Die Nachfolgermodelle von iPhone 7 und 7 Plus sparen sich diesmal den Buchstaben „S“, und setzen stattdessen die Kennziffer höher. Am Äußeren der beiden Geräte ändert Apple herzlich wenig, bis auf die Rückseite, die nun ebenfalls aus Glas ist. Der Bildschirm bleibt weitestgehend gleich wie in der siebten Generation, die Bezeichnung True Tone verspricht immerhin eine höhere Farbgenauigkeit und bessere Kontraste. Auch die 8er-Modelle bekommen Airpower, Augmented Reality-Features, sowie bessere Chips und Kameras verbaut. Bei der Speicherausstattung bleibt Apple der 256 GB Obergrenze treu, bei der Farbwahl mussten Rosegold und Jet Black den traditionelleren Geschmäckern Gold, Silber und Grau weichen. Das iPhone 8 und 8 Plus sind ab 15. September um 799, respektive 909 Euro käuflich erwerbbar.

iPhone X (Ten)

iPhone X

Ach, was hat Apple gelästert, als Erzrivale Microsoft bei seinem Betriebssystem Windows die 9 ausließ, und direkt zu Windows 10 sprang. Nun hat Apple genau dasselbe mit seinem neuen iPhone gemacht. Das „X“ im neuen Super-iPhone steht für die Zahl Zehn, eine Hommage an seine 10-jährige Geschichte. Sowohl der Name, als auch die Ausstattung des neuen Flaggschiffs waren im Vorfeld bereits von Leakern wie Evan Blass enthüllt worden. Das Herzstück des iPhone X ist zweifelsohne ein 5.8 Zoll großes OLED-Display mit HDR-Unterstützung.  Apple nennt diese neueste Errungenschaft, die man sich teuer bei Samsung erkaufen musste, Super Retina Display. Neu daran ist auch, dass sich dieses Display beinahe über die gesamte Front des iPhones erstreckt. Lediglich etwa 4mm dicke Ränder, sowie eine Aussparung für die Front-Kamera und FaceID-Sensorik trüben die Perfektion.

Super Retina Display

iPhone X

Natürlich fiel diesem Display auch der ikonische Home-Button zum Opfer. Stattdessen lässt sich das neue iPhone über Wischgesten und einen Iris-Scanner aufwecken, der neben der 7MP Frontkamera verbaut ist. Auf der Rückseite aus Glas befindet sich eine vertikale Dual-Kamera mit optischer Bildstabilisierung, die mit jeweils 12 MP auflöst, und Tiefeninformationen in geschossenen Bildern erkennen kann. Damit lassen sich interessante Post-Processing-Effekte und AR-Anwendungen über das eingefangene Bild legen. Das Thema AR ist Apple überhaupt stark ans Herz gewachsen. Das äußert sich in diversen AR-Apps, die venezianische Masken auf Gesichter zaubern, und Emojis in Echtzeit nachplappern lassen können.

Airpower

Wie alle neuen Apple Produkte kann man auch das iPhone X kabellos laden. Apple unterstützt dabei den gängigen Qi-Standard, und will viele, zumindest amerikanische, Coffee-Shops und andere Orte mit Ladestationen ausstatten. Auf einem einzigen Ladepad lassen sich bis zu drei Apple-Geräte gleichzeitig mit Strom versorgen. Auf dem iPhone-Bildschirm kann man dann ablesen, wie viel Akkuladung bereits in den jeweils anderen Geräten steckt.

Wer gewillt ist, für das iPhone X stolze 1.149 € auf den Tisch zu legen, wird sich jedoch noch bis Mitte Oktober gedulden müssen. Denn erst dann wird das teuerste aller Smartphones auch hierzulande erhältlich sein.

Apple Watch 3

Noch bevor Apple den großen iPhone-Showdown aufkeimen ließ, musste die Stimmung noch ein wenig mit anderen Produkten aufgeheizt werden. Die Apple Watch, mittlerweile die beliebteste und erfolgreichste Armband-Uhr überhaupt, erhält in ihrer dritten Auflage endlich LTE-Support. Dabei wird das schlanke Wearable weder dicker, noch schwerer. Möglich macht‘s die E-SIM Technologie, welche hierzulande noch von meinem Mobilfunk-Anbieter unterstützt wird. Fans müssen sich also noch ein wenig gedulden, bis sie Telefonate führen, und Millionen Songs über Apple Musik rein übers Handgelenk abspielen können. Die verbauten Antennen erlauben es der neuen Watch nämlich auch, sich direkt mit Apples drahtlosen AirPods zu verbinden. Software-seitig wartet die Apple Watch 3 mit WatchOS 4 auf, welches die nötigen Features zur Kommunikation auch abseits des gepairten Smartphones mit sich bringt.

4K Apple TV

4K Apple TV

Last but not least stellte Apple eine neuen Apple TV-Box vor, die künftig auch 4K und HDR-Inhalte über ITunes, Amazon oder Nexflix Apps wiedergeben kann. Neben klassischen Streaming Apps soll das Kasterl auch noch besser als Spielekonsole genutzt werden können – wer auch immer hierfür die Zielgruppe sein soll. ÖsterreicherInnen kommen übrigens so rasch nicht in den Genuss des neuen Apple TVs, denn vorerst ist die Box lediglich für einige auserlesene Länder angekündigt.

Fazit zur iPhone X Apple Keynote

Seit 10 Jahren baut Apple nun iPhones. Und so sehr das Unternehmen auch versuchte, diesen Umstand in Euphorie umzumünzen, ist doch viel der alten  Magie abhanden gekommen. Viel hat auch damit zu tun, dass Steve Jobs seit mittlerweile 6 Jahre verstorben ist, und sich die Schubladen seiner visionären Ideen langsam leeren. Das wird mehr als deutlich, wenn man die heutige Keynote mit der des ersten iPhones vergleicht. Damals schmückte sich Apple mit stolz (und zu Recht) mit dem Attribut „First in a Phone“. Die Beigabe des Buchstaben „i“ erscheint klein, macht jedoch den wesentlichen Unterschied zu damals aus. Das iPhone hat schon lange nichts mehr neu erfunden, und daran ändert auch das iPhone X nichts. Das Super Retina steht für die höchste Pixeldichte und Auflösung, die ein iPhone je hatte. Andere Smartphones indes können schön längst mit wesentlich höheren Pixeldichten aufwarten. Airpower, oder wie andere es nennen: Wireless Charging? Keine Apple-Erfindung. Ein HDR-OLED Display, Dual-Kamera mit OIS, Iris-Scanner? War alles bereits da, nichts davon ist wirklich revolutionär. Natürlich macht Apples liebe zum Detail und der spürbare Drang zur Perfektion die Sache erst so wirklich rund. Aber zu einem guten magischen Trick gehört nun einmal, dass man ihn nicht bereits kennt.